Die drei Musketiere (2011)

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Die gefühlte dreimillionste Inkarnation des Musketier-Szenarios trägt zu meiner (nicht besonders) großen Überraschung keine wirklichen Neuerungen in der langen Reihe von Interpretationen des Buches bei.

Da ich davon ausgehe das jedem in der westlichen Hemisphäre die Grundzüge der Handlung bekannt sein sollten, gehe ich nicht besonders groß darauf ein. D’Artagnan (Logan Lerman) macht sich nach Paris auf um sich den Musketieren an zu schließen. Kurz vor seinem Ziel kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Rochefort (Mads Mikkelsen), dem Anführer der Truppen des Kardinals, in der D’Artagnan den kürzeren zeiht. In Paris erblickt er ihn wieder und auf der Verfolgung durch die Menge fordert er nach und nach jeden der bekannten Musketiere zum Duell, doch er verliert Rochefort in der Menge. So begibt er sich zu dem Treffpunkt für die Duelle und Porthos (Ray Stevenson), Aramis (Luke Evans), Athos (Matthew Macfadyen) sind etwas überrascht das er es geschafft hat sich in nur einem Tag mit ihnen allen an zu legen. Gerade als sie das Duell beginnen wollen (welche per Edikt des Königs verboten sind) werden sie von den Truppen des Kardinals gestellt. Als Rochefort abermals einen kurzen Auftritt hat, stürzt sich D’Artagnan in den Kampf um ihn zu stellen. Doch dieser denkt nicht daran sich an daran zu beteiligen und verschwindet. Nach kurzem aber heftigem Getümmel greifen auch die anderen in den Kampf ein und besiegen mit Leichtigkeit die verbleibenden Truppen. Aufgrund der gerade von D’Artagnan demonstrierten Kampfesmutes und Fähigkeiten akzeptieren ihn die Musketiere als Freund und bringen ihn schnell auf den aktuellen Stand der Dinge. Das potentiell tragische Nachspiel ihrer Handlungen mit Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) wird dank des überraschenden Auftauchen von König Louis (Freddie Fox) entschärft und sogar ins Gegenteil gewandelt, sie werden Belohnt.
Der (offen) heimliche Herrscher Frankreichs, Kardinal Richelieu, plant durch eine Intrige Königin Anne zu kompromittieren und damit Frankreich in einen Krieg mit England zu stürzen. Dabei bedient er sich der Doppelagentin M’lady De Winter (Milla Jovovich) um die Königen des Ehebruchs mit Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) zu bezichtigen. Um diesen Anschuldigend das nötige Gewicht zu verleihen ordnet er an, den Schmuck der Königin beim Herzog zu platzieren. Um zu überprüfen ob sich der Schmuck immer noch im Besitzt der Königin befindet, veranlasst König Louis einen Ball bei dem Anne den Schmuck tragen soll. D’Artagnan und den Musketieren bleiben nur fünf Tage den Schmuck wieder zu beschaffen und ihn der Königin zu übergeben.

Fangen wir mit meinen positiven Eindrücken an. Die exzellente Kleidung und Schauplätze sorgen dafür das der Zuschauer sich wirklich in das 17. Jahrhundert versetzt fühlt. Die Schauspieler liefern eine brauchbare Arbeit ab, allen voran hat mir Christoph Waltz besonders gut gefallen. Da es sich um überwiegend deutsche Produktion handelt, verwundert auch es nicht weiter, das so viele Deutsche mit von der Partie sind. Die Musik des Films ist gut eingesetzt und unterstreicht die Szenen gekonnt, ist aber von untergeordneter Natur (ich kann mich jedenfalls an keines der Stücke mehr erinnern). Womit wir dann schon bei den negativen Eindrücken wären.
Der komplette Film fühlt sich nicht nur wie ein x-beliebiger Aufguss der Musketiere an, er ist es größtenteils auch. Es wird zwar versucht mit akrobatischen Kampfeinlagen, Anspielungen an Matrix, Verlockende Falle und Steampunk-Einflüßen (z.B. die Luftschiffe) den Film aufzuwerten. Aber das geht gehörig nach hinten los. Immer wieder hatte ich den Eindruck, alles irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Selbst die lapidaren und teils sprunghaften Dialoge erinnerten mich zu stark an Fluch der Karibik. Die Spannung wollte bei mir auch so gar nicht Aufkommen, in Mantel und Degen Filmen gibt es immer ein Happy End (und weil ich keine Ahnung wie viele Film-, Serien- und Zeichentrickadaptionen gesehen habe). Die Aufzählung der ständigen Anwendung der Hollywood-Physik, die Widersprüche gegen den Gesunden Menschenverstand und Logik spare ich mir jetzt einfach. Das gehört im gewissen Maße ja irgendwie dazu, für meinen Geschmack sprengt es das Maß des Erträglichen aber. Der Film ist eindeutig auf ein jüngeres Publikum ausgelegt, das noch nie mit den Musketieren in Kontakt gekommen ist und nur rudimentäre Kenntnisse des Genres hat.
Der Film ist minimal zeitweilig aber keinen Kinobesuch wert, ich empfehle zu warten, bis der Film in den Videotheken zu finden ist.

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