Ich weiß nicht mehr genau wann und wie ich über dieses Buch im Kindle Store gestolpert bin aber es lag recht lange bei mir rum bis ich endlich die Zeit gefunden hatte es in die Hand zu nehmen. Jetzt hatte ich endlich die Zeit gefunden es zu lesen und ich musste einfach diesen Beitrag verfassen um meine Meinung dazu kund zu tun.
Mir ist durchaus bewusst das die ersten Kapitel in jedem Buch dazu verwendet werden dem Leser die Welt zu beschreiben, die Charaktere vor zu stellen und deren Beziehungen untereinander zu verdeutlichen. Nicht jeder Autor schafft es dies interessant zu gestalten und auch Ernest Cline scheitert hier fast. Zu seiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, das ich als ShadowRun Fan seine seine generische SciFi Dystopie mit unterprivilegiertem und sozial gehandicapten (Nerd) Protagonisten so dermaßen ausgelatscht fand, das ich mich nur mit Mühe begeistern konnte das Buch überhaupt fertig zu lesen und nicht nach den ersten 5 Kapiteln auf zu geben und zu vergessen.
Im Grunde ist das komplette Buch eine Aneinanderreihung von einem 80er Jahren Nostalgie Referenzen, garniert mit ein paar Chat und Gamer Begriffen. Also alles was man neudeutsch mit Neerds und Geeks in Verbindung bringt. Vieles davon wird dem Leser an den Kopf geworfen nur um eine emotionale Nostalgie-Reaktion hervor zu rufen, hat aber wenig bis keinen Einfluss auf die Handlung. Wenn ich etwas Bösartig wäre, würde ich sagen das Ready Player One eine SciFi Interpretation von Das Vermächtnis der Tempelritter in einem Matrix Setting mit einer guten Priese Slumdog Millionär ist. Das trifft natürlich nicht ganz, da es sich natürlich noch Ideen von anderen Geschichten fröhlich bedient, aber es verdeutlicht etwas, was man von dem Buch erwarten kann.
Über all dies könnte ich hinweg sehen, würde da nicht mein größtes Problem bei dem Buch im Weg stehen, die Flache und Vorhersehbare Handlung. Bei allen wichtigen Protagonisten kann man bereits nach kurzer Zeit feststellen, meistens schon wenige Seiten später) was seine Aufgabe ist (Freund oder Feind) und Spannung kommt fast gar nicht auf. Dieser kläglicher Versuch bei dem Aufbau eines Spannungsbogens hat mir keinen besonderen Lebensgenuss bereitet und sobald ich das Buch erst einmal hingelegt hatte brauchte ich eine bewusste geistige Überwindung weiter zu lesen. Aber ich habe schließlich fast 10€ dafür ausgegeben, also wollte ich es auch fertig lesen.
Die einzige wirkliche Überraschung von Ernest Cline ist das Buch an sich. Ready Player One ist meiner Meinung nach ein Jugendbuch, aber da eines der zugrunde liegenden Konzepte die 80er Jahre Nostalgie ist, wird niemand in der Teenager Zielgruppe diese Zeitperiode selbst erlebt haben. Dieses Paradoxon hat mich verwirrt und sollte vermutlich die Zielgruppe der Erwachsenen Zocker mit einschließen, ist aber in meinem Fall nach hinten los gegangen. Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich mit SciFi, Fantasy, (Penn & Paper) Rollenspielen und Computern. Dazu kommen noch Interessen wie Filme, Serien, Mangas und Anime hinzu, was wiederum zur Folge hat das mir die hier dargebotene Geschichte kaum einen Mehrwert bietet. Bei Ready Player One hat Ernest Cline einfach verschiedene Konzepte und Ideen in einem Buch zusammengefasst die ich im Einzelnen schon besser umgesetzt gesehen habe. Würde man es jedoch etwas Überarbeiten würde man ein brauchbares Drehbuch für einen Visual Effects Kinofilm bekommen. Percy Jackson und Jupiter Ascending waren ja auch recht Erfolgreich.
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