13 Assassins (Film, 2011)

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Es ist wirklich lange her das ich einen guten Samurai Film zu Gesicht bekommen habe. Auch wenn behauptet wird das dieser Film auf den sogenannten „wahren Begebenheiten“ beruht kann ich das kaum glauben. Ich vermute eher (mit meinen mangelhaften japanischen Geschichtskenntnissen) das dieser Film von diesen Begebenheiten inspiriert worden ist.

Wo wir beim Thema Handlung wären, diese spielt in Japan gegen 1840 (Tokugawa Yoshinobu Ära). Seit geraumer Zeit herrscht Frieden in Japan und es kündigen sich schon die ersten Vorboten des Tokugawa-Niedergangs an. Der junge und sadistische Feudallord Naritsugu Matsudaira vertreibt sich die Zeit mit Mord,Vergewaltigung und anderen Schandtaten. Er kommt mit all seinen grausamen Akten ungestraft davon, weil er der Sohn des Alten und Bruder des jetzigen Shoguns ist, was Ihn unantastbar macht. Die Situation spitzt sich noch zu, nachdem ein Samurai wegen des Fürsten Seppuku (ritueller Selbstmord) begeht und Bekannt wird, dass der Shogun ihn in eine noch höhere Amt erheben will. Das zwingt Doi Toshitsura zu drastischen Schritten, der um das Wohlergehen von Land und Bevölkerung fürchtend, Shinzaemon Shimada beauftragt Matsudaira zu töten. Shimada versammelt weitere 11 Samurai um sich um diese Tat zu vollbringen und bevor die Gruppe aufbricht, trifft Shimada mit Hanbei Kitou zusammen. Beide haben in jungen Jahren im gleichen Dojo die Schwertkunst erlernt und Kitou Ahnt was Shimada vorhat. Jeder versucht den anderen davon zu Überzeugen, von seinem Vorhaben ab zu lassen, sind aber beide durch den Ehrenkodex gebunden.
Einen Teil der Gruppe wir voraus geschickt um einen Hinterhalt in einem Dorf vorzubereiten das Matsudaira durchqueren sollte. Der Hauptteil der Gruppe wird auf ihrem Weg von ein paar Schergen Matsudaira gestellt und es kommt zu einem kurzen aber heftigen Kampf, aus dem die Assassinen siegreich hervor gehen. Von da an tauchen sie unter und schlagen sich abseits der Wege durch den Wald und Berge. Dort finden sie Kiga Koyata, der von seinem „Boss“ in einem Käfig gefangen ausgesetzt wurde, da er sich an dessen Frau (Upashi) heran gemacht hatte. Er behauptet Samurai als Vorfahren gehabt zu haben und so nehmen sie ihn als 13. Mitglied in ihre Gruppe auf. Zusammen erreichen sie das Dorf das sie für den Hinterhalt ausgewählt hatten. Die Vorhut war in der Zeit nicht untätig und hat umfangreiche Umbaumaßnahmen begonnen. Als Naritsugu Matsudaira schließlich das Dorf erreicht müssen die dreizehn, zu ihrem bestürzen, erkennen das der Geleitschutz von 70 auf 200 Mann aufgestockt wurde. Trotzdem stellen sie sich der unglaublichen Herausforderung ihre Mission zu erfüllen.

13 Assassins ist ein (mehr oder weniger) klassischer Samurai Film, weswegen er sich für den normalen westlichen Zuschauer nicht ganz erschließt. Viele der Dialoge haben Bedeutungen zwischen den Zeilen und selbst für den Japanaffinen bleiben viele der Anspielungen verborgen. So gibt es mehrere Hinweise darauf das Kiga Koyata und seine Angebetete Upashi Yōkai (eine Art Monster oder Naturgeister in menschlicher Gestalt) sind. Natürlich dreht sich fast alles im Film um Bushidō, dem Verhaltenskodex (und Philosophie) der Samurai, was auch den Großteil der (für westliche Verhältnisse) Dialoge sehr steif und umständlich erscheinen lässt. Zu alle dem kommt noch erschwerend hinzu das die meisten Charaktere im Film, wie für Samurai üblich, die zeitgemäße Kleidung und Frisuren tragen. Das hatte das Ergebnis das ich ernsthafte Probleme hatte, die für mich unbekannten Schauspieler, auseinander zu halten. Am Schluss des Films, wenn alle Blut- und Schlamm verschmiert sind, wird das noch schwieriger.
Die komplette Handlung arbeitet auf diesen finalen Kampf hin und dieser ist wirklich meisterhaft inszeniert und wird schonungslos brutal dargeboten. Auch wenn es anfangs den Eindruck macht das dies ein zäher und langweiliger Film ist, schlägt er den Zuschauer schon bald in seinen Bann. Ich habe 13 Assassins sehr genossen, auch wenn es sich bei diesem Film um keinen Handelt, den man sich einfach mal so nebenbei ansehen kann. Man braucht Konzentration und Aufmerksamkeit um die politischen Verhältnisse, die Beweggründe und Beziehungen der Charaktere zu ergründen.

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