{"id":2830,"date":"2015-06-19T02:39:35","date_gmt":"2015-06-19T00:39:35","guid":{"rendered":"http:\/\/helgekoenig.de\/?p=2830"},"modified":"2015-06-19T02:39:35","modified_gmt":"2015-06-19T00:39:35","slug":"die-laengsten-tage-tag-02-training-day","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/helgekoenig.de\/?p=2830","title":{"rendered":"Die l\u00e4ngsten Tage &#8211; Tag 02: Training Day"},"content":{"rendered":"<p>Nach ein paar Stunden Schlaf, die sich nach viel zu wenig an gef\u00fchlt haben, habe ich mich am Fr\u00fchst\u00fcckstisch erst einmal an einem Kaffee festgehalten. Heute ist der letzte Tag einer Tagung von medizinischen Hilfmitteln f\u00fcr Behinderte (Rollst\u00fchle, Hausnotruf, etc) hier im Hotel. Mit dieser Masse von menschlichen Heuschrecken, die \u00fcber das Fr\u00fchst\u00fccksbuffet herfallen, mussten wir konkurrieren und haben dabei unterschiedlichen Erfolg.<\/p>\n<p>Nach dieser morgenetlichen Konfrontation verlie\u00dfen wir das Hotel und betraten den Parkplatz. Hier wurden wir von einer eifrigen Politesse begr\u00fc\u00dft und mir schwante \u00dcbles. Diese dunkle Vorahnung stellte sich nur wenige Momente sp\u00e4ter als berechtigt heraus, da ein l\u00e4nglicher gelber Zettel an unserem Scheibenwischer hing. Ich brauchte meine nicht vorhandenen norwegischen Sprachkentnisse nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig zu strapazieren, um zu verstehen, dass ich gerade einen Strafzettel in H\u00f6he von 500 Norwegischen Kronen (ca. 58\u20ac) bekommen hatte. Dabei hat mich die Inkarnation an Kompetenz, bei der wir gestern an der Hotelrezeption eingecheckt hatten, noch fr\u00f6hlich dar\u00fcber in Kenntnis gesetzt, dass dieser Parkplatz kostenfrei sei. Ich bin daraufhin der Politesse hinterher und habe sie auf den Strafzettel angesprochen. Diese verwies mich an die Rezeption, da die ja behauptet hatte, das Parken w\u00e4re kostenlos. Die Rezeption, die jetzt von jemandem anderes bemannt wurde, wusste von nichts der gleichen. Also verlagerte ich mich auf die \u00dcberlegung, wie ich diesen Strafzettel bezahlen sollte, alles andre w\u00fcrde sowieso zu nichts produktiven f\u00fchren. Die Rezeptionistin meinte, wir sollten es doch einmal bei der Polizei probieren. Als wir die (endlich) gefunden hatten und der Polizist leicht genervt unseren Strafzettel anschaute, meinte der, wir sollten zum Rathaus gehen. Die Adresse sei ja auf dem Strafzettel und die Stadtverwaltung h\u00e4tte den ja ausgestellt. Dort angekommen, fragten wir die Frau am Empfang und die erkl\u00e4rte uns, dass sie keine M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, das Geld anzunehmen. Wir m\u00fcssten zu einer Bank gehen und das Geld \u00fcberweisen. Freundlicherweise hatte sie noch eine ungef\u00e4hre Wegeschreibung parat und schickte uns in die generelle Richtuing los. Nach kurzem Herumgesuche fanden wir eine Bank, aber nicht die uns Beschriebene und erl\u00e4utertem einem Bankmenschen unser Dilemma. Der antwortete mit etwas, was mein Herz gleich frohlockend h\u00f6her schlagen lie\u00df, n\u00e4mlich \u201cHmmmm, da muss ich nachfragen\u201d. Wenige Minuten sp\u00e4ter kam er wieder und sagte uns, dass er dies nur k\u00f6nnte, wenn wir Kunden dieser Bank w\u00e4ren. Wir m\u00fcssten zur einer Post und \u00a0auch er gab uns eine Wegbeschreibung, der wir jauchzend vor Euphorie gleich nutzten. Diesmal hatten wir schneller und mehr Erfolg, da wir die Post gleich auf Anhieb fanden. Die Kommunikation mit der Postfrau stellte sich allerdings als schwierig heraus, da sie nur brockenweise Englisch konnte. Aber mit Hand-Fuss-Kommunikation erkl\u00e4rte Sie mir, dass noch eine Bearbeitungsgeb\u00fchr von 75 NOK (ca. 8,60\u20ac) hinzu kommen w\u00fcrde. Innerlich schrie ich Wort-Variationen, die sich auf die Firma Huk reimten heraus und \u00e4usserlich l\u00e4chelnd reichte ich ihr die geforderte Summe. Die n\u00e4chste und letzte H\u00fcrde war, dass ich nicht nur den Zettel unterschreiben, sondern auch meine Adresse aufschreiben sollte. Nachdem ich das kapiert hatte, war die Umsetzung auch einfach. Nat\u00fcrlich achteten wir anschlie\u00dfend \u00fcberall peinlich genau darauf, einen Parkzettel zu kaufen.<a href=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6535.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2831\" src=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6535-420x280.jpg\" alt=\"IMG_6535\" width=\"420\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6535-420x280.jpg 420w, https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6535-744x496.jpg 744w, https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6535-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p>So haben wir den Grossteil unseres Vormittages herum gebracht. Dann beschlossen wir unsere Tagesplanung fortzusetzen. Beim Felsbildmuseum Alta angekommen, fl\u00fcchteten wir vor der Ankunft einer Bussladung von Spaniern zur Kasse. Wir bewaffneten uns jeder mit einem Audio Guide und st\u00fcrmten zu den Felsbildern hinab. Was wir abermals nicht wussten und nur durch nachfragen sp\u00e4ter am Tag heraus gefunden haben, war die Tatsache, dass momentan ein Schiff mit 1800 Spaniern in \u00d8ksfjord ankerte, dem Hafen der norwegischen K\u00fcsten-Schiffahrtslinie Hurtigruten und Aberdutzende von Spaniern an Land warf. Diese wurden Welle f\u00fcr Welle, ich meine Gruppenweise, in Busse gepackt und dann hier zum Museum verfrachtet. Jede Gruppe bekam einen des Spanischen m\u00e4chtigen F\u00fchrer und marschierten dann etwas zeitversetzt los. Dies sollte verhindern, dass diese 30 Mann-Trupps den schmalen (keine 2 Meter breiten) geplankten Pfad verstopften. Doch abermal bewahrheitet sich der Spruch, \u201cKein Plan \u00fcberlebt Feindkontakt\u201d. Die Trupps verstopften den Pfad und wir waren mittendrin gefangen. Die Gruppenf\u00fchrer versuchten ihr Bestes, um die Lauthals miteinander schwatzenden Spaniern zu \u00fcberschreien, w\u00e4hrend wir versuchten unseren Audio Guide zu h\u00f6ren.<a href=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6573.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-thumbnail wp-image-2832 alignright\" src=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6573-420x280.jpg\" alt=\"IMG_6573\" width=\"420\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6573-420x280.jpg 420w, https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6573-744x496.jpg 744w, https:\/\/helgekoenig.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/IMG_6573-1200x800.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit haben wir das Museum auf der Anh\u00f6he wieder erklommen und hetzten in die Cafeteria, um uns an Kaffee und Kuchen zu laben. Beides ist hier sehr gut, aber der Kuchen ist mir zu s\u00fc\u00df. Generell ist mir hier vieles viel zu su\u00df. Aber der Blick auf den Fjord macht dies alles mehr als wieder mehr als wett.<\/p>\n<p>Ausgeruht erkunden wir die verschiedenen Ausstellungen in den R\u00e4umen des Museums, bis wir schlussendlich vor mittlerweile Spanier Trupp Nr. 15 (einfach zu erkennen an den Auflebern, die auf der Kleidung getragen werden) zu einen taktischen R\u00fcckzug gezwungen werden und zum Hotel zur\u00fcckfallen. Unser Hotel liegt direkt neben der sehr sch\u00f6nen Nordlichtkirche, nur leider k\u00f6nnen wir diese nicht mehr von innen besichtigen, da sie schon geschlossen hat. Wir erkunden die n\u00e4here Umgebung unseres Hotels weiter, da entdecken wir die Speisekarte des hoteleigenen Restaurants. Hier gibt es unter anderem ein Filetsteak vom Rentier und da ich noch nie Rentier gegessen habe, habe ich sofort einen Antrag an den K\u00f6niglichen Familienrat eingereicht, hier essen zu gehen. Nach kurzer Beratung wurde dieser Beschluss ratifiziert und wir haben ein vorz\u00fcgliches Mahl in unserem Hotel eingenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach ein paar Stunden Schlaf, die sich nach viel zu wenig an gef\u00fchlt haben, habe ich mich am Fr\u00fchst\u00fcckstisch erst einmal an einem Kaffee festgehalten. 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