Oppa Urlaub Style – Tag 12: Schland ich komme!

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Wir schlafen zwar nicht aus, aber wir lassen es sehr langsam angehen und checken um 12 aus dem Hotel aus. Fahren mit der MTR (U-Bahn) zur Kowloon Station und geben dort unsere Koffer ab. Die Koffer werden dann schon zum Flughafen gebracht und wir können noch ein paar Stunden herumbringen, was wir auch machen. Zuerst treffen wir uns mit Josch, einem von Max Freunden hier und gehen indisch essen. Beim Betreten des Restaurants musste ich ziemlich schmunzeln, da ich nicht glauben kann, daß Jemand auch nur mit den geringsten Englisch Kenntnissen freiwillig den Namen “Gaylord” wählen würde. IMG_20150510_135148Dort gab es ein ziemlich schmackhaftes Buffet und gleichzeitig einen Kindergeburtstag. Jeder, der die indische Kultur und Gepflogenheiten auch nur ein bisschen kennt, weiß daß jede Indische Feier mit Tanzen und lauter Musik verbunden ist, so auch hier. Dies verkomplizierte die Unterhaltung geringfügig, machte sie aber nicht unmöglich. Danach verabschiedeten wir uns von Josch und sind zurück zur Kowloon Station, bei der wir uns noch einmal mit Gwendolyn getroffen haben. Wir mussten etwas suchen, aber schließlich haben wir noch ein Café gefunden, das ein paar Sitzplätze frei hatte. Bei Kaffee und kleinen Kuchen-Meisterwerken (die sahen wirklich wunderschön aus) haben wir noch etwas geschwatzt. Dabei ist die Zeit wie im Fluge vergangen und wir mussten uns auch von Gwendolyn verabschieden und uns zum Flughafen aufmachen. Wir wollen nämlich probieren, ob wir unsere Tickets nach London zu Business aufwerten können. Nach langem Warten auf einen freien Schalter, mussten wir noch länger warten, bis der Typ, der dahinter saß, uns eine brauchbare Information geben konnte. Leider bestand die aus der Aussage, daß dieses Upgrade umgerechnet 1050€ kosten würde. Das war uns zu viel und so sind wir bei Premium Economy geblieben. So sind wir etwas angefressen in die United Club Lounge gegangen und haben uns dort bis zu unserm Abflug entspannt.

Ein paar Stunden später konnten wir zu unserem Gate gehen und unsere Plätze im Flugzeug einnehmen. Der Flug war überraschend angenehm und ich konnte sogar ein paar Stunden nach dem Essen schlafen. Beinahe 14 Stunden später waren wir in London, Max würde sich hier für ein paar Tage mit Bekannten treffen und ich wollte gleich weiter nach Frankfurt fliegen. Wir verabschiedeten uns bis Freitag, da würden wir uns bei der Arbeit wieder treffen und gingen unsere Wege.

Mein Anschlußflug ließ nicht lange auf sich warten und so war ich nur wenige Stunden später in Frankfurt. Es hat alles reibungslos geklappt. Ich musste keine 5 Minuten bei der Passkontrolle warten und als ich zu den Gepäckbändern kam, war mein Koffer schon da. Der Zoll war gar nicht besetzt und so machte ich mich auf, den Bahnhof zu suchen. Dort angekommen, war mir schlagartig klar, daß ich wieder in Deutschland war.

Nach einer Reise über den halben Planeten, bei der jeder Transport Dienstleister keine Probleme gemacht hat, gelang es der Deutschen Bahn für die letzten Einhundert-Irgendwas Kilometer mal wieder nicht pünktlich zu sein. Diese Verspätung hat natürlich dafür gesorgt, daß meine Zeit zum Umsteigen in die Regionalbahn in Mannheim von 8 Minuten auf unter 2 gesunken ist.

Ich lauerte im ICE also darauf, daß sich die Türen öffnen würden und ich das Rennen des Umstiegs beginnen konnte. Doch abermals grätscht mir die Deutsche Streikbahn dazwischen, der Schaffner hat sich an mich heran gepirscht und will meinen Fahrschein kontrollieren. Doch zu seiner milden Überraschung habe ich mit so etwas gerechnet. Ich zeigte ihm meine Fahrkarte, drückte ihm mein Handy mit dem QR-Code der Streikbahn App ins Gesicht und schmiss ihm meine Kreditkarte zur Verifikation hinterher. Über diese Bereitwilligkeit war er wohl etwas verwundert, da er wohl dachte ich würde schwarz fahren. In diesem Moment kam der Zug zum Stehen, die Türen öffneten sich und ich schoss aus dem Zug. Den Koffer wie ein rollendes Schild vor mir her schiebend, orientierte ich mich und stellte fest, daß ich komplett am falschen Ende des Bahnhofes war. Den Atem für das Fluchen hob ich mir auf und sprintete die Gleise entlang, auf der Suche nach der Unterführung. Als ich schließlich Gleis 5 verlassen hatte und die Treppen für Gleis 9 schwer schnaufend erklommen hatte, sah ich nur noch wie etwas Rotes aus dem Augenwinkel verschwand. Das Einzige was mir übrig blieb, war der S-Bahn hinterher zu starren und schwer atmend, stoßweise zu fluchen.

Mein Datenkraken-Handy sagte mir, mit Hilfe der Bahnstreik Informations-App, daß ich eine halbeStunde warten müßte bis eine Alternative fährt. Ich machte das Beste aus der mir gegebenen Situation, holte mir eine Brezel beim Bäcker und ging zurück zum Gleis. Diesen Zug wollte ich nicht verpassen. Was ich auch nicht tat und schließlich in meinem Zielbahnhof ankam. Hier wurde ich von meinen Eltern in Empfang genommen, die mich nach Hause brachten.

Ach ja trautes Heim, Glück der Baustelle? Der minimale Wasserschaden, der vor meiner Abreise festgestellt wurde, war wohl doch etwas größer gewesen. Bei allen Wänden, um das Bad herum, wurde ein Teil der Tapete von der Wand gerissen. Im Bad selbst steht ein Raumluft-Entfeuchter, der mit Zeitschaltuhr von 8-12 und von 13-18 Uhr läuft. Der hat zwei Ansaugrohre, eines verschwindet unter der Badewanne, das andere liegt im Schlafzimmer.

Im Schlafzimmer ist der Schrank, der an der Wand zum Bad war, zusammen gebrochen und liegt in Überresten in der Ecke.
Ich glaube ich brauche echt mal Urlaub.

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