Zwischen Maori und Hobbits

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Dies ist mein Reisebericht von meinem Neuseeland Urlaub von November / Dezember 2018.

Tag 1 & 2 Frankfurt – Singapur – Auckland

Noch bevor der Urlaub richtig begonnen hatte, ist es zu einem kleinen Problem gekommen, bei dem Flughafentransfer nach Frankfurt hatte das Taxi Unternehmen die falsche Hausnummer, weswegen es zu einer Verzögerungen gekommen ist. Aber ich habe es dann doch noch rechtzeitig, mit 15 Minuten zum Checkin Limit, geschafft im FraPort anzukommen. Die nötigen Prozeduren konnte ich alle auch ohne nennenswertes Warten erledigen und so saß ich relativ schnell im Flieger.

Erfreulicherweise hat alles mit meiner PLatzreservierung geklappt und ich hatte sogar keine Sitznachbarn und deswegen einen angenehmen Flug. Bis auf die Kleinigkeit, dass die Sitze etwas unbequem waren und ich rumrutschte, in dem vergeblichen Versuch eine gemütliche Stelle zu finden. Natürlich war so nicht wirklich an Schlaf zu denken.

Kurz von 17 Ortszeit war ich endlich in Singapur und musste feststellen, das der Anschlussflug, erst auf eine unbestimmte Zeit und dann auf drei Uhr morgens verschoben wurde. Das erfuhr ich aber erst so spät, das ich die Zeit in Singapur nicht produktiv nutzen konnte. Aber ich habe als Entschädigung einen Essensgutschein bekommen…

Nach einigen Stunden rumgammeln und die Terminals ablaufen, muß ich sagen, daß Singapur um einiges besser ist als Frankfurt (Flughafen). Überall gibt es Steckdosen und USB Ladestationen, zusammen mit Sitzecken. Wenn man von McD und Co. absieht ist das Essen (vergleichsweise) günstig und frisch. Es gibt sogar ein kostenloses Kino in dem man sich einfach reinsetzen kann in dem rund um die Uhr verschiedene Filme gezeigt werden.

Endlich war es Zeit für das Boarding, aber wir alle mussten abermals durch eine Sicherheitskontrolle. Also suchte ich mir erst einmal einen Sessel und sah den restlichen Passagieren bei den Kontrollen durch die Glasscheibe zu wie sie wie die Lemminge anstanden. Es will ja immer jeder der erste im Flugzeug sein, aber der Flieger hebt deswegen auch nicht schneller ab. Erst als so gut wie keiner mehr Anstand, bin ich dann selber durch mich über die Sicherheitsbestimmungen wundern. Denn sie bemängelten nicht das Mini-Schweizer-Taschenmesser das ich als Schlüsselanhänger im Handgepäck hatte, sondern meine Nagelschere im Rucksack. Nachdem der Sicherheitskontrolleur den Flug, Neuseeland und die Welt im allgemeinen vor meinem nicht existen terroristischen Anschlag bewahrte, indem er die Nagelschere einfach einbehält, saß ich im Flieger. Im Gegensatz von Singapur Air waren die Sitzen von Neu Seeland Air bequemer und ich schaffte es sogar ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Der Flug an sich verlief recht Ereignislos, aber es war der erste Flug den ich je erlebt habe in dem, bis auf eine Ausnahme, die komplette Besatzung Männlich war.

Mit mehr als 10 Stunden Verspätung, bin ich in Auckland gelandet und erlebe den zweiten Teil der Sicherheitskontrollen, denn Neuseeland ist bei den “Biohazard” Kontrollen extrem pingelig. Also unbehandelte Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Milch und Fleisch darf nicht eingeführt werden. Das gilt übrigens z.B. auch für (ungeputzte) Wanderschuhe, die mussten auch kontrolliert und ggf. Desinfiziert werden, denn wenn da Dreck dran ist, kann da alles Mögliche in das heimische Ökosystem eingeschleppt werden. Nach dieser Kontrolle war im im Duty-Free-Bereich und kaufte mir eine eine Touristen SIM Karte, da die Preise von meinem Netzanbieter wucher sind, und machte mich auf zu dem Hotel Shuttle Transfer. Dort musste auch erstmal etwas organisieren, denn die haben nicht mit mir gerechnet. Doch nach etwas rumtelefonieren des Disponenten, ging das auch klar und war dann knapp vor 20 Uhr Ortszeit endlich im Hotel und kramte erstmal etwas rum.

Aufgrund der Preise beschloss ich nicht mir im Hotel was zu Essen zu organisieren und stürze mich in die nähere Umgebung, denn ich war recht nahe am Stadtzentrum. Nach wenigen Gehminuten kam ich an unzähligen Asia Shops und Take Away Küchen vorbei, einige machten sich nichtmal die Mühe das Menü auf Englisch angeschrieben und hatten nur Chinesisch ausgeschrieben. In einem 24 Stunden Kiosk kaufte ich mir noch etwas zu trinken und ein paar Shops weite eine kleine Pizza, da ich ehrlich gesagt zu Kaputt war für irgendwas groß anderes. Ich will jetzt nur noch essen, duschen und schlafen.

Tag 3 Auckland / Hobbiton

Der Tag beginnt mit dem fröhlichen Gepiepe meines Handys um 5:30, danach Duschen, Rasieren, anziehen und Koffer packen. Um 6:30 beginnt das Frühstück und ich schaffe es auf die Minute. Jetzt habe ich 20 Minuten für ein Frühstück, denn um 6:50 werde ich abgeholt für die Hobbiton Tour. An der Rezeption gebe ich meine Koffer ab, denn laut der Rezeption und einem Voucher den ich bekommen habe, habe ich nur eine Übernachtung in diesem Hotel. Aber laut der Übersichtsliste bin ich hier für zwei Nächte einquartiert. Das muss allerdings alles später klären, denn ich bin unter Zeitdruck.

Das Frühstück ist eine interessante Kombination aus Britischem und Amerikanischem Buffet. Es gibt Würstchen und Bohnen, aber auch Pancakes, Rührei und Speck. Dazu gibt es noch Süße Stückchen und Toastbrot. Ich nehme mir von allem etwas und einen Kaffee.

Bis darauf das die Pancakes ein bisschen kalt sind, ist alles super. Ich bin noch am Kauen meines letzten Bissens da steht schon der Fahrer neben mir und schaut mich mit einem “Wir haben doch gar keine Zeit” Blick an. Also greife ich meinen Rucksack, samt Kamera und lasse mich in den Kleinbus verfrachten. Hier warten schon einige andere und zusammen fahren wir noch ein paar Hotels ab, um die Restlichen Teilnehmer einzusammeln.

In den knappen 2,5 Stunden die wir fahren, kommen die üblichen Gespräche (wo bist du denn her usw.) zustande. Wir sind eine recht Internationale Truppe, drei Amerikaner, vier Malaien, ein Australier, eine Japanerin und ich. Gegen 9:30 sind wir da und holen, nach einem kurzen Zwischenstop bei den Toiletten, die Tour Guides ab. Wir bekommen zwei, weil einer gerade Eingelernt wird. Das Wetter ist super, leicht bewölkter Himmel und strahlende Sonne bei 16 Grad, aber in der Sonne fühlt es sich viel wärmer an.

Die Tour ist sehr interessant, also für diejenigen die wie ich die Bücher gelesen und die Filme gesehen haben und ich komme mir wirklich vor wie im Auenland. Wir bekommen unter allerlei Trivia zu den Filmen auch erklärt, das Hobbiton etwa dreihundert Beschäftigte hat. Beginnen mit den Guides, Verkäufern im Shop, Gärtnern und den Handwerkern die die Requisiten in Stand halten. Wir werden an fast allen 44 Hobbit Höhlen vorbei geführt und jeder macht wie wild Fotos. Leider sind so gut wie alle Höhlen nur attrappen und nicht zugänglich, da die Innenräume im Studio gedreht wurde. Nur Frodos und Bilbos Höhle hat ein paar Meter Innenausbau für die Filmaufnahmen. Trotzdem sieht hier aber alles so aus, als ob hier Hobbits wohnen würden.

Gegen Mittag kommen wir im Green Dragon Inn an und bekommen ein Freigetränk und eine weitere kurze Pause. Danach gibt es “Essen wie bei den Hobbits” vom Buffet, leider haben wir nicht wie die Hobbits Zeit um gemütlich zu essen, denn nach einer halben Stunde werden wir durch eine weiteren Andenken Shop geführt und dann wieder zurück nach Auckland gefahren und nach und nach wieder auf die verschiedenen Hotels verteilt. Kurz vor 16 Uhr bin ich wieder in meinem und beginne mit der Rezeption meinen weiteren Verbleib zu klären. Das ging dann auch viel schneller als ich befürchtete. Das zugrunde liegende “Problem” war, das die letzte Übernachtung nicht im Tour-Paket inkludiert war und es einfach nur etwas umständlich und verwirrend niedergeschrieben war. Ich bekomme ein neues Zimmer im gleichen Hotel, was ich gleich beziehe und mich über die WiFi Preise auf zu regen.

In Neuseeland gibt es überall kostenloses Internet, aber das ist alles Limitiert (i.d.R. 500 MB) und dann kostet das, aber nicht zu knapp. Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mir den größten Datentarif im Flughafen für 139 Neuseeland Dollar gekauft, denn das wäre erheblich günstiger gewesen als das Wifi im Hotel.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung ist das Treffen mit dem Tourguide, für meine eigentliche Rundreise, um 18 Uhr in der Lobby des Hotels. Nach und nach trafen auch die anderen 13 Teilnehmer der Reisegruppe ein und wir besprachen die Reise im Groben, potenzielle Allergien und Lebensmittel Vorlieben (Veganer / Vegetarier / etc.). Nach der “kurzen Besprechung” (die knapp eine Stunde dauerte) beschlossen wir uns zusammen morgen um 9 Abfahrbereit vor dem Hotel zu treffen. Wie es aussieht bin ich wohl der jüngste in der Gruppe.

Da wir morgen nach einer kurzen Stadtrundfahrt Auckland verlassen werden, wollte ich noch etwas die Stadt zu fuß erkunden und machte mich zuerst auf den Weg zum Hafen, bei dem Hi-Live war. Der ist nämlich gesäumt von allerlei größeren und kleinen Bars, Bistros und Ähnliches, aber jeder was ähnlich voll und vor allem extrem laut, da jeder versucht hat den anderen zu übertönen. Die Sonne war schon am Untergehen, da stellte sich bei mir ein leichtes Hungergefühl ein und ich machte mich auf die Suche nach etwas essbarem. Jedoch ist die Auswahl an Restaurants, Bars und Imbissen nicht nur in Hafennähe riesig, sondern auch innerhalb der Stadt. Schließlich blieb ich bei einem Koreaner hängen und bestellte mir “Sizzling Sweet Beef”, das auf einer heißen Metallplatte Serviert wurde und sehr lecker war.

Als letztes machte ich mich noch auf den Weg zum Sky Tower, hier soll die Aussicht (besonders Nachts) bei gutem Wetter sehr gut sein und vor allem gibt es oben ein Caffee. Natürlich ist die Fahrt hinauf nicht kostenlos und 39 NZ$ später kämpfte ich mich an anderen Touristen an der Aussichtsplattform vorbei. Die Aussicht war wirklich spektakulär und ich beschloss einen Kaffee zu trinken und dabei die Aussicht auf den Hafen zu genießen. Es gab auch Eis und dann habe ich mir einfach noch zwei Kugeln als späten Nachtisch dazu bestellt. Leider musste ich auf die “Harte Tour” erfahren, das hier eine Kugel Eis, hier viel größer ist als in Deutschland. Die Portion die ich hier bekommen hatte, würde bei uns locker vier bis 5 Kugeln groß sein und überfüllte den kleinen Becher bei weitem. Aber da muss ich durch und so kämpfte ich mich tapfer durch das Eis.

Gegen 22 Uhr hatte ich dann auch genug und machte mich zurück zum Hotel um den Tag ausklingen zu lassen und mein Reisetagebuch zu schreiben. Auf dem Weg zum Lift sah ich den Namen des Restaurants (The Sugar Club) und musste aktiv einen Lacker unterdrücken, wer auch immer auf diesen Namen gekommen ist war wohl extrem behütet. Da meine erste Assoziation eher mit Erwachsenen Unterhaltung in Verbindung stand, als mit Ernährung.

Tag 4 Auckland – Tairua

Nach der regulären Morgenroutine begann der Tag mit dem Kampf am Frühstücksbuffet um 7:30. Der Raum war brechend voll und ich habe nur einen Platz gefunden, weil ich mich an einen Tisch gesetzt habe, der gerade frei geworden, aber noch nicht abgeräumt war. Das dreckige Geschirr schob ich einfach zur Seite um Platz für meinen eigenen Teller zu haben. Nur hatte ich das Problem, das es zwar noch Kaffee gab, aber keine Kaffeetassen mehr, weswegen ich mir einfach einen Orangensaft nahm und mit dem Essen anfing. Ab und an warf ich einen verstohlenen Blick zu dem Platz mit den Kaffeetassen, doch alsbald diese nachgefüllt wurden waren die auch schon von den anderen Gästen aufgebraucht, zusammen mit dem Kaffee. Jetzt hatte ich also immer noch keine Tasse und keinen Kaffee, was meine Stimmung nicht wirklich steigerte. Diese Situation änderte sich auch nicht bis zu dem Ende meines Frühstücks, da ich akzeptierte dass der Service einfach komplett mit der Situation überfordert war.

Unser Reisebus für die nächsten Wochen

Pünktlich um 9 stand die ganze Truppe vor dem Hotel, bestiegen den Bus und begannen unsere Reise. Das erste Ziel war Mount Eden, der Vulkan und guter Aussichtspunkt, direkt in Auckland. Under Guide (Gabi) erzählte während der Fahrt durch die Stadt immer wieder aus dem Nähkästchen und auf dem Berg angekommen etwas über Auckland an sich. Anschließend erkundeten wir in kleinen Gruppen den Gipfel des erloschenen Vulkans. Auf dem Weg zu unserer nächsten Etappe, machten wir eine kleine (Klo-) Pause beim Pūkorokoro Miranda Shorebird Centre und die sehr freundliche und Öffentlichkeitsarbeits bewusste Frau dort, fing uns gleich ab und erzählte über ihren Trust (sie sind so was wie die NABU in Deutschland) und die Vögel die man aktuell sehen kann. Danach fuhren wir ein paar Minuten weiter an einen Muschel Stand und ja, es gab hier keinen Sand, sondern nur Muschel die vom Wasser immer kleiner gemalen wurden. Hier marschierten wir kurz den Strand auf und ab und beobachteten (natürlich) die Vögel und die ganzen Camper, die sich hier breit gemacht hatten. Dabei sahen wir auch die ausgebrannte Überreste eines Wohnwagens und Gabi erzählte uns, das bei dem es eine Explosion gegeben hatte, aber der Insasse bis auf leichte Blessuren unverletzt geblieben ist.

Gegen Mittag machten wir eine kleine Pause beim Bugger Caffee bei dem wir uns alle einen Kaffee und ich mir dazu nach einen Lachs Bagel bestellte. Die waren von unserer Gruppe und den regulären Kunden aber kurzzeitig etwas überlastet und so mussten wir länger warten als ursprünglich geplant. Dabei habe ich mir extra etwas ausgesucht, was schon in der Kühltheke ausgelegt war.

So gestärkt fuhren wir zu unserer heutigen Übernachtungsort, den Pacific Harbour Villas in Tairua, gaben dort unser Gepäck ab und fuhren weiter. Natürlich war es wieder ein Stand, diesmal der Hahei Beach im Te Whanganui-A-Hei Marine Reserve und besichtigten dort die Cathedral Grove. Um an den Stand zu kommen mussten wir jedoch einen beinahe einstündigen Fußmarsch (in eine Richtung) über einige Berge und Täler bewältigen. Am Strand selber waren bereits hunderte anderer Menschen, auch viele Jugendliche die dort einfach Party machen. Wir sind mitten in einem Naturschutzgebiet und so muss alles, besonders der Müll, wieder mitgenommen werden. Normalerweise gibt es ein Wassertaxi das man vom Stand zurück zur nächsten Stadt nehmen kann. Leider war der Wellengang zu stark und die konnten nicht Anlanden, was ich etwas bedauerte und so musste ich wieder zurück laufen (ja ich bin Faul!).

Cathedral Cove

Der nächste und auch letzte Stand den wir heute besuchten war Hotwater Beach, einer der “must see” Attraktionen. Hier wird von geogertmalen Quellen gespeister unterirdischer Fluss durch den Strand an die Oberfläche gedrückt und wenn man zu den korrekten Gezeiten dort ist, kann man sich im warmen (oder heißen, je nachdem wie tief man gräbt) einbuddeln. Wir waren leider zur falschen Zeit da, was auch ganz gut war denn laut Gabi ist das schon lange kein Geheimnis mehr und zu den Hochzeiten komplett überlaufen. Trotzdem hatten wir fast alle unseren Spass die verschiedenen Extremitäten in den Sand zu stecken (bohren) und die wärme zu spüren. Wir wollten gerade zurück zum Bus, da sahen wir noch einen Schwarm Delfine in der Brandung surfen und spielen. Einige schossen sogar aus dem Wasser hinaus und schlugen Saltos. Nach einer ausgiebigen Besichtigung und hunderten von geschossenen Fotos und Filmchen, machten wir auf zum Bus und putzen unsere Schuhe und Füße, der Sand war nämlich überall. Wenige Minuten Fahrzeit später blicken wir noch von einer, recht versteckten, Aussichtsplattform auf das Whenuakite Kiwi Sanctuary, bei dem wir zwar keine Kiwis, aber doch recht viel Wald sahen. Weswegen der Stop auch recht zügig wieder vorbei war.

Der nächste Tagespunkt, war unsere “Villen” zu beziehen und bis zum gemeinsamen Abendessen etwas zu entspannen. Die Pause für mich viel jedoch aus, denn als ich in meiner “Villa” stand fand ich recht schnell heraus, das zwar mein Koffer mit meiner Kleidung vor dem Bett stand, aber der Rucksack mit dem Laptop, Tickets und sonstigen Papieren, jedoch nicht. Selbst nach ausgiebiger Suche, war der nicht zu finden und so begab ich mich sogleich in die Rezeption um zu erfragen was denn passiert war. Doch diese wurde gerade von einer anderen deutschen Reisegruppe in Anspruch genommen, die gerade dabei waren die Zimmer Schlüssel zu verteilen und ich mich nicht dazwischen drängen wollte um bei denen zu Verwirrungen zu sorgen. Doch einer der ersten die den Schlüssel bekommen haben (von der anderen Gruppe), kam mit meinem Rucksack in die Rezeption und meldete das er diesen in seinem Zimmer gefunden hatte. Ich bedankte mich sehr herzlich bei ihm und kontrollierte ihn auf Vollständigkeit in der “Villa” und traf mich mit den anderen direkt gegenüber der Straßenseite beim The Pepe zum Abendessen. Hier hatten wir die Auswahl zwischen zwei Vorspeisen und drei Hauptgerichten, doch in Kombination mit unserer Getränkebestellung waren die wohl auch hier kurzzeitig Überfordert und so musste ich lange auf mein Getränk warten. Nach der anfänglichen holprigen Bestellung, lief jedoch alles wie am Schnürchen und wir alle bekamen fast Zeitgleich unser Essen. So Gesättigt verließ ich die Gruppe nach etwas Geplaudere um Reisetagebuch für heute noch fertig zu schreiben und dann selber ins Bett zu gehen.

Davor musste ich jedoch eine Runde Bad Yoga betreiben. Bad Yoga ist, wenn der Duschkopf fest an der Wand in Kehlkopfhöhe verschraubt ist und man versucht sich komplett zu waschen, von Kopf bis Fuß,

Tag 5 Tairua – Whakatane

Offiziell war das Frühstück ab 7:30 für uns beim Pepe. Doch viele von unserer Gruppe waren schon früher da oder sogar schon lange fertig, als ich kurz nach 7 dort aufschlug. Das Frühstück an sich war im Vergleich zu gestern recht Spartanisch. Neben Kaffee, Tee und Säften  gab es “nur” Rührei mit Speck, eine Art Körner-Weißbrot und ein paar Aufstriche. Ich nahm mir etwas Speck, Rührei und toastete mir ein Brot und genoß ansonsten den guten Kaffee.

Das nächste Etappenziel ist der Stand in Kauri, dem sogenannten Sailors Grave bei dem wir eine kurze “Bergwanderung” von einem Stand zu dem nächsten machen. Um jedoch diesen Pfad zu erreichen mussten wir einen “mächtigen” Fluss im Strand überwürfen. Dieser Stromschnellen waren so tief und reissen das einige von uns einfach beschlossen die Schuhe aus zu ziehen und mit drei oder vier mächtigen Schritten ihn zu durchqueren ohne sich die Knöchel zu benetzten.

Von dieser Exkursion erfolgreich und ohne Verluste wieder am Bus zurück, amüsierten wir uns noch über das Plumpsklo (Rules of the long drop) und besuchten den nächsten Stand in Whangamata. Hier hatte ich einen kurzen Plausch mit einem Fotografen mit Sessel und Stativ, der die verschiedene Surfer ablichtet. Danach ging ich noch etwas den Stand ab, bevor wir am die Tag Bergwerk in Waihi und das Wahrzeichen der Stadt, das alte Pumpenhaus besichtigten. Dort trafen wir noch eine andere deutsche Reisegruppe und warteten bis diese sich verdrückt haben, bevor Gabi noch ein paar Worte über den Tagebau und die Stadt im allgemeinen sagte.


The Rules of the long drop

Das Mittagessen nahmen wir am Waihi Beach im Flatwhite Beachfront Cafe entgegen. Oder versuchten es wenigstens, denn wir mussten fast eine Stunde auf unser Essen warten. Der Running Gag war, das es nur an meinen Cesar Salat gelegen hat, denn dieser müsste erst geerntet werden. Nach dem Essen wollten wir eigentlich noch an den Stand gehen, aber das Wetter begann umzuschlagen und es wurde stürmisch und kalt, weswegen wir hier nicht viel Zeit investierten. Nach einem kurzen Tankstop sind wir dann in Mount Maunganui angekommen und haben eine weitere kleinere Wanderung um den Berg Mauao gemacht. Das Wetter war immer noch etwas stürmisch und ich habe die 3,9 km Rundweg gerade so im Trockenen abgeschlossen. Denn aus dem leichten Tröpfeln wurde ein waschechter Regenschauer. Aber da wir alle im Bus auf dem Weg nach Whakatane waren, sahen wir das alle ziemlich entspannt.

In Whakatane bezogen wir unsere Hotelzimmer und zu meiner freude sah ich das ich einen Whirlpool im Bad hatte und ich plane diesen heute Abend aus zu probieren und mir die Lagen an Sonnencreme abzuwaschen. Denn trotz des etwas wechselhaften Wetters, war es dennoch immer noch den größten Teil des Tages immer noch recht Sonnig. Obendrein ist die Ozonschicht in neuseeland recht dünn und es wird empfohlen selbst bei diesigem Wetter Sonnencreme aufzutragen. Diese gibt es auch fast überall zu kaufen und beginnt erst bei faktor 50.

Wir bezogen unsere Zimmer und beinahe die komplette Gruppe traf sich bei dem Fish’n’Chips Laden, Gibbo’s on the Wharf, am Hafen, den Gabi uns empfohlen hatte. Da ich nicht genau wusste welchen Fisch ich nehmen sollte, bestellte ich das Skipper Menü mit dem Fisch des Tages. Es war sehr lecker, aber die Antithese von Diätessen.

Um 19:30 trafen wir uns alle nochmal mit Gabi vor der Rezeption und besprachen den Plan für morgen. Denn eigentlich wollten wir mit dem Boot auf White Island fahren, aber dank des starken Seegangs wollte der Skipper keine definitive Aussage geben und wollte morgen um 8 uns bescheid geben.

Tag 6 Whakatane – White Island – Whakatane

Gestern hatte ich im Whirlpool gebadet, weswegen ich erst heute morgen bemerkte, das ich wieder mal Dusch Yoga betreiben muss und nach meinen ungewollten Morgenübungen treffen wir uns zum Frühstück um 7:30. Dieses 5 Sterne “Motel” bietet normalerweise kein Frühstück an und es wurde extra für uns eines aufgetischt. Solange ich meinen Kaffee und mein Butterbrot mit Salz habe, bin ich eigentlich recht zufrieden, aber es gab Stimmen aus der Gruppe die sich etwas über das “spartanische” Frühstück beschwerten.

Es gab zweierlei sorten Toastbrot und einen Toaster der ewig brauchte zum Toasten. Dazu etwas Wurst und Käse, gebratene Tomaten und eine grau-braune Paste die aus Champignons bestehen soll (habe ich mir sagen lassen). Um kurz vor 8 kommt unser Guide Gabi dazu und bestätigt dass das Wetter gut genug für unseren Ausflug nach White Island ist und wir sollen uns alle um 9 Uhr vor deren Gebäude für die Sicherheitsbelehrung und Bezahlung treffen. Anstelle von einem Ticket bekommen wir einen Metalltrichter ca. 10 cm Durchmesser an der dicksten Stelle. Die Sicherheitsbelehrung besagt im Grunde nur “mach was die Crew sagt” und “wenn was schief geht Haftest du selber”. Normalerweise dauert die Fahrt etwa 45 bis 60 Minuten zur Vulkaninsel, doch dank des etwas rauen Wetters und einem Schwarm Delphine den wir auf dem Weg treffen brauchen wir mehr als doppelt so lange. Bevor wir mit dem Schlauchboot auf der Insel anlanden können, bekommt jeder von uns einen Hardhead (so ein gelber Arbeitshelm), eine Atemschutzmaske (bedeckt nur Mund/Nase) und eine Schwimmweste.

Der Transfer vom Boot auf das Schlauchboot und von dem dann an Land war schon etwas abenteuerlich bei der etwas rauen See, aber bei meiner Gruppe ging alles gut. Andere berichtete, dass sie einen nassen HInter bekommen haben.

Endlich auf White Island, haben wir nochmal eine Sicherheitsbelehrung bekommen, die man sehr einfach (und überspitzt) in zwei Sätzen zusammen fassen könnte:

  1. Halte dich an das was der Guide sagt.
  2. Wenn der Guide anfängt zu rennen, renn hinterher und geh da in Deckung wo er hinrennt.

Danach haben wir noch ein paar Bonbons bekommen, denn dank der Schwefeldämpfe kann sich der PH-Wert im Mund verändern und die Bonbons regen den Speichelfluss an um dies zu bekämpfen. Irgendwann hat es dann aber so stark im Hals gekratzt, dass ich freiwillig die Maske aufzog. Es war auch ein großartiges Erlebnis in einem aktiven Vulkankrater zu stehen, umgeben von Schwefeldämpfen und vom Schwefel gelb gefärbten Gestein zu “klettern”. Doch alle guten Dinge haben ein Ende und irgendwann haben wir wieder auf das Boot umgesetzt, bei dem jeder von uns ein Lunchpaket bekommen hat. Die Crew war auch sehr bedacht darauf niemandem zwei Pakete auszuhändigen, da diese nämlich abgezählt waren und wenn alle Pakete ausgegeben waren, bedeutet dies im Umkehrschluss dass Sie niemanden auf der Insel vergessen hatten. Das Lunch bestand aus einem Ei-Sandwich, einem Apfel, einem Süßen Kuchenstück, einem kleinen Stück Schokolade und einem Müsliriegel. Die Schokolade und den Riegel steckte ich ein (für schlechte Zeiten) und aß den rest.

Wieder im Hotel hatten wir eine knappe Stunde Zeit bis wir uns mit einigen Repräsentanten des hiesigen Maori Stammes Ngati Hokopū zu treffen. Im Hotel stellte ich auch fest, das es eine dumme Idee war heute morgen keine Sonnencreme aufzutragen, denn auf meiner Nase und im Gesicht habe ich doch etwas mehr Farbe abbekommen, trotz der starken Bewölkung heute. Das änderte ich sofort und cremte mich jetzt ein und dann war es Zeit sich auf zu den Maori zu machen. Als erstes haben wir das Essen, das wir später zusammen Essen werden, in einem traditionellen Erdofen “vergraben” und ich habe mich “freiwillig” gemeldet das Essen zusammen mit den erhitzten Vulkangestein zu vergraben. Nachdem diese Vorbereitungen abgeschlossen waren, mussten wir in unserer Gruppe erst noch einen Häuptling wählen, denn wir werden wie ein Stamm behandelt der zu Besuch kommt. Natürlich ist das Programm das wir durcharbeiten auf Touristen abgestimmt, aber nichtsdestotrotz mussten wir verschiedene traditionellen Zeremonien durchlaufen. Zuerst musste unser Häuptling (Wolfram) sich allen voran stellen, danach alle Frauen und dann erst alle restlichen Männer. Dann haben die Ngati einen Krieger abgesandt der erkunden sollte ob wir in Frieden kommen. Dies Umfasste das niederlegen eines Zweiges und einen Haka. Da wir aber ohne jede Kriegerische Absichten gekommen sind wurden wir und unsere Ahnen, die immer mit und hinter uns sind, mit einem Gesang in das Stammeshaus eingeladen. Zuvor mussten wir unsere Schuhe ausziehen und wurden danach mit einer kleinen Ansprache und Gesang begrüßt. Dies wurde von unserem Häuptling mit einer eigenen kleinen Rede erwidert und alle zusammen stimmten ein kurzes Maori Lied an, das wir kurz zuvor eingeübt hatten. Das haben wir aber auch nur mit Unterstützung hinbekommen. Daraufhin wurde uns die Geschichte des Stammes, auch unter zuhilfenahme der Holzschnitzereien des Stammes Hauses erklärt und haben eine kurze “award winning lightshow” gezeigt bekommen die Schwerpunkte des Stammes gezeigt haben. In dieser lightshow wurden einige Wahrzeichen erwähnt die wir auch mit einem kurzen Spaziergang besuchten. Dies war einmal ein Wasserfall, eine Höhle und ein großer Felsen. Der Felsen und ein Teil der Höhle wurde aufgrund von Land Erschließungsmaßnahmen gesprengt und sind nur noch in Ansätzen erkennbar.

Schließlich trafen wir uns zusammen zum Essen. Es gab Pute/Huhn, Schweinebraten, (britisches) Stuffing, Süßkartoffeln, Kürbis und einen Salat. Als Nachtisch gab es (britischen) pudding und custard (britische vanille soße). Als Verabschiedung wurde wieder eine Rede gehalten und ein Lied gesungen, auch von uns und wir sagen Stille Nacht, was wir erheblich besser hinbekommen haben.

Damit ist das offizielle Programm vorbei und die Gruppe löst sich auf, einige gehen noch in die Stadt in den Pub oder sonstwo hin um etwas trinken zu gehen. Ich gehe gehe ins Hotel um meine Tagebuch zu schreiben und kämpfe dabei mir der extrem schlechten und instabilen Internet.

Tag 7 Whakatane – Wanganui

Die Gruppe trifft sich zusammen zum Frühstück um 7 Uhr und ich bekomme gerade noch mit, wie eine junge Russin aus dem Raum von Gastwirt vertrieben wird, die versuchte sich einfach dazu zu schleichen. So gestärkt verabschieden wir uns von diesem Motel und kommen bei unserem nächsten Stop an, dem Wai-O-Tapu Thermal Wonderlandan. Wir hatten das Glück kurz vor dem großen Touristenansturm an zu kommen und so konnten wir relativ unbehelligt die verschiedenen Gebilde wie einen Giftgrünen Teich aus Arsensulfiden recht unbehelligt zu betrachten. Die Temperatur war etwas gefallen und so war die Dampfentwicklung ziemlich Stark. Was natürlich etwas Problematisch mit den Fotos wurde, da mein Kameraobjektiv ständig beschlug und ich das Putztuch im Bus vergessen hatte.

Als nächstes hielten wir für eine kurze Fotopause bei den Huka Falls am Waikato River und sahen einem, bis auf den Fahrer leeren Jetboat zu wie es einsam seine Runden drehte. Gefolgt von einer Fotopause in Taupo an einem Aussichtspunkt. Die nächste richtige Pause (30 Minuten) legten wir in Turangi ein, wo ich und ein paar andere von uns ein paar Sandwiches, Pies und Kaffee bei Turangi Bakery & Cafe kauften. Ich holte mir einen Bacon and Egg pie und ein Club Sandwich, wobei der Pie eindeutig besser als das Sandwich war. Kaum waren wir wieder auf der Straße, legten wir wieder eine kurze Fotopause mitten am Straßenrand im Tongariru Nationalpark (doc.govt.nz/parks-and-recreation/places-to-go/central-north-island/places/tongariro-national-park) ein um Mount Ngauruhoe (de.wikipedia.org/wiki/Ngauruhoe) zu bewundern. Das Licht stand gut und der Gipfel war leicht Schneebedeckt, was sehr majestätisch aus schaute.

Die Gegend wurde zunehmend einsamer, die Straße immer Enger bis sie ziemlich genau einer Serpentinenstraße entsprochen hat. Doch auch hier waren wir nicht komplett alleine, immer mal wieder kam uns forstwirtschaftlicher Verkehr entgegen, was unser Guide/Fahrerin Gabi souverän meisterte und dabei noch interessante Informationen von sich gab, bis wir in Pipiriki ankommen und nur mit Handgepäck auf ein Jetboot umsteigen. Die Temperatur ist weiter gefallen und das Wetter sah sehr nach regen aus. Aber wir wagten trotzdem noch unsere “Wanderung” zur “Bridge to Nowhere”. Zuvor luden wir natürlich noch unser Gepäck an der Lodge aus und fuhren dann nochmal 20 Minuten mit dem Jetboot weiter in ein Gebiet das sich am besten mit den Worten “Dschungel in einem grünen Grand Canyon” beschrieben lässt.

Aus der angekündigten Wanderung mit mittlerem Schwierigkeitsgrad wurde eher ein etwas ansprechender halbstündiger Spaziergang mit etwas unebenen Untergrund. An der Eigentlichen Hängebrücke, der “Bridge to Nowhere” angekommen gab es einen Kaffee / Tee und der Jetboot Fahrer erzählte uns etwas über die Geschichte der Region und was es mit dem Namen auf sich hat. In dem Gebiet, das heute alles unter Naturschutz steht, wurde früher in Parzellen aufgeteilt und Rückkehrern aus dem ersten Weltkrieg übergeben. Allerdings mussten diese es selbst erschließen, bebauen und bewohnen. Da jedoch nur die wenigsten über die nötigen Fähigkeiten und Mittel verfügten, hat es keiner länger als ein paar Jahre geschafft.

Der Vortrag musste jedoch abgebrochen werden, da ein leichter Nieselregen einsetzte, was den Bergweg recht schlammig und rutschig machte und auch die Rückfahrt mit dem Boot erschweren würden. Auch dies schafften wir recht souverän und kamen beinahe trocken in der Lodge an. Vor dem eigentlichen betreten, mussten wir aber auch hier unsere Schuhe ausziehen. Aufgrund der Verschmutzung kann ich das durchaus nachvollziehen, aber nur hat uns das keiner gesagt und beinahe sofort hatte ich kalte Füße. Der nächste “Schocker” war das nur der Versammlungsraum mit einem Holzofen beheizt war. Die drei Klos (mit Duschkabine) und alle Schlafräume waren nicht beheizt. Ich weiss nicht wie kalt es draußen war, aber es war genug das ich meinen Atem sehen konnte.

Nach dem Abendessen (verschiedene Salate, allerlei zu tode gebratenem Grillfleisch und Steam Pudding) blieben wir alle noch automatisch zusammen im Versammlungsraum (weil das der einzige beheizte Raum war) und unterhielten uns. Nach und nach verzogen wir uns alle auf die Zimmer, bis sich um 22 Uhr auch der Rest auflöste. Es gab nicht genug Zimmer und so teilte ich mir eines mit Wolfram, einer der zwei anderen Singles auf dieser Reise. Wir einigten uns wann und wer den Wecker stellt und ich baute mir eine kleine Bettenburg aus meinem und den nicht benutzten Bettzeug der anderen Betten. So hatte ich am Schluß zwei Kopfkissen und zwei Dicke und eine dünne Decke. Nach kurzen anfänglichen (sprichwörtlichen) schlottern wurde es angenehm warm und ich hatte eine überraschend gute Nachtruhe.

Nebenbei, der Name Bridge to Nowhere ist keine Übertreibung. Hier gibt es kein WLAN, Internet oder Handy Empfang. Die einzige Verbindung zur Außenwelt ist das Festnetztelefon und ein Satelliten Handy.

Tag 8 Wanganui – Wellington

Geplant war das wir uns alle um 7:30 zum Frühstück treffen, aber die Temperatur hat anscheinend so gut wie jeden weit früher aus den Federn getrieben und ich bin so ziemlich der letzte der um 7:20 ankommt. Davor hatte ich jedoch meinen Spaß bei der Morgentoilette, denn ich musste mich echt mit dem Klogang beilen, aus Angst hypothermisch zu werden. Das Bad ist nämlich gefliest, nicht beheizt und von einigen die schon geduscht hatten sehr feucht, was die gefühlte Temperatur noch weiter sinken lässt. Der nächste Kälteschock kam mir als ich meine Schuhe wieder anzog die sich über Nacht (vor dem Haus) in zwei metaphorische Eis-Gefängnisse verwandelten und meine kalten Füße eingekerkerten.

Das ganze Erlebnis mit der Lodge, der Bootsfahrt und der Wanderung war wunderschön. Nur die Temperatur und die dazugehörigen Umstände war ein leichter Dämpfer, den wir alle mit Gemecker zu kompensieren versuchten. Wir alle sehr zügig wieder abmarschbereit und fuhren mit dem Jetboot zurück, gerade noch rechtzeitig um die Sonne wieder zu begrüßen,  trotzdem war die Fahrt recht “frisch”.

Kurz vor 10 Uhr waren wir wieder im Bus und fuhren nach Jerusalem / Hiruharama bei dem Kloster der Sister of Mercy. Die hatten eine bezaubernde Kapelle, bei der sie Katholische und Maori Elemente verbunden haben.

Wir fuhren die Serpentinen weiter entlang, bis wir eine Zwangspause einlegen mussten, da vor uns die Straße gerade neu geteert wurde. Nach “offiziell” 10 Minuten, real aber eher so 20, konnten wir weiterfahren und kamen schließlich wieder in der “Zivilisation” an. Unsere Mittagspause legten wir in Whanganui ein, bei der wir erst eine Stunde Pause machen wollten, was aber auf zuruf von einigen auf 45 Minuten verkürzt wurde. Dieses Zeitpensum war schon recht sportlich und so schaffte ich es gerade mal so, mit ein kleines Japanisches Restaurant namens Momiji raus zu suchen und mir das Lunch Menu of the day (Karage Bowl) zu bestellen. Trotzdem wurde die Zeit etwas knapp und ich musste etwas schlingen um gerade noch eine zeitliche Punktlandung am Bus zu machen. Leider konnte ich das recht gut verschmerzen, denn das Karage war auch nicht das tollste was ich je gegessen hatte.

Gabi stellte uns vor die Wahl ob wir das Waireka Honey Centerbesuchen wollten, bei dem wir aber alle zustimmen. Entweder aufgrund des Ausblicks auf ein gutes Eis oder die Möglichkeit eines richtigen Kloganges, bei dem ich ganz an forderster Front war. Dies war nämlich das erste Klo seit gestern, bei dem ich keine Frostbeulen bekomme. So erleichtert habe ich dann noch einige der angebotenen Honige (mit einem kleinen Holzspachtel) getestet und mich zu einem kauf eines kleinen Gläschens Manuka Honigs und eines Manuka Eises verleiten lassen. Das lag wohl auch daran, das die im Verkaufsraum einen echten Bienenstock hinter einer Glaswand hatten, den wir bei seinem treiben zusehen konnten.

Schließlich sind wir in West Plaza Hotel in Wellington angekommen und wir alle verteilten uns auf unsere Zimmer. Zu meiner großen Freude ist dies das erste Hotel mit wirklich kostenlosem, schnellen und stabilen Internet. Nach kurzem Rumkramen stürze ich mich in das Stadtleben und erkunde die Innenstadt. Es ist gegen 17 Uhr und die meisten Geschäfte haben schon oder sind gerade dabei zu schließen. Ab jetzt haben eigentlich nur noch Supermärkte, Bars, Cafes und alles dazwischen offen.

Ich wollte einen dieser Supermärkte aufsuchen um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, bin jedoch beinahe sofort wieder rausgegangen, als ich gesehen habe dass die Schlange an den Kassen sich durch den Markt bis beinahe an den Eingang zieht. Also erkunde ich die Stadt weiter und bleibe bei Hey Ramen hängen. Ich habe noch nie in meinem Leben Ramen gegessen und so bestelle ich nach kurzem Beraten lassen, ein Tonkotsu Ramen. Das war auch richtig gut, nur leider konnte ich nicht lange verweilen weil der Laden auch gleich zugemacht hat. So erkunde ich die Stadt weiter und finde einen anderen Supermarkt bei dem ich meine aufgeschobenen Geschäfte erledigen kann, ohne Stundenlang an zu stehen. Nach dem verlassen des Supermarktes stolpere ich über das Restaurant Good Morning Vietnam und da das Ramen nicht so sättigend war, wie ich das gehofft habe, bleibe ich auch hier hängen. Bis jetzt hatte ich noch nie Vietnamesisch gegessen und ich wurde nicht enttäuscht, die sehr freundliche Bedienung benutzt mich gut. Ich hatte als Vorspeise frittierte Scheine Teigtaschen, gefolgt von Geschmorten Lachs mit Fischsoße und Schweinebauch. Als Getränk bestellte ich einen Vietnamesischen Kaffee, dieser wurde direkt mit einem Metall Filter in ein Glas mit Kondensmilch getröpfelt, aus dem ich es dann auch trank. Ich glaube das war der beste Kaffee den ich bisher getrunken hatte.

So gesättigt verzog ich mich zurück in mein Hotel um mein Reisetagebuch zu schreiben. Denn auf der Lodge im Nirgendwo, hatte ich kein Laptop dabei und habe nur Stichpunktartig Notizen ins Handy getippt.

Tag 9 Wellington

Der heutige Tag steht allen zur freien Verfügung und so stelle ich mir den Wecker um 6:30 Uhr, bin kurz nach 7 mit dem Frühstück fertig und wollte eigentlich auf den Mount Victoria wandern, als ich jedoch die Wettervorhersage kontrollierte war die doch recht Regnerisch. Aber die Wettervorhersage von einer App ist eine Sache, die Meinung eines Anwohners eine andere und so beriet ich mich mit dem Front Desk des Hotels, der prompt nach dem Wetter googlte und meine Befürchtung bestätigte, den ganzen Tag über ist mit Regen zu rechnen. Ich folgte der Empfehlung der Rezeption und bestellte mir ein Uber und fuhr direkt auf den Parkplatz der Aussichtsplattform von Mount Victoria. Kaum bin ich ausgestiegen fängt der Regenschauer so richtig an. Aber nochmal ein Uber bestellen um mich wieder runter fahren zu lassen, bin ich zu geizig und so wandere ich runter. Auf dem Mount Victoria gibt es verschieden Wanderwege und natürlich nehme ich den falschen und bin auf einmal auf der falschen Seite des Berges. Glücklicherweise treffe ich zwei Hundebesitzer beim Gassi gehen und frage diese nach dem Weg. Dank der guten Wegbeschreibung bin ich auf dem kürzesten und einfachsten Weg wieder runter in die Stadt und komme ziemlich durchnässt ich im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa an. Das macht leider erst in einer knappen Stunde auf und so quartiere ich mich erst einmal im Kaffee ein und trockne mich und meine Kleidung bei einem heißen Kaffee. Kurz vor der Öffnung gebe ich meinen Rucksack und immer noch nasse Jacke bei der Garderobe ab und kaufe ein Ticket für die geführte Tour. Die Tour Gruppe besteht komplett aus Mitgliedern meiner Reisegruppe, was mich sehr überrascht, da dies in keiner Weise abgesprochen oder geplant war. Aber bei schlechtem Wetter bietet sich ein Museumsbesuch an.

Nach der Tour verabschieden wir uns alle wieder und ich gehe nochmal alleine durch das Museum, bis mich ein Hungergefühl in die Stadt treibt und nach einer kurzen Google Suche stoße ich auf Hells Pizza. Alleine wegen dem Namen musste ich da schon hin. Für das Essen musste ich aber schon etwas arbeiten, denn der Laden war recht Versteckt war und ich ihn nur nach einigem Suchen fand. Was ich nicht verstanden hatte, war das sich die Pizzeria sich den Gastraum und Zugang mit einer Sportsbar teilt. Alle Pizzen sind entweder nach den Todsünden oder anders höllischen Themen benannt und ich entschied mich für Lust. Diese war mit Speck, Salami und allerlei anderen Leckereien belegt und sag extrem lecker aus. Aber ich muss gestehen, das die Pizza bestenfalls okay war. Sie war nicht gut, aber bei weitem auch nicht schlecht. Die Atmosphäre eine Sportsbar war für mich auch nicht wirklich einladend und so machte ich mich nach klurzer Rast auf um mit dem Cable Car zu den Botanischen Gärten zu fahren. Leider setzte mir das Wetter wieder einen Strich durch meine Planung und so flüchtete ich mich in die Cable Top Eatery auf einen Kaffee mit Blick auf den Hafen von Wellington. Obendrein war noch das Observatorium geschlossen und so beschloss ich als nächstes den Hafen selbst zu erkunden und nachdem der Regen wieder nachgelassen hatte, machte ich mich auf dem Weg. Am Hafen angekommen wunderte ich mich, warum mein Kopf so “kalt” und windig ist und bemerkte das ich meine Kappe irgendwo vergessen hatte. Also Kommando zurück und nach einem kurzen Fußmarsch fragte ich am Ticketschalter nach ob ich die vielleicht im Cable Car verloren hatte, die wussten jedoch von nichts und als ich sagte das ich die womöglich in der Eatery vergessen hatte, ließen die mich noch einmal kostenlos hoch fahren. Zum Glück hatten die in der Eatery meine Kappe gefunden und beiseite gelegt, nur hat es mich etwas gewundert das die Größe mir nicht mehr gepasst hat. Aber egal, ich hatte sie wieder und bin wieder vor Sonne, Wind und Regen (besser) geschützt.

Ich marschiere den Hafen ab und mache eine kleine Pause bei Gelissimo Gelateria auf einen weiteren Kaffee und ein “Yumyum” Eis direkt am Hafen und überlegte mir was ich als nächstes machen sollte. Es war mittlerweile kurz nach 16 Uhr und Wellington fing schon langsam an die Bürgersteige hoch zu klappen. Ich hatte auch keine Lust mehr noch groß durch die Gegend zu marschieren und so ging ich wieder ins Hotel um etwas zu entspannen und mein Tagebuch zu schreiben. In meinem Zimmer fand ich einen Zettel, das die Frühstücks- (6:30) und Abfahrtszeiten (7:30) für morgen geändert wurden.

Ich google etwas um zu entscheiden wo ich zu Abend essen werde und entscheide mich für Big Thumb, einem chinesischen Restaurant. Dort esse ich als Vorspeise steamed BBQ Pork buns und als Hauptgericht spicy garlic pork mit Reis. Das Hauptgericht wurde auf einem heißen Metall Teller serviert, so das das ganze Öl und Fett in alle Richtungen Spritzte und natürlich auch auf meine Brille. Das Essen an sich war ganz okay, aber nicht irgendwas besonderes. Zurück im Hotel bemerkte ich, daß ich meine Brillenputztücher zuhause vergessen hatte und so blieb mir nichts anderes übrig als zu improvisieren. Mit Handseife wusch ich die Brille und trocknete sie mit einem der Handtücher aus dem Bad.

Tag 10 Wellington – Endeavour Inlet, Queen Charlotte Sound

Der Tag beginnt um 5:30 Uhr mit dem piepen meines Handy-Weckers. Wir haben uns um 6:30 zum Frühstück verabredet und bis dahin muss ich noch die letzten Abreise Vorbereitungen treffen.

Beinahe die ganze Gruppe ist überpünktlich und belagert schon den Frühstücksraum, bevor dieser überhaupt frei gegeben ist. Womit unserer planmäßigen Abfahrt um 7:30 Uhr nichts im Wege steht. Heute steht ein Segeltörn auf dem Programm, weswegen wieder nur leichtes Handgepäck mitgenommen wird. Gegen 9 Uhr sind wir an Bord der Fähre (Interislander.co.nz) in Wellington und setzten auf die Südinsel in Picton über. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden und nach einigen Runden durch das Schiff suche ich mir ein Plätzchen in der Nähe einer Steckdose und organisiere mir einen Kaffee. Glücklicherweise gibt es auch hier WLAN und so chatten ich etwas mit der Heimat und schaue den treiben um mich herum zu. Ab und an spaziere ich durch durch die Gegend, mache ein paar Fotos oder lese etwas.

Kurz nach 12 kommen wir in Picton an und ich lasse erst einmal die Menschenmassen sich durch die Ausgänge kämpfen und versuche eher ein Klo zu erreichen, das von diesen Horden nicht blockiert wird. Wir treffen uns alle vor dem Ferry Terminal am Bus und fahren zu dem Hotel indem wir übernachten werden, nachdem wir von Törn zurück kommen. Mit unserem Handgepäck gehen wir in den Hafen und besteigen das Segelschiff Steadfast, unter Captain Florence. Unser Ziel ist das Punga Cove Resort, in dem wir heute nächtigen werden. Leider sind die Winde nicht mit uns und so müssen wir auf den Motor umstellen. Wie zum ausgleich sehen wir dafür einen Schwarm Delfine, die ganz dicht um unser Boot herum schwimmen und einen Seebären der einen Octopus frisst. Besonders der Seebär ist beeindruckt mich, da er den Oktopus so lange hin und her schleudert bis es in Mundgerechte Stücke zerreißt.

Gegen 17 Uhr landen wir im Resort an und beziehen unsere Hütten (meine ist Nr. 3). Die erste Amtshandlung von mir ist der Erbitterte Kampf eine Mörderisch große Fliege zu vertreiben. Danach kundschafte ich das Resort aus, damit ich mich später beim gemeinsamen Abendessen nicht verlaufe. Nebenbei mache ich noch ein paar Fotos, den die Sonne ist herausgekommen. Diese versuche ich auch etwas zu genießen, in dem ich mich vor meine Hütte setzte und einen Kaffee trinke. Den Kaffee brühe ich mir mit heißem Wasser aus Fertigpulver auf, der in der Hütte bereit liegt. Die erste Hürde ist jedoch den Wasserkocher zu befüllen, da er nicht unter meinen Wasserhahn passt und so sehe ich mich kurzerhand gezwungen die Dusche dementsprechend zu zweckentfremden. Die Kekse die auch in der Hütte zum verzehr bereit liegen, sind auf Ingwer Basis und eines der widerlichsten Dinge die ich jemals probiert habe, als ausgleichende Ungerechtigkeit ist der Kaffee auch nicht viel besser. Diese Geschmackskombination des Abgrundes aus den beiden muß man wirklich am eigenen Leib erlebt haben, da ich sie nicht zur genüge Beschreiben kann. Dafür ist die Aussicht auf die Bucht, den Dschungel und das Gezwitscher der Vögel wunderschön und ich genieße alles ohne Nahrungsaufnahme vor der Hütte. Um meinen Bedarf nach Kaffee zu befriedigen, trinke ich einen an der Bar / Bistro, hier gibt es auch das einzige WLAN, natürlich mit einer lachhaften Freimenge und abstrusen Preisen. Die Bar ist direkt am Wasser und hat einen noch besseren Ausblick als der von meiner Hütte.

Das Restaurant hier im Resort ist wider erwarten hervorragend und bestimmt auf Sterne Niveau. Leider ist der Service mit zwei Personen etwas schwach besetzt und ich musste mindestens eine halbe Stunde auf mein Getränk warten. Ich bestellte mir den warmen Waldorfsalat, den “Wild Fallow Deer from Marlborough” und als Nachtisch Salted Caramel Sundae. Mittlerweile war mir klar das die Eisportionen ist Neuseeland im Vergleich gigantisch ist, aber das der Nachtisch im Vergleich zum Hauptgericht nicht nur gehaltvoller, sondern auch füllender ist, war etwas unerwartet.

Nach dem Abendessen, das nicht nur gefühlte Stunden dauert, bin ich relativ kaputt wieder in meiner Hütte und will eigentlich nur noch ins Bett. Auf dem Weg zum Zähne Putzen wanke und stolpere ich durch mein Bad, bis mir auffällt, daß dies nicht an mir liegt. Die Bodenplatten sind unebenen und leicht gewölbt, weswegen ich ungewollte durch die Gegend taumel als ob ich betrunken wäre. Als ich dann endlich in die Nähe meines Bettes war, begrüßt mich eine tote Spinne auf dem Kopfkissen. Als leichter Insekten Phobiker brauchte es schon einiges an Überwindung das Kissen, samt Besatzer, vor der Hütte aus zu schütteln und mich zu überzeugen das ich es benutzen kann.

Tag 11 Endeavour Inlet, Queen Charlotte Sound – Picton

Wir treffen uns alle, wie gestern abgesprochen um 7:30 Uhr vor dem Restaurant zum Frühstück. Aber auch hier sind wir schneller als das Personal und wir müssen etwas warten. Was natürlich auf geringen Unmut des ein oder anderen von uns stößt. Neben den üblichen Rührei und Speck, süßen Stückchen, Pancakes, Toast, etwas Aufschnitt und Marmeladen (inklusive Marmite), gibt es auch die gar grässlichen britischen Würstchen. Natürlich probiere ich welche, nur um sicherzugehen das diese auch so schlecht sind wie ich sie in Erinnerung habe. Warum ich mir mehrere auf den Teller legte weiss ich auch nicht, aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Gegen 8:30 bemannen wir wieder die Steadfast und fahren zur Motuara Island. Dies ist ein besonderes Natur- und Vogelschutz-Gebiet und es ist nur erlaubt kurze Ausflüge dort zu unternehmen. Gegen 10 Uhr kommen wir an und beginnen unseren Spaziergang, vorbei an einer Kleintiersperre (wie bei Rindern, nur kleiner) und mehreren Ratten Fallen. Der Weg zum Ausgangspunkt ist gespickt von Pinguin Brutkästen, die auch größtenteils Besetzt sind und natürlich sehen wir allerlei Vögel (Robins, Kereru, Kakariki), die wir alle versuchen zu Fotografieren. Kiwis sehen wir leider keine, da die Nachtaktiv sind.

Nach einer knappen Stunde legen wir wieder Richtung Ship Cove ab. Unsere Fahrt wird von einem Schwarm Orcas unterbrochen und wir bemannen sogleich die Kanonen (Kameras). Die Sichtung spricht sich per Funk schnell rum und nach kurzer Zeit sind mehrere Boote um die Orcas. Einer der Orcas scheint ein Jungtier zu sein, das noch seiner Mutter folgt. Nach einer ca. Halbstündigen ad hoc Fotosafari fahren wir weiter und lassen die Tiere zurück, wir haben noch einen Zeitplan einzuhalten. Noch bevor wir anlegen setzt ein leichter Nieselregen ein. Leider fehlt uns die halbe Stunde, weswegen wir etwas flotten Schrittes zu dem Wasserfall, vorbei am Captain Cook Monument, marschieren. Natürlich machen wir wieder Fotos, legen aber vor 13 Uhr wieder ab. An Bord wurde über den Segelmast eine Regenplane gespannt, das wir etwas besser vor den Elementen geschützt sind. Danach gibt es belegte Brötchen und Nudelsalat, Wasser, Kaffee und süße Stückchen. Die Kuchen, einmal Schoko und Nuss sind (von Grace, der Frau des Kapitäns) selbst gebacken, extrem lecker und saftig. Da musste ich gleich ein Stück von jedem Essen. Diät ist nach dem urlaub wieder.

Ich unterhalte mich noch etwas mit Captain Florence über sein Boot und über Schifffahrt im allgemeinen, wobei ich schnell merke das er die Themen für mich als Uneingeweihten vereinfacht und so verständlich hält. Schließlich geht auch diese Schiffsfahrt geht zu Ende und gegen 16 Uhr kommen wir im Picton Yacht Club Hotel an und beginnen den Rest unseres Gepäck aus dem Bus zu holen und den Check In Prozess zu beginnen. Mit dem Zimmerschlüssel in der Hand, schleppe ich meinen Kram über eine Treppe in den Keller um dort mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock zu fahren. Als ich versuche mein Zimmer zu beziehen, werde ich von einem sehr erstaunten und überraschten Pärchen begrüßt die gerade selber ihre Koffer auspacken. Nachdem die beidseitige Verwirrung abgeklungen ist, schleppe ich also alles wieder umständlich an die Rezeption, nur um beinahe Kommentarlos einen anderen Zimmerschlüssel ausgehändigt zu bekommen. Anscheinend war ich nicht der einzige bei dem etwas nicht geklappt hat, denn Gabi (unser Guide) durchwühlt gerade Ihre Papiere und diskutiert auch mit der Rezeption, da anscheinend ein Zimmer für ein Paar aus unserer Gruppe vergessen wurde / fehlt. Ich wünsche ihnen viel Glück und schleppe zum dritten Mal mein Zeug die Trepper herunter zum Fahrstuhl, nur um im dritten Stock mein Zimmer zu suchen. Nach mehreren Minuten vergeblichen ablaufen des Ganges, komme ich auf die Idee dem Schild des Notausganges zu folgen und gelange in ein Treppenhaus, in dem eine weitere Tür auf dieser Etage ist, das zu einem anderen Gang führt. Natürlich alles nicht Beschildert. Einige Flure und Windungen später bin ich endlich in meinem neuen Zimmer. Zu meiner Freude lese ich in der Info Broschüre im Zimmer das das Internet kostenlos und unlimitiert ist, was aber komplett unbrauchbar ist, wenn man fast keinen Empfang auf dem Zimmer hat und selbst wenn, ist die Geschwindigkeit so niedrig das ich nicht mal die Google Startseite fehlerfrei aufbauen kann.

Um mich von dem Hotel etwas abzulenken erkunde ich die Stadt an sich und stelle schnell fest, das Picton ein glorifiziertes Kaff ist, das ohne die Fähren nur ein Fischerdorf wäre. Dies Spiegelt sich auch bei den Restaurants, Cafes und Bistros wieder. Fast das komplette verfügbare Angebot würde ich unter Junk Food kategorisieren, und entscheide mich bei dem einzigen Kaffee ein zu kehren das einen Salat anbietet. Der Salat war frisch, aber das Dressing war eher homöopathisch Dosiert. So bin ich im Anschluss noch am Supermarkt vorbei und habe mir ein Egg Sandwich gekauft. Gegen 19 Uhr komme ich zurück ins Hotel und frage die Rezeption wie das hier mit der Waschmaschine läuft. Ich habe zwar noch Kleidung für mehrere Tage, aber momentan habe ich die Zeit und Gelegenheit.

Ich weiss nicht ob es an meinem Englisch liegt aber irgendwie glaube ich das wir aneinander vorbei reden. Er erklärt mir großtrabend alle Abläufe, das man Münzgeld benötigt und alles Mögliche. Als ich dann fragte ob er mit Münzgeld geben könnte um die Waschmaschinen zu bezahlen, sagte er mir das er keines mehr hat. Er hätte bereits alles an andere Gruppen ausgegeben und ich sollte doch einfach zu dem Getränkeladen ein paar hundert Meter die Straße runter gehen und Geld wechseln. Ich war schon beinahe an der Tür bis mir die Idee gekommen ist die wichtigste Frage überhaupt zu stellen:

“Ist die Waschmaschine verfügbar?”

Die einsilbige Antwort (Nein) die er mir gab, hätte mir dieses komplette fünfminütige Gespräch erspart, hätte er mir diese Information am Anfang gegeben. Trotzdem bedanke ich mich und verabschiede mich auf mein Zimmer und verschiebe die Wäsche auf die nächste Gelegenheit. Hier bemerke ich andere Kleinigkeiten die mich etwas stören. Wie zum Beispiel das die Lampen Verkleidung, samt Glühbirne, am Bett fehlt oder das die Kleiderschranktür sich nur schließen lässt wenn keine Kleidung darin ist. Alternativ könnte man das Bügelbrett herausnehmen, dann lässt sich der Schrank auch schließen nur steht dann das Bügelbrett im Weg. Es sind auch zwei Fernbedienungen auf dem Zimmer, eine für den Fernseher und eine für den SAT Receiver. Glücklicherweise lassen sich die Kanäle über die für den Receiver steuern, denn die für den Fernseher funktioniert gar nicht. Um den Fernseher ein zu schalten musste ich die Knöpfe am Gerät selber betätigen und fasste prompt in eine dicke Staubschicht. Was mich etwas verwundert, denn der Rest des Zimmer ist sauber. Spätestens dann habe ich angefangen mir das Zimmer genauer an zu sehen und bemerkte das der Schrank in dem der Kühlschrank / Minibar verbaut ist, offenbar einen Wasserschaden hatte, da das Holz am Boden stark aufgequollen ist. Das linke Standbein des Schreibtisches ist stark verkratzt und der Stift fehlt (was bringt mir ein Notizbuch ohne Stift?).

Natürlich sind dies alles keine Mängel die das Zimmer unbewohnbar machen, aber Kleinigkeiten summieren sich auch und zeigen die Qualität des Hotels auf. Später als ich mich zur Nachtruhe begeben will, fällt mir auf dass das Zimmer nicht sehr gut Schallisoliert ist, denn ich höre recht deutlich das Wummern eines Generator, Kompressor oder so etwas in der Richtung. Trotzdem Schlafe ich ganz gut.

Tag 12 Picton – Motueka

Heute wurde kein Termin für das Frühstück festgelegt, sondern nur der Abfahrtstermin um 8 Uhr. Frühstück gibt es (erst) ab 7 Uhr und ich treffe beinahe die komplette Gruppe um kurz nach 7 an. Das für Neuseeland typische Frühstück war gut und bis jetzt das beste an diesem ganzen Hotel hier und so gestärkt krame ich noch etwas rum und gehe zur Rezeption zum Check Out und um der freundlichen Frau am Schalter meine Mängelliste zu geben. Irgendwann tut Sie mir auch irgendwie leid, denn immer wenn sie fragt “was there something else” und ich dies bejahte schaut sie immer verlegen. Aber sie schreibt alle meine Mängel und Beschwerden auf.

Die Abfahrt erfolgt in einem leichten Nieselregen, der jedoch im laufe der Fahrt zu unserem ersten Etappenziel aufklart. Die erste Rast ist die Brücke und Bach in Pelorus. Hier wurde die Szene aus den Hobbit Filmen gedreht, bei dem die Zwerge in den Holzfässern den Bach runter gespült wurden. Hier gibt es aber nicht so viel zu sehen und so machen wir uns schnell wieder auf die Bahn und halten nur noch einmal am Strand von Nelson, dem Tahunanui Recreation Reserve für eine Foto- und Klopause. Natürlich ist der Strand voller Möwen die sich untereinander kabbeln und dabei einen, für Ihre relative Körpergröße, lauten Radau machen.

Gegen 11 Uhr kommen wir unserem Tagesziel schon recht nahe, denn wir sind bereits in Motueka und bewundern das alte Schiffswrack von Janie Seddon im ehemaligen Hafen. Das Wolkige Wetter ist, entgegen jeder Vorhersage, strahlendem Sonnenschein gewichen und so kommt das alte Rost Gebilde sehr gut zur geltung und bietet sich als Fotomotiv an.

Unsere Mittagspause kommt etwas verfrüht am Motueka Sunday Market. Dank der recht düsteren Wettervorhersage fällt dieser aber recht klein aus, da sowohl viele Besucher als auch Schausteller nicht erschienen sind. Wir verteilen und auf kleinere Grüppchen, treffen uns aber alle bei dem einen Stand der deutsche Wurstspezialitäten anbieten. Einfach nur aus Spaß holt sich hier jeder einer der verschiedenen Bratwürste, da das restliche Essensangebot nicht wirklich groß ist. Die Wurst war gut, ich muss gestehen das mir meine Stamm Currywurst Bude in Wiesloch viel besser gefällt. In keinster Weise bedeutet das die Wurst schlecht ist, was auch von der langen Schlange vor dem Stand bewiesen wird, aber die Wurst ist unter der Masse an Senf kaum noch erkenn- und schmeckbar. Ich suche mir ein etwas schattiges Plätzchen, knabbern an meinem Bratwurst Brötchen und höre einem Mädel zu, wie es mit einer Elektrogitarre traurige Balladen singt, die mir entfernt bekannt vorkommen aber ich einfach nicht zuordnen kann. Ich würde der liebend gerne was in den Topf werfen, aber bis jetzt bin ich fast ausschließlich Bargeldlos klar gekommen und das letzten Kleingeld ist für die Wurst drauf gegangen. Als nächstes stoße ich auf einen Crepe Stand, aber der hat nur Süße Crepes und das einzige was Herzhaft ist sind Galettes und so kaufe ich ein Schinken-Käse Galette mit schwarzem Pfeffer. Das ganze wird auf einem Pappteller mit Holz besteck serviert und schmeckt überraschend gut, nur erfordert das Werkzeug viel mechanische Unterstützung, so dass ich beschließe es zu ignorieren und das ganze mit den Händen zu Essen. Auf der Suche nach einem Kaffee stoße ich auf einen Stand von einer (wahrscheinlich) engagierten Cosplayerin die selbst kreierte Steampunk-Accessoires verkauft und bei diesem (scheiß heißen) Wetter in vollem Kostüm ist. Ich komme mit Ihr kurz ins Gespräch weil sie Flucht-Heißluft-Ballons für 8 NZ$ verkauft, diese stellen sich einfach als beklebte Glühbirnen heraus stellt. Am hinteren Ende des Marktes finde ich einen Kaffee Stand der keine Schlange hat, bestelle mir dort einen und bekomme einen Stein als Token. Jetzt weis ich auch warum hier keiner ansteht, jeder bezahlt und bekommt einen Stein und erst jetzt realisiere ich das so gut wie jeder um mich herum auch auf seine Bestellung wartet. Nach so 15 Minuten warten wollte ich schon den Stein abgeben und gehen, da die Abfahrtszeit so gut wie erreicht ist aber werde vertröstet das der Kaffee gerade in der Mache ist. Also warte ich noch die 2 Minuten und renne dann mit dem Kaffee im Dauerlauf zurück zum Bus und schaffe es fast pünktlich zu sein und wir fahren mit leichter Verspätung weiter nach Kaiteriteri.

Dort angekommen steigen wir auf das Abel Tasman Sea Shuttle um und fahren etwa eine halbe Stunde lang in den Abel Tasman National Park um dort eine Wanderung zu machen. Auf Deck werden wir aber so dermaßen von der Sonne gebraten das ich beschließe mich neu ein zu cremen und bald macht meine Sonnencreme eine kleine Runde durch die Gruppe. Noch während der Fahrt schlägt das Wetter wieder um und Wolken ziehen auf. Gegen 13 Uhr kommen wir an unserem Ziel, Anchorage Bay, an und wir müssen durch ein kleines Bächlein am Stand waten, da durch einen Sturmschaden die Brücke beschädigt und unbenutzbar ist. Alle ziehen sich die Schuhe aus, aber ich habe meine wasserdichten Stiefel an und ich habe keine Lust den Rest des Tages Sand in den Schuhen zu haben, weswegen ich einfach so durchgehe. Sehr zur großen Belustigung der anderen, die mich fragen ob ich denn keine nassen Füße hätte. Die Füße sind trocken, trotz der mittlerweile recht desolaten Zustandes der Stiefel, es ist nur etwas Wasser von oben in den Stiefel rein gespritzt und meine Jeans sind leicht feucht.

Wir wollen zu dem Pitt Head Lookout auf dem Te Pukatea Track. Diese Wanderung ist etwas ansprechender, da sie mit zwei geplanten Stunden bis jetzt auf der längeren Seite ist, aber unsere Gruppe sprintet förmlich durch den Dschungel und so sind wir viel früher als Vorgesehen am Sammelpunkt und es bleibt uns nichts anderes übrig als noch etwas am Strand die Zeit tot zu schlagen und auf das Sea Shuttle zu warten. Mittlerweile ist die Temperatur wieder gefallen und die Wolken werden düster, vielleicht hat die Wettervorhersage doch recht gehabt. Aber mittlerweile glaube ich, dass die hier in Neuseeland eher ein grober Richtwert ist, als wirklich halte Realität.

Wie auf der Hinfahrt auch witzelt der Kapitän des Shuttles auf eine sehr charmante Art und Weise bei seinen Durchsagen und rät uns sehr auf den Arrow Rock (bei dem wir vorbeifahren und eines der Wahrzeichen ist) zu achten, denn wenn wir genau aufpassen würden wir merken das dieser nicht in den Herr der Ringe Filmen vorkommt. Auf der Rückfahrt sehen wir ein paar Seelöwen auf Adel Island, die natürlich von allen Fotografiert werden.

Heute haben wir eigentlich nicht so viel gemacht, trotzdem ist jeder recht kaputt und froh gegen 17 Uhr im Avalon Manor Motel zu sein. Kaum waren wir mit dem Ausladen unseres Gepäckes fertig, hat es auch ein Nieselregen eingesetzt.

Heute ist kein gemeinsames Abendessen vorgesehen, aber Gabi hat ein paar Restaurant Empfehlungen ausgesprochen und ich hatte mir von diesen das Chokdee ausgesucht. Nachdem ich mich in meinem Zimmer etwas eingerichtet und entspannt hatte, machte ich mich auf den kurzen Spaziergang in die Innenstadt. Auf dem Weg zu meinem Ursprünglichen Ziel bin ich am Lanna Thai vorbei gekommen und dort hängen geblieben. Ich wollte mich gerade von der Bedienung an einen Tisch begleiten lassen da spricht mich Wolfram (mein ehemaliger Zimmergenosse in der Lodge to Nowhere) wie aus dem Nichts an und lädt mich zu seinem Tisch ein. Dankend nehme ich an und setzte mich zu Ihm, da ich gerade direkt neben seinem Tisch stehe. Keine Ahnung warum, aber ich habe ihn nicht bewusst wahrgenommen.

Ich entscheide mich für das Im Angebot / Vorgeschlagene Set Special. Die Prawn Spring Rolls als Vorspeise und das Ginger-Stir-Fry Fish Fillet als hauptgericht. Beides ist richtig lecker, aber ich verzichte auf einen Nachtisch, obwohl der mich doch ziemlich angelacht hat. Aber die Portionen die hier bei Süßspeisen gereicht werden, sprengen jeden deutschen Rahmen. Stattdessen beschließe ich nochmal zum Supermarkt zu gehen, nachdem Wolfram und ich uns noch etwas unterhalten und verabschiedet hatten. Hier kaufe ich noch ein paar Himbeeren um die auf meinem Zimmer zu naschen. Ist günstiger und gesünder als diese Kalorienbomben.

Während des Essens wurde noch eine Katastrophen Test Benachrichtigung per Handy an alle (auch mich) verteilt. Die wurde schon seit Tagen im Fernsehen für heute angekündigt und so konnte ich zwei andere Deutsche und zwei älteres Frauen darüber aufklären, die offensichtlich nicht davon wussten und sehr verwirrt waren, was sie jetzt damit machen sollen. Besonders die Frauen bedankten sich herzlich bei mir, da die schon halb in Panik waren als die Handy Alarme im ganzen Restaurant losgingen.

Tag 13 Motueka – Punakaiki

Trotz dem konstanten Autolärm, da die Zimmer direkt an der Straße sind habe ich sehr gut geschlafen und hole mir das seit gestern im Kühlschrank präparierte Frühstück heraus, esse und sehe dem Regen dabei zu wie er auf unseren Bus fällt. Durch die letzten Tage bin ich schon etwas verwöhnt was das Essen betrifft und dies, vergleichsweise, karge Frühstück ist etwas ungewohnt. Glücklicherweise habe ich gestern vorgesorgt und ein paar Kirschtomaten gekauft, um es etwas aufzupeppen. Ansonsten hat das Zimmer alles was man so braucht, beginnen mit Toaster, Kaffee Presse, Herdplatte, usw. Das Internet im Avalon Manor Motel ist stabil und wenn auch etwas langsam, durchaus funktional. Zum Duschen muss ich mich durch ganze wütende Schwärme (drei oder vier einzelne Tiere, die lethargisch rumhängen) von Insekten kämpfen, da das Fenster zur Lüftung im Bad offen war. Meine heldenhafte morgendliche Konfrontation mit diesen Bestien vorüber, bereite ich mich so langsam auf die Abfahrt um 9 Uhr vor. Der erste Stopp ist am Hope Saddle Lookout gegen 10:15. Es ist immer noch etwas regnerisch und das Klo ist schon eine Stufe weiter als Abenteuerlich. In Neuseeland ist es normal, dass in Abgelegenen Gegenden nur Plumpsklos gibt. Aber in diesem sind ganze Bataillone von Insekten in jedem Lebenszustand (die meisten aber tot) unterwegs.

Am Riveres Cafe in Murchison legen wir ein verfrühtes Mittagessen gegen 11 Uhr ein, da dies die letzte Tankstelle / Kaffee für die absehbare Wegstrecke ist. Das Wetter hat überraschenderweise aufgeklärt und es ist angenehm warm. Wir decken uns alle mit Kleinigkeiten für den Tag ein und nutzten die Gelegenheit für eine kleine Planungspause, welche optionalen Touren wir buchen möchten, wenn wir in Queenstown sind.

An der nicht mehr existierenden Goldgräberstadt, die jetzt ein kleiner Rast- und Campingplatz ist, Old Ghost Road, machen wir die nächste Pause gegen 12:45. Wir erkunden etwas die Umgebung und es gibt dort eine sehr wackelige Hängebrücke über einen ca. 20-30 Meter tiefen Bach, die nur von 5 Personen gleichzeitig betreten werden darf. Das ist mir doch etwas zu abenteuerlich und lasse den anderen den Vortritt und suche mir stattdessen einen Weg direkt zum Bach hinunter, um dort ein paar Fotos zu machen. Natürlich sehen das die anderen und tuen es mir gleich und so tummelt sich bald die (beinahe) komplette Gruppe am Flussbett. Die nächste Foto Pause machen wir am Straßenrand des Bullet River, bleiben aber nur wenige Minuten. Da das Wetter aber so gut ist und wir “so gut in der zeit liegen” machen wir einen kleinen Umweg zum Cape Foulwind und starten eine Spontane Wanderung an der Küste gegen 14 Uhr. An unserem Ziel, der Parkplatz neben der Seal Colony, wird und Gabi mit dem Bus abholen. Das Wetter ist so gut dass wir uns alle unserer Jacken und Pullis entledigen und nur mit leichter Bekleidung die das gute Wetter genießen. Nach dem Fotoshooting der Seehunde kommen wir am Parkplatz an und ein guter Teil der Gruppe holt sich ein Eis an der Bude hier, bevor wir um 15:30 weiter fahren. Nähe Perpendicular Point am State Highway machen wir an einem unbenannten Lookout eine weitere Fotopause um die 16:15, bei dem wir aber auch nicht lange verweilen.

Kurz vor dem Hotel machen wir eine kurze Besichtigung der Pancake Rocks Blowholes gegen 16:30 und treffen zum ersten mal seit einigen Tagen auf eine Gruppe Asiaten, die im Pulk die Wege “verstopfen”. Morgen früh, wenn weniger los ist wollen wir nochmal ohne diese Menschenmassen hier vorbei schauen.

Eine abgebrochene Stunde später kommen wir an unserem heutigen Hotel, dem Punakaiki Resort an. Ich beziehe mein Zimmer und habe als ersten Probleme mein Handy zu laden, da keine der Steckdosen funktioniert, aber das Licht geht. In Neuseeland hat jede Steckdose einen kleine Kipschalter, aber der tut auch nichts. In der Broschüre suche ich die Nummer der Rezeption an und frage einfach ob es irgendwo eine Sicherung gibt die ich betätigen muss. Die Kommunikation über das Telefon stellt sich doch als etwas erschwerlich heraus denn die gute Frau am anderen Ende schmatzt dermaßen das ich bestimmt vier oder fünfs mal nachfragen muss bevor ich überhaupt die Antworten als Sprache interpretieren kann. Das einzige was ich unmissverständlich mitbekomme, waren die “Motivations Seufzer”. Diese lassen sich ohne viel Fantasie als “Dämlicher inkompetenter Tourist, der das System nicht versteht” interpretieren. Nach einigen Minuten versuchter Kommunikation kapiere ich, das man den Schlüssel neben der Tür in eine entsprechende Vorrichtung einstecken muss. Dies kannte ich auch bereits von anderen Hotels, aber da wird dann immer alles abgeschaltet, auch die Beleuchtung. Aber egal, jetzt beginne ich erstmal mein Handy Akku zu laden und bemerkte das ich hier im absoluten Funkloch. Dafür gibt es hier ein großzügiges WLAN Kontingent von 1 GB und alles weitere muss über die Rezeption erworben werden. Mit anderen Worten, die Preise sind so wahrscheinlich exorbitant, dass sie sich gar nicht trauen die auf die Webseite zu schreiben.

Das Zimmer an sich ist vom Aufbau her sowieso etwas speziell, denn auf dem Schreibtisch wurde wunderbar zentral der Fernseher hingestellt, so das ich Probleme habe Platz für meinen Laptop, Foto- und Handy Ladegeräte zu finden. Dafür ist der Ausblick auf das Meer sehr hübsch.

Beinahe die ganze Truppe fährt gemeinsam zum Abendessen zum Pancake Rock Cafe. Ich esse eine Meat Lovers Pizza, die zwar gut schmeckt aber nicht so wirklich sättigend ist. Weswegen ich mir noch ein paar Pancakes als Nachtisch bestellte, wenn ich schon am gleichnamigen Felsen bin, das sollte man das schon so machen. Noch während wir auf unser Essen warten, fliegt eine Möwe durch die Eingangstür in das Cafe und lässt sich nur schwer wieder vertreiben. Laut der Bedienung ist diese Möwe ein “Dauergast” und jagt nach Essensresten. Selbst nachdem diese erfolgreich verjagt wurde, taucht die immer wieder auf in der Hoffnung was zu erbeuten.

Nach dem Essen spazieren wir gemütlich zurück zu unserem Hotel, vorbei an einigen von der Meeresluft verrosteten Installationen und beschließen noch auf einen kleinen Absacker in die Hotelbar zu gehen. Aber hier bleibt auch niemand mehr so lange und nachdem wir alle ausgetrunken haben, verabschieden sich nach und nach die Leute auf ihre Zimmer.

Tag 14 Punakaiki – Fox Glacier

Nach dem, leider beinahe schon routinierten, Dusch-Yoga trete ich aus der Duschkabine heraus und direkt in eine Pfütze. Offensichtlich ist die Tür der Kabine nicht dicht und Wasser ist ausgetreten. Aber da ich heute weiter fahre, werde ich das beim Check Out einfach an der Rezeption melden, gleich nachdem ich noch meine Zeche von gestern Abend beglichen habe. Ich habe mein Laptop mit meinen Fotos befüttert, die ich gerne noch in die Cloud sichern möchte, aber wenn ich den Schlüssel aus der Steckvorrichtung ziehe, geht die Sicherung raus. Also überbrücke ich kurzerhand diese dämliche Vorrichtung mit einem Löffel aus der Küche, was überraschend gut funktioniert. So kann ich bedenkenlos Frühstücken und mein Laptop geht der Akku nicht aus.

Wir treffen uns wieder zum gemeinsamen Frühstück, aber diesmal werden wir von der Bedienung auf einzelne Tische verteilt. Das Frühstück an sich ist das reguläre Neuseeländische Frühstück, mit dem einzigen Unterschied, das der Kaffee etwas dünn ist und nicht so richtig schmeckt. Obendrein sind unsere Tische mit einem Schildchen “ANZ Safari” markiert. Das regt eine leichte Diskussion an, da ANZ der Lokale Reisegruppen Anbieter ist, aber so gut wie jeder von unserer Gruppe bei einem anderen Reisebüro / Vermittler gebucht hat.

Pünktlich um 9 Uhr, nach dem mittlerweile semi-routinierten Koffer-Tetris fahren wir los, nur um wenige Minuten später den ersten Stop am Truman Track einzulegen. Dieser führt durch ein kleines Stück Dschungel direkt an den Stand, auf dem wir so gute wie alle gleich rumkraxeln. Das Wetter ist so warm und sonnig, das ich meinen Pulli wieder ausziehe und meine dünn aufgebrachte Sonnencreme auf bessere. Eine knappe Stunde später fahren wir weiter, nur um wieder kurz darauf (gegen 10:20) eine Fotopause an dem Strongman Mine Memorial Parkplatz zu machen. Dieser bietet eine hervorragende Sicht auf die Küste, was auch ein paar Asiaten mit ihrem Mietwagen bemerkten und diesen einfach mitten in der Einfahrt des Parkplatzes abstellen und alle fröhlich Fotos machten. Als Gabi den vermeintlichen Fahrer darauf ansprach winkte der leicht verächtlich ab und meinte er würde gleich weiter fahren, was er dann auch schließlich tat. Der nächste größere Aufenthalt ist bei der Westland Greenstone Factory in Hokitika um kurz nach 11. Diese schneiden, schleifen und verarbeiten Neuseeländische Jade. Wir bekommen eine kleine Tour durch die Arbeitsräume, aber da ich selber (vor sehr langer Zeit) ein Praktikum als Edelsteinschleifer in Idar-Oberstein gemacht habe, war das alles nichts neues für mich. Trotzdem war es interessant und wir alle durchforsten den Laden nach Interessanten Dingen und so wie ich das gesehen habe, wurden einige auch Fündig. Ein paar hundert Meter die Straße runter ist das National Kiwi Centre, bei dem wir einen Gruppenrabatt bekommen haben. Hier gibt es eine kleinen Zoo mit ein paar hiesigen Tieren, wobei das Highlight natürlich zwei Kiwis sind. Die sind Nachtaktiv, weswegen der ganze Raum abgedunkelt ist, was wiederum dafür sorgt dass ich eigentlich nur bewegte Schatten in der Dunkelheit gesehen habe. Oder Übersetzt … nichts. Kiwis sind sind etwa Fußball groß und damit weit größer als ich mir einbilde. Sie sind extrem Schreckhafte Fluchttiere, weswegen absolutes Fotoverbot herrscht (ohne Blitz wird sowieso kein Foto was in der Dunkelheit). Erst einen Raum weiter haben wir einen präparierten Kiwi gesehen, so das ich auch endlich mal einen unter normalen Lichtverhältnissen gesehen habe, auch wenn der nicht mehr gelebt hat. Die nächste erwähnenswert Attraktion war das Crayfish-Angeln (Flusskrebse), da machte ich natürlich gleich mit und schnappte mir eine Garnrolle und spießte ein kleines Stück Fleisch auf den Angelhaken. Den ließ ich dann in einen Swimmingpool großes Wasserbecken, in dessen Mitte eine kleine Brücke war auf der ich angelte. Das Ziel ist es, wenn einer anbeißt ihn vorsichtig mit der Leine hoch zu ziehen (so lange er in das Fleisch beißt), ihn in einen flachen Eimer zu packen, eine Foto zu machen und ihn dann vorsichtig wieder zurück in das Becken zu geben. Aber anscheinend waren die alle entweder schon Satt oder hatten keine Lust, denn nichts hat sich um meinen Köder geschert, bis ich schließlich aufgab.

Zu unserem verabredeten Weiterfahrt-Termin hatte ich noch etwas Zeit, weswegen ich mir beim Cafe um die Ecke eine Kaffee holte und diesen in der Sonne auf einer Bank neben dem Bus genoß. Die Abfahrt verzögerte sich leicht, da jemand aus der Gruppe kurzzeitig seine Kamera verloren hatte, ein anderer seine Frau und unser Guide die Autoschlüssel. Aber wir alle hatten ein Happy End, da alles was verloren ward, wieder gefunden wurde. Die Unbeteiligten (wie ich) nutzten diese unerwartete Zwangspause um ein Eis zu essen.

Die Mittagspause legten wir in Harihari um 13:30 beim Hunter Gatherer – Wholefoods Coffeehouseentgegen. Die Auswahl war begrenzt aber alles sah sehr gut aus, leider war ich als erster an der Reihe und so hatte ich den Psychologischen Druck der Gruppe hinter mir eine schnelle Entscheidung zu treffen und hatte nicht die nötige Zeit das Angebot ausreichend zu begutachten und entschied mich einfach für die vorgeschlagene Pizza. Die Pizza schmeckte auch hervorragend und war wunderbar auf einer kleinen Holzplatte angerichtet. Wenn das Stück doch nur größer als ein kleines Toastbrot gewesen wäre und so sah ich leidvoll auf diejenigen die sich einen Salat bestellt hatten. Die hatten eine ordentliche Portion und so war ich fast schon gezwungen, noch ein kleines Stück Zitronenkuchen zu kaufen, um meinem Hunger zu stillen.

Die nächste Fotopause legen wir gegen 15 Uhr am Lake Mapourika ein und wundern uns woher dieser Gischt-Ähnliche Nebel herkommt, den wir in der Entfernung sehen. Auf dem hiesigen Bootssteg hat, laut Gabi, ein bekannter Fotograf ein Foto geschossen und so versuchen wir alle dies nachzustellen. Natürlich ohne jemals das Original gesehen zu haben, das wäre auch viel zu einfach. Kurz darauf legen wir in Franz Josef, der gleichnamige Ort zu dem hiesigen Gletscher einen Tankstopp ein. Hier auf der Südinsel Neuseelands muss man die schon recht gut planen, da locker mal mehr als 100 Kilometer zwischen zwei Tankstellen liegen können. Als wir den Ort verlassen und über die Brücke über den Waiho River fahren, sehen wir dass diese “Staubwolke” vom Waiho River ausgeht. Was das aber genau ist, weiss keiner von uns so genau. Um 15:35 machen starten wir einen kurzen Spaziergang zu Sentinel Rock von dem aus man einen sehr schönen Blick auf den Franz Josef Gletscher hat. Wieder Mal merkt man das dies ein Touristen Hotspot ist, da die Touris hier Busweise angekarrt werden und das neben uns eine andere deutsche Reisegruppe geparkt hat. Von denen Busfahrer erfährt Gabi auch nach einem kleinen Plausch, das die Hubschrauber-Rundflüge heute unterbrochen werden mussten, da jemand trotzdem sehr deutlich ausgeschilderten Drohne-Flugverbot eine hat fliegen lassen. Das hat wiederum zwei vom Department of Conservation auf den Plan gerufen die den Drohnen Piloten suchten um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

Unsere Rundflüge sind für morgen Früh geplant, weswegen wir uns auch gerade zu deren Büro aufmachen um zu klären ob das Wetter für morgen mitspielt, wann wir eingeplant sind und wie unsere Gruppierungen sind. Anscheinend gibt es auch eine relativ neue Verordnung, das die Passagiere gewogen werden müssen, um sicherer zu gehen das die maximale Traglast nicht überschritten wird. Ich frage mich wirklich welche Fett-Titan induzierte Katastrophe wir das zu verdanken haben, denn auf den Horror-Anblick meines Gewichtes hätte ich gerne verzichten können. Aber ich denke das dieses erhöhte Gewicht hauptsächlich von meinen schweren Stiefeln, Kleidung, der Gürteltasche mit der Powerbank, Handy, Wifi Hotspot oder genereller Messgenauigkeit kommt. In keinster Weise liegt das an meinem unvernünftigen Essverhalten in meinem Urlaub. Niemals. PUNKT!

Auf jeden Fall bekommen wir die Bestätigung das die Flüge stattfinden und wir morgen um spätestens um 7:40 bei dem Büro sein sollen.

Das nächstes auf der Tagesordnung ist der Check In in unserer Unterkunft, dem Lake Matheson Motels, Gabi verteilt uns auf unsere “Zimmer” bei denen die Schlüssel schon stecken sollen. Bei meinem ist die Tür offen und kein Schlüssel steckt, da ich aber schonmal auf dieser Reise ein bereits besetztes Zimmer versucht habe zu beziehen, prüfe ich das Zimmer (vorsichtig) nach etwaigen Bewohnern. Nachdem ich keine antreffe und keine Anzeichen von ihnen finde, lade ich erstmal mein Gepäck ab und kläre die Situation mit der Rezeption. Die Rezeptionistin ist gerade im Gespräch mit einem amerikanischen Pärchen, die offensichtlich mit der Gesamtsituation Ihrer Existenz überfordert sind und explizite Anweisungen benötigen. So explizit, das die Rezeptionisten beschließt sie zu ihrem Zimmer zu eskortieren. Ich warte eine kleine Weile bis sie die beiden abgefertigt hat und wir uns meinem Problem widmen und lösen können.

Da das Wetter so gut ist und die Sonne hier erst gegen 21 Uhr unter geht, wird eine spontan Wandetrung um den Lake Matheson ohne festen Abfahrtstermin beschlossen. Da sich mein Check In, Ankommen und Klogang aber so dermaßen verzögerte, sind die beinahe ohne mich losgefahren. Aber ich schaffte es doch noch als letzte auf den Bus zu springen und so machten wir eine Individual Wanderung um den Lake Matheson und wollten uns (spätestens) um 18:45 wieder am Bus treffen. Die Sonne stand schon relativ niedrig, was natürlich für viele Fotos anregte. Eines der Highlights ist der Jetty Viewpoint, an dem man normalerweise die Reflektion von Mount Cook im Wasser fotografieren kann, aber heute ist es zu windig dafür. Nachdem ich mich durch gefühlte heerscharen von Chinesen kämpfe, die laut schnatternd im Pulk durch die Gegend marschieren, treffen wir uns beim Bus und fahren beinahe geschlossen zusammen Essen. Wir einigen uns schließlich auf das Cafe Nevé und ich bestelle mir einen Chicken Ceasar Salad. Der war auch vorzüglich, nur war das Dressing etwas ungleich verteilt und ich musste das ganze erstmal ordentlich mischen, was natürlich die hübsche Anrichtung vernichtete. Nachdem wir alle aufgegessen hatten (gegen 20 uhr), verabschiedete ich mich, da ich endlich mir die Sonnencreme abduschen möchte und morgen der Tag doch schon wieder relativ früh beginnt. Ganz zu schweigen, das ich noch mein Reisetagebuch schreiben muss..

Tag 15 Fox Glacier – Queenstown

Der Tag beginnt als mein Wecker um 6 rappelt und ich etwas schlaftrunken mein bereits vorbereitetes Frühstück aus dem Kühlschrank holen will. Dabei winkle ich das Tablet aber etwas steil an und die kleine Flasche mit dem Orangensaft fällt vom Tablett. Um die Situation noch aufzuwerten, war auf der Flasche keinen Deckel und so spritzte beinahe der komplette Inhalt der Flasche quer durch die Küchenzeile. Ich rollte einen gefühlten halben Kilometer des Klopapiers in Nanobereich Stärke ab und wischte in mehreren Anläufen die ganze Bescherung weg, jedenfalls so gut es eben geht. Den Rest des Frühstücks schaffte ich ohne weitere Zwischenfälle zu mir zu nehmen. Die nächste herausforderung war das Rasieren, denn der Spiegel im Bad war so niedrig das ich nur meine Schultern sehen konnte, also stellte ich einen der Hocker aus dem “Wohnzimmer” in das Bad und setzte mich darauf, um mich ohne Bandscheibenvorfall rasieren zu können.

Dank dieser Verzögerungen wurde die ursprünglich sehr freizügig kalkulierte Zeit bis zur Abfahrt doch etwas knapp, schaffte es aber dennoch pünktlich zu sein. Wenige Minuten später waren wir am Shop des Hubschrauber Unternehmens, The Helicopter Line Fox Glacier und erhielten farbige Armbändchen. Jede Farbe repräsentierte eine andere Gruppe und auf dem Bändchen waren unsere komplett falschen und überzogenen Gewichte und unser Sitzplatz notiert. Obendrein gab es mal wieder eine Sicherheitsbelehrung, die man auch recht einfach in drei Sätzen zusammen fassen könnte.

  1. Kein Hi-Five von Rotorblättern die in Bewegung sind. Die müssen sonst geputzt werden.
  2. Bleibe immer im Blickfeld des Piloten und immer vor dem Hubschraube. Wegen dem putzen und so.
  3. Halte dich an die Anweisungen des Piloten und lasse gesunden Menschenverstand walten.

Aber natürlich war das etwas ausführlicher und umfangreicher um es auch den Versicherungen gerecht und “Amerikaner Sicher” zu machen. Ich meine es hat einen Grund warum in den USA “Achtung heiß” auf fast jedem Kaffeebecher steht.

Wir wurden mit kleinbussen an den Hubschrauberlandeplatz gefahren, in drei Hubschrauber verteilt und dann ging es auch schon los. Das ging alles so schnell das ich meine Höhenangst komplett vergessen hatte und keine 10 Minuten später waren wir auf dem 13 Kilometer hohen Fox Gletscher. Ich bin davon ausgegangen dass es hier sehr kalt ist, meiner Erwartung zum trotz war es windstill und die Sonne so kräftig das recht schnell warm wurde. Alle Hubschrauber landeten jeweils mit etwas Abstand in einer Reihe und wir stapften immer in Reichweite des, immer noch laufenden, Hubschraubers durch die Gegend und machten jede Menge Fotos. Wir hätten alle noch länger hier oben bleiben können, doch schließlich mussten wir wieder einsteigen und zurück fliegen. Auf dem Rückflug wurde mir auch etwas mulmig und ich erinnerte mich das ich ja eigentlich Höhenangst habe, trotzdem blieb das mir so bekannte Schwindelgefühl aus. Nicht das ich es vermissen würde.

Nach so einem tollen Erlebnis und mit etwas mehr Adrenalin als üblich in unseren Kreisläufen schnatterten wir wie die Gänse und mussten vom Landeplatz vertrieben werden, so das die Hubschrauber wieder Abheben konnten und zum nächsten Kunden fliegen. Wir verbrachten auch nicht mehr allzu lange und fuhren gegen 8:30 auch weiter. Eine Stunde später machten wir unseren ersten Fotostopp des Tages am Campingplatz von Lake Paringa, Gabi warnte uns vor Sandmücken, die hiesige stechende Plage und es dauerte wirklich keine Minute bis ich den ersten an mir kleben hatte. Dies dämpfte meine Begeisterung über die Szenerie erheblich und ich beeilte mich meine Fotos zu machen und nahm schleunigst wieder Deckung im Bus. Trotzdem wurde ich in den wenigen Minuten mindestens ein halbes dutzend Mal gestochen, dämliche Drecksviecher. Die Camper hier müssen ziemlich harte Hunde sein um das freiwillig über sich ergehen zu lassen. Ich hatte bereits nach dem zweiten Stich Gewaltfantasien die Mücken und Flammenwerfer umfasste.

Die Nächste Fotopause legten wir um 10 Uhr am Knights Point Lookout am Haast Highway ein und trafen dort auf eine Horde von (mittelalterlichen) Bikern auf Harleys, die hier rasteten und genau wie wir alles Fotografierten. Der nächste Anlauf um unsere immer hungrigen Fotoapparate zu befriedigen war der Strand bei Ship Creek. Wir machten einen kleinen Spaziergang am Stand und einige sahen Delfine im Meer, ich konnte jedoch keine finden und kurz darauf ging es weiter. Kurz vor 12 Uhr machten wir eine Pause an den Thunder Creek Falls, zusammen mit drei anderen Großen Bussen und vielen PKW. Einer der Busse scheint voller amerikanischer Rentner gewesen zu sein, denn ein guter Teil von denen hinkt an Stöcken oder Krücken durch das kurze Waldstück und ich bewundere die ein wenig das die in ihrem Alter noch Bereit (und in der Lage) sind so eine Reise zu unternehmen.

Unsere Mittagspause wollten wir eigentlich in Makarora gegen 12:40 machen, aber nachdem hier zwei Große Busse und mindestens 100 Leute bereits Schlange stehen, machen wir beinahe auf dem Absatz kehrt und fahren weiter. Die Stimmung im Bus ist durch das verschobene Essen etwas angespannt, aber im Laufe der nächsten Fotostopps am “The Neck” beim Lake Hawea gegen 13 Uhr und dem Lake Hawea Lookout kurz danach relativiert sich das wieder. Am Lookout treffen wir übrigens die Dänischen Biker wieder, die auch eine Pause eingelegt und mit ihrer Horde von Motorrädern mindestens zwei Busparkplätze belegen und so das parken eines ankommenden Busses verhindern und ihn zur weiterfahrt zwingen.

Unser zweiter Anlauf der Mittagspause starten wir in Wanaka, nachdem Gabi den Bus am Stand auf den Parkplatz abstellt und wir uns dort in einer Stunde wieder treffen. Hier gibt es jede Menge Bars, Cafes und Restaurant unter denen wir wählen können. Aber Ich habe das Problem, das die entweder zu voll sind, total überteuert oder viel zu “Hip” für mich sind und so entscheide ich mich in den hiesigen Supermarkt zu gehen und mir ein Sandwich zu kaufen. Dumm nur das die alle aus sind und ich mich kurzerhand eine alternative suchen muss. Aber so gut wie alles hier ist eher nicht auf der Niedrig Kalorien Front und so habe ich eigentlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Schließlich entscheide ich mich für einen warmen Mince and Cheese Pie. Es steht auch nicht drauf was das für ein Fleisch ist und da ich der Meinung bin dass in den meisten Fällen Unwissenheit eine Tugend ist, belasse ich es auch dabei. Dies war mein erster Mince Pie und ich glaube dies wird auch der letzte für die absehbare Zeit bleiben. Auf jeden Fall beschließe ich mein frugales Mahl direkt an der Strandpromenade, bei gefühlten 25 Grad im Schatten, zu mir zu nehmen. Die Sonne ist so intensiv, das ich beschließe meinen Sonnenschutz auf zu frischen und beobachte dabei wie irgend jemand seine Drohne über den See fliegen lässt. Dies scheinen aber die hiesigen Möwen gar nicht leiden zu können und so stürzt sich immer wieder ein Schwarm auf die Drohne und vertreibt sie.

Der erste Stopp den wir einlegen ist kurz hinter Wanaka, dem so genannten “Bradona” oder Cardrona bra fence. Irgendjemand hat um 1999 herum einen BH auf einen Zaun gehängt und nach und nach wurden das immer mehr. Schließlich wurde es so eine Attraktion das es regelmäßig zu Unfällen gekommen ist, da es keine Parkmöglichkeiten gab und so wurden alle BHs an einen Ort ein paar hundert Meter die Straße runter verlegt und als Bradona getauft um auf Brustkrebs aufmerksam zu machen.

Die Fotostopps kommen wieder kurz aufeinander und so sind wir kurz nach 15 Uhr am historischen Cardrona Hotel und finden dort eine genauso (auf Uhrig gemachte) Tesla Ladestation. Keine halbe stunde später sind wir am Crown Range Road Scenic Lookout und genießen den überragenden Blick unter anderem auf Queenstown. bevor wir jedoch in unserem Hotel einchecken können, machen wir einen kleinen Tankstopp in Frankton (einen Vorort von Queenstown) und sind gegen 17 Uhr im Scenic Hotel und beziehen unsere Zimmer. Ich krame etwas rum und erfrage an der Rezeption wie das mit der Wäsche Waschen funktioniert und kaufe die entsprechenden Token und Waschpulver, aber entschließe mich erst die Stadt etwas zu erkunden. Queenstown ist eine sehr Lebhafte Stadt und an jeder Ecke ist irgendwas los und das Angebot an Bars und Ähnlichem ist Überwältigend. Als mich dann doch schließlich der Hunger heimsucht, entscheide ich mich für die “The Ballarat Trading Co”, da dies einer der ruhigeren Lokalitäten scheint und esse einen Cesar Salat, der wirklich sehr lecker ist. Nur als ich einen Espresso danach bestellte musste ich recht lange warten und der Löffel zum umrühren kam erst nachdem ich den Espresso getrunken hatte um zu verhinder das er ganz auskühlt. Bevor die Party Zeit gegen 20 Uhr richtig los geht, verziehe ich mich auf mein Zimmer.

Tag 16 Queenstown

Der heutige Tag steht zur freien Verfügung, aber ich konnte mich einfach nicht Entscheiden was ich gerne machen wollte, das Angebot ist einfach zu groß und das was mich Interessiert ist einfach zu teuer. Weswegen ich mich schließlich für eine Radtour entscheide. Ich gehe um 7:30 zum Frühstück und werde von der Bedienung im Frühstücksraum gleich zurecht gewiesen das unsere Gruppe ab 8 Uhr eingeplant wäre. Davon wusste ich allerdings nichts, wahrscheinlich weil ich gestern beim Check in zu weit hinten stand und es nicht mitbekommen habe. Ein paar von unserer Gruppe haben eine früherer Reservierung, da sie Touren haben die früh beginnen und so setzte ich mich einfach zu denen an den Tisch. Die bleiben auch auch nicht viel länger, weil sie gleich abgeholt werden. Wenige Minuten nachdem sie den Tisch räumten kommt der nächste von uns und setzt sich zu mir. Es scheint sich ein gewisser fliegender Wechsel an diesem Tisch zu etablieren.Ich hatte mir anhand der unzähligen Info Broschüren ein Fahrradverleih Unternehmen raus gesucht und suche das auf, was ich aber nicht bedacht habe, ist das kurz vor 8 Uhr so gut wie nichts offen hat. Glücklicherweise bin ich anscheinend gerade im “Fahrradverleih Viertel” und so gehe ich zu dem einzigen Laden der offen hat, Verigo Bikes. Zuerst lasse ich mich beraten was es denn hier für Fahrradwege gibt und entschließe mich für eine “Entspannte Tour ohne große Höhenunterschiede” zum Queenstown Gold Club, die etwas 15 Kilometer lang ist. Der Weg geht noch viel weiter, aber die Entfernung ist für mich ausreichend und so miete (für 79 NZ$) ich mir ein E-Mountainbike für 5 Stunden an. Das gibt mir mehr als ausreichend Zeit gemütlich durch die Gegend zu fahren und Fotos zu machen. Ausgestattet mit einer kleinen Karte, Fahrradhelm, dem Bike und einem kleinen Werkzeugtasche geht es also los. Ich habe schon seit Jahren nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen und so waren die ersten paar Meter besonders holprig, besonders im Linksverkehr, aber ich schaffe es unbeschadet aus der Stadt heraus. Als ich so ungefähr eine halbe Stunde unterwegs war wunderte ich mich das der Weg immer enger wird, unwegsamer und generell eher die Antithese von “Entspannt” wird. Spätestens als der Weg zu einem Pfad wird, bei dem ich als Wanderer hätte aufpassen müssen wo ich hintrete halte ich an und schaue auf die Karte. Nach etwas vergleichen mit meinem Handy GPS merke ich das ich komplett in die falsche Richtung gefahren bin. Also hebe ich das Rad herum und fahre zurück, vorbei am Fahrradladen und da ich mir jetzt auch gemerkt habe dass ich den Franktown Weg nehmen muss geht das alles viel besser. Entspannt radel ich vor mich hin, mache hier und da einen kurzen Stop für Fotos. Aber auch hier gibt es die ein oder andere unübersichtliche und gefährliche Stelle. Auch weil ein Teil des Weges wegen Baumverschneidungen gesperrt waren und ich auf ca. zwei Kilometer Autostraße ausweichen musste. Überraschenderweise gibt es kaum Pfützen oder Schlamm, dafür das es die ganze Nacht geregnet hat, ist der Weg hervorragend. Als ich beim Golf Club ankomme und mich mit einem Latte Macchiato und einem kleinen Keks niederlasse belohne, bemerke ich wie Dreck Verspritzt ist wirklich bin. Der Weg war wohl doch nicht so sauber, wie ich dachte. Auch mein Rucksack hat oben Schlammspritzer abbekommen, keine Ahnung wie ich das geschafft habe.

Ich setzte mich auf die Terrasse und die Sonne ist so intensiv, dass ich meinen Pulli ausziehe und mich nochmal eincreme. Als meine Bestellung kommt, kommt damit auch Gesellschaft. Ich bin nicht so bewandert was Ornithologie betrifft, aber ich glaube es war ein Grünfink oder Spatz der fast bis an meinen Teller heran gekommen ist. Als ich dann ein kleines Stückchen von meinem Keks abbrach und ihm hinlegte verschlang er dies mit Gusto. Seine Freunde haben das auch mitbekommen und so war ich schnell von mindestens fünf anderen Vögeln belagert, die sich um meine Kekskrümel kloppten.

Als ich mich auf mein Fahrrad schwingen um den Rückweg anzutreten fällt mir erst auf wie weh mir mein Hintern tut. Ich kämpfe mich die 15 Kilometer wieder zurück zum Laden und da es später Vormittag ist, ist viel mehr los. Mehrfach muss ich “Wanderern” ausweichen die nicht aufpassen, die in so großen Gruppen laufen das sie den ganzen Weg versperren oder (wie in ein paar Fällen) so auf das Handy fixiert sind, das sie quasi Blind vor sin hin laufen.

Kurz vor 12 Uhr gebe ich das Fahrrad zurück und laufe die ersten paar Meter sehr komisch, da mir jetzt nicht nur der Hintern, sondern auch die Beine weh tun (Sport ist Mord!). Die bewegung hat hungrig gemacht und so beschließe ich mit der Skyline Gondel auf den Ben Lomond zu fahren und dort zu essen. Als erstes stehe ich eine gefühlte Stunde in der Schlange an, bis ich von der Frau am Schalter fast ausgelacht werde, als ich fragte ob noch Plätze für das Lunch im Restaurant verfügbar sind. Das sei komplett ausgebucht, aber ich könnte im Kaffee essen, also fahre ich rauf und mache einen kleinen Spaziergang um die Gegend zu erkunden. Ich gehe auch in das sogenannte Kaffee und beschließe nur einen Kaffee zu trinken. Das komplette Angebot besteht fast ausschließlich aus Junkfood und der Rest regt mich auch nicht an.

Den Kaffee und die Aussicht genießen, merke ich wie dunkle Wolken aufziehen und verwerfe meinen Plan den Berg herunter wandern. Meine Vorahnung war korrekt und kaum steige ich unten aus der Gondel beginnt ein Regenschauer und ich flüchte mich in das Lone Star und essen den Lunch Special Salat mit extra Hähnchenstreifen. Der war auch super lecker, aber als dann zwei Horden Chinesen eingefallen sind und sich sich zwei die am gegenüberliegenden Ende des Tische saßen schreiend (sie mussten ja das Geschnatter von allen anderen übertönen) zu unterhalten, hatte ich genug und verdrückte mich.

Kurz nach 14 Uhr bin ich zurück im Hotel, dusche und wechsel meine Kleidung. Nach einer kurzen Kontrolle ob die Waschmaschine und Trockner frei sind, greife ich mir die Token und waschpulver und befülle die Maschine. Die Anweisungen sind recht Unmissverständlich und später bemerkte, das ich anscheinend ein Taschentuch in meiner Hose vergessen hatte. 20 Minuten später habe ich alle kleinen Fasern und Fetzten von der Kleidung entfernt und diese nochmal ausgeschüttet. Eine der beiden Wäschetrockner ist defekt und als ich die andere öffne, sehe ich das dort Bereits Kleidung drin ist. Da ich keine Lust habe zu warten bis der Besitzer das selber abholt, hole ich sie kurzerhand raus, lege sie auf die Maschine obendrauf und befülle sie mit meiner eigenen. Als ich eine knappe Stunde später wieder komme ist der Wäschehaufe auf jeden Fall weg und ich hole mein Eigene ab. Glücklicherweise sind keine weiteren Taschentusch Fetzten mehr aufzufinden und gehe zurück in mein Zimmer um die Wäsche zusammen zu legen und wieder in meinen Koffer zu füllen.

Da der Tag noch relativ Jung ist (kurz nach 16 Uhr) beschließe ich noch etwas Queenstown unsicherer zu machen. Da das Wetter oft Wechselhaft und für einen Pulli zu warm, aber für ein T-Shirt zu kalt ist, kaufe ich noch eine dünne Regenjacke, die sich sehr einfach in einen Beutel zusammenfalten lässte. Auch habe ich mir eine Packung feuchte Brillenputztücher für Unterwegs gekauft, denn meine hatte ich zuhause vergessen und bis jetzt hatte ich die in neuseeland nirgends gefunden, ich hatte auch noch nicht in einer Apotheke geschaut. Ich war nur in einer, weil ich eine kleine Hautschere brauchte, die mir der Sicherheitsbeamte in Singapur abgenommen hat.

Vor dem Nieselregen flüchtend beschloss ich dies als Anlass für das Abendessen zu nehmen und suchte mir ein Lokal. Natürlich war ich nicht der einzige mit dieser grandiosen Idee und so war so gut wie alles was erschwingliches Essen anbot überfüllt. Ich war schon auf dem Weg zum Supermarkt um mich dort einzudecken, da kam ich an einem Fischrestaurant namens Fishbone vorbei und beschloss hier einzukehren. Ich bestelle South Island Chowder als Vorspeise und Fish and Chips als Hauptspeise. Das Chowder stellte sich als eine Cremige Fisch und Muschel Suppe heraus, in dem ganz unten ein stück getoastetes Brot war und darauf die groben Stücken von Fisch und Muscheln. Hätte ich gewusst wie mächtig und sättigend das ist, hätte ich auf den Hauptgang verzichtet. Aber sowohl das Chowder und die Fish und Chips waren sehr gut und so kam ich mit dickem Bauch kurz vor 20 Uhr wieder in meinem Hotel an. Übrigens möchte ich erwähnen das Scenic Hotel, das erste Hotel war bei dem das WLAN kostenlos und unlimitierd war und nicht unter der Last zusammenbrach.

Tag 17 Queenstown – Te Anau

Heute verlassen wir Queenstown und da die Abfahrt auf 10 Uhr gelegt ist, haben wir alle einen sehr gemütlichen Morgen. Da die Bedienung gestern so einen Terz gemacht hat, das wir erst ab 8 für das Frühstück eingeplant ware, bin ich also erst kurz nach 8 da. Nur um dann, nach etwaigen suchen auf Ihrer Liste, zu erfahren das unsere gruppe für 9 Uhr eingeplant ist. Um 9 Uhr ist das kein Frühstück sondern beinahe schon Brunch, also echt mal. Ziemlich angemifft gehe ich wieder zurück auf mein Zimmer. Nachdem alles Bereit für die Weiterfahrt ist komme ich wieder, nur um zu meiner Verwunderung von Teilen meiner Gruppe begrüßt zu werden, die alle schon fertig gegessen hatten. Ziemlich offensichtlich bin ich der letzte am Frühstück und die anderen berichten das die Problemlos zu Tisch geführt wurden. Trotz des “späten” Frühstücks bin ich einer der ersten am Bus und fange an mein Gepäck einzuladen. Als ich dann den Innenraum betrete um mir einen Platz zu suchen fragt Gabi mich, ob ich nicht Lust hätte Beifahrer zu sein und ich erwidere im Scherz ob ich so Entspannt wäre, woraufhin sie mich etwas müde anlächelt, bejaht und erwidert das ich sie auch ihren Job machen lasse und sie nicht ständig in Gespräche verwickle. Somit bin ich heute Beifahrer und kommen in Arrowtown um 10:20 an. Zuallererst besichtigen wir kurz das „historische Chinatown“, dort wo während des Gold Rushs die Chinesischen Einwohner unter primitiven Bedingungen gelebt haben. Danach gehen wir in die Innenstadt, die immer noch im Stil des “Wilden Westen Goldrush” Stil gebaut ist und sehr urig aussieht. Wir können bis 11:15 die Stadt auf eigene Faust erkunden, aber bis auf die üblichen Gift Shops, Klamotten Läden und Cafes gibt es nichts wirkliches von Interesse und so streune ich durch die Gegend bis ich mich auf eine Bank in der Nähe des Busses nahe der verabredeten Zeit einquartiert. Schlagartig beginne ich mich zu ärgern, das ich hier nicht viel früher war. Denn genau neben der Bank ist ein Fotostudio in dem man sich in viktorianischer Kleidung und Props in Schwarzweiß fotografieren lassen kann. Aber 10 Minuten reichen da nicht mal zum umziehen, hätte ich das nur früher gewusst. Aber die Sonne brettert wieder so stark, das ich den Pulli ausziehe und mich eincreme.

Kaum sind wir wieder auch Achse sehen wir schon dunkle Wolken aufziehen und erleben den ein oder anderen Regenschauer kommen und gehen, die aber immer von kurzer dauer sind. Um 13 Uhr machen wir Mittagspause bei dem Five Rivers Cafe und nach kurzer Inspektion sah das auch alles (von der Kapazität) sehr gut aus. Als wir aber im Laden standen und anfingen zu bestellen, merkten wir recht schnell das die an (oder über) der Belastungsgrenze arbeiteten und es wieder zu verzögerungen kommt. Somit dauerte die MiPa etwas länger als kalkuliert, aber mein Lachs Bagel war sehr lecker. Kaum wollten wir den Bus zur weiterfahrt besteigen, beginnt ein richtiger Platzregen und wir sprinten immer einzeln zum Bus (damit keiner im Regen anstehen muss). Das Wechselwetter hält sich und so geben sich Regenschauer und Sonnenschein immer wieder die Hand. Aber die Aussicht wie sich die Wolken zwischen den Bergspitzen fangen und von der Sonne durch Löcher in der Wolkendecke angestrahlt werden ist wunderschön.

Die Nächste Fotopause die wir machen ist am Te Anau Bird Sanctuary gegen 14:40. Dies ist vom DOC eine Vogelzucht- und Auswilderungsstation, die jeder besichtigen kann. Wir treffen eine der Ragerinen und Gabi unterhält sich etwas mit ihr und wir dürfen kurz das Gehe der Takahe betreten um bessere Fotos machen zu können. So gut wie alle Tiere sind hinter Zäunen, weswegen ich mir gar nicht die Mühe mache zu fotografieren, da die Bilder sowieso nichts werden (habe ich schon oft genug probiert). Allzulange halten wir uns hier nicht auf und so sind wir eine bessere halbe Stunde später wieder im Bus und machen den nächsten kurzen Zwischenstopp um unsere Tickets für die Glühwürmchen Tour abzuholen. Danach Checken wir im Hotel ein, machen uns kurz frisch und fahren gleich wieder los damit wir um 16:30 Uhr am Real Journeys Schalter sind um die Fähre zur Höhle zu betreten. Kaum sind wir an Bord beginnt es abermals stark zu Regnen und wir sehen sogar ein paar Blitze. Nach einer etwas halbstündigen Fahrt, werden wir nahe der Höhle abgeladen und bekommen einen (sehr schlechten) Kaffee und eine erneute Sicherheitsbelehrung. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung wieviele ich davon schon gehabt hatte, da es die Gefühlt an jeder Ecke gibt. Jedenfalls wird uns mehrfach eingetrichtert das wir kein Licht machen sollen und deswegen keinerlei Fotos oder Filme machen sollen, keine Elektronische Geräte im Allgemeinen bedienen und am besten still sein sollen. Wir bekamen noch eine Warnung, dass wir Rucksäcke am besten vor dem Bauch schnallen sollten, denn spätestens bei der Bootsfahrt in der Höhle, geht es nicht anders und dies würde auch das betreten der Höhle durch den niedrigen Eingang erleichtern.

Dieser “niedrige Höhleneingang” isst vielleicht ein Meter hoch und es hat nicht viel gefehlt und ich hätte auf Knien kriechen müssen. In der Höhle ist es sehr dunkel, so dass wir das biolumineszierende Licht der Würmer besser sehen können. Die Glühwürmchen, die nur in Neuseeland heimisch sind bilden mit ihrem leuchen einen Sternenhimmel an der Höhlendecke und besonders die Bootsfahrt in absoluter Dunkelheit verstärkt diesen Eindruck noch. Es war auch ein Magischer Moment, der nur von dem anfänglichen Geplapper weniger anderer Gruppenteilnehmer und der etwas beengten Sitzgelegenheiten im Boot gemindert wurden. Als ich dann aussteigen sollte / wollte, brauchte ich einen Moment um meine Beine zu entknoten, damit ich überhaupt aufstehen konnte.

Was ich an dieser Stelle nochmal erwähnen möchte, ist das die Neuseeländer nicht nur auf der falschen Straßenseite fahren, sondern bei denen ist vieles anders herum. So wie zum Beispiel das öffnen und schließen von Schlössern oder zum Beispiel die Schnalle des Reißverschlusses der Jacke, die ich in Queenstown gekauft hatte. Bis ich das kapiert hatte, dauerte es einige Minuten und dämlichen fummeln in der Dunkelheit mit dem Rucksack vor der Brust.

Die Zeit in der Höhle war vorbei bevor mir das überhaupt klar wurde und kurz nach 18 Uhr verließen die Höhle und warteten am Steg auf die Fähre. Als jemand an mir vorbei ging der mindestens noch einen Kopf größer war als ich, hatte ich spontan Mitleid mit ihm. Der muss garantiert auf den Knien rutschen um die Höhle zu betreten. Kurz vor 19 Uhr waren wir wieder in Te Anau und wir verteilten uns, je nach Vorliebe, auf die verschiedenen Restaurants. Ich kehre in das Ristorante Pizzeria Paradiso ein weil mich der Knoblauchbrot und der Manuka Hühnchen Salat so angelacht hat. Beides war auch vorzüglich, nur war der Service mit dem Besucheraufkommen stark ausgelastet. Was wohl daran liegt, das morgen hier in der Stadt

die Kepler Challenge um den See herum startet. Jetzt möchte ich aber nur noch zurück ins Kingsgate Hotel Te Anau und mich etwas entspannen. Nach einem etwa 10 minütigen Spaziergang von der Stadtmitte zum Hotel, beginne ich erstmal richtig ankommen und auspacken. Dabei bemerkte ich auch ein paar Kleinigkeiten, wie das das Türschloss sehr schwergängig ist, das im Bad eine Glühbirne kaputt, die Tapete über dem Bett gerissen, die Gardinen unten braun verfärbt und teilweise aus dem Scharnier gerissen sind oder das die Verkleidung des Kühlschrank-Schrankes abgerissen ist. Dass der Fensterrahmen so feucht ist, das Wasser von der “Decke” tropft und kleine Pfützen auf der Fensterbank bildet ist wohl doch etwas gravierender. Kurz darauf bin ich an der Rezeption und frage ob ich das Zimmer tauschen könnte, aber das Hotel ist wegen der Challenge komplett ausgebucht und ich bekomme als Lösungsvorschlag ein paar Handtücher angeboten um das Wasser aufzusaugen. Naja, so lange aus meinem Bett kein Wasserbett wird, ist mir das ja eigentlich auch egal und so verziehe ich mich wieder auf mein Zimmer.

Tag 18 Te Anau – Milford Sound – Te Anau

Mein Tag beginnt mit einem nicht vereinbarten Weckruf um 6:20, da ich meinen Handywecker aber auf 6:30 gestellt hatte, konnte ich meine Lobgesänge über diesen Umstand kaum noch zurück halten. Obendrein liegt mein Zimmer genau neben dem Hof des Hotels und da ein paar Chinesen diesen als Versammlungsplatz auserkoren haben, beginnt mein Tag mit einer konstanten Chinesischen Geräuschkulisse. Dank der nicht existenten Schallisolierung des Hotels, bin ich also mitten drin als nur dabei.

Das Frühstück ist ein Schlachtfeld, die einzige Bedienung kommt kaum nach die Tische ab zu räumen und wir müssen uns das Besteck selbst organisieren. Die Pancakes zerfallen wenn man sie versucht auf den Teller zu hieven und alles was mit einer Wärmelampe bestrahlt wird, ist zwar hell erleuchtet aber trotzdem kalt. Als ausgleich ist der Kaffee kaum genießbar, ich kann also sagen dass das Frühstück ein voller Erfolg ist. Unsere Abfahrt war ursprünglich für 8 Uhr geplant, aber wir sind alle schon früher am Bus, sogar bevor Gabi den vor das Hotel zum eigentlichen Abholpunkt gefahren hat. Im morgendlichen Tratsch im Bus erfahre ich das ich nicht der einzige war der in den Genuß eines Weckrufes gekommen ist, so ziemlich jeder hat einen bekommen und einige sogar zwei. Andere erzählen das sie gestern abend um 21 Uhr aus der Bar “herausgebeten” wurden, weil der Barkeeper Feierabend machen wollte. Gabi kommentiert zu dem Wasserschaden den ich hatte, das in Neuseeland die meisten Gebäude sehr sparsam (billig) gebaut werden, da (fast) alles Importiert werden muss und einige wenige Firmen diesbezüglich Monopole haben.

Der erste Zwischenstop des Tages um kurz nach 8 Uhr ist in Te Anau Downs, bei dem wir nur wenige Minuten verblieben, weil es im Grunde nur ein kleiner Bootssteg an einem See ist. Die nächste Mini-Fotopause haben wir in einer Parkbucht am Eglinton River gemacht um ein paar Fotos von einem Lupinen Feld zu machen. Eine richtige Pause für Fotos haben wir kurz vor 9 Uhr am Mirror Lake, zusammen mit mehreren anderen Bussen von Touristen eingelegt. Glücklicherweise war es fast windstill, so das wir die Reflexionen im Wasser gut sehen war, nur die starke Bewölkung hat das Licht für die Fotos verdorben. So lange blieben wir aber auch hier nicht, da wir etwas vor den anderen Touristen geflüchtet sind, nur an der Lake Gunn Campsite eine weitere kurze Fotopause einzulegen, da das Wasser des Sees so wunderbar still war. Eigentlich besser als das Wasser der Mirror Lakes. Kaum standen wir mit unserem Bus hier, war das anscheinend das Signal für andere das es hier was zu sehen gibt und unser Bus wurde im Handumdrehen eingeparkt. Am Straßenrand des Milford Sound Highway machen wir eine kurzen Stop um Keas zu beobachten, ich höre auch einige aber sehen tue ich nur welch ein der Entfernung und keine der Fotos taugen etwas. Die nächste “erzwungene” Pause machen wir am Homer Tunnel, da dieser nur Einspurig befahren werden darf und mit einer Ampel geregelt wird. Das ist auch sehr gut gelöst, da auf jeder Seite eine Große Tafel mit einem Countdown ist, wann die Ampel umspringt. Kurz nach 10 machen wir auf der anderen Tunnelseite eine Pause am The Chasm, und nach einem kruen Spaziergang kommen wir an den Wasserfällen an. Natürlich treffen wir auch hier auf heerscharen anderer Touristen und mir fallen viele auf die mit (10 Zoll) Tablets Fotos machen. Ich wundere mich total über so eine Umständliche Art der Bildaufnahme, aber einer meiner Mitreisenden meinte, das die das wahrscheinlich machen, da nicht mehr so gut sehen können. Das leuchtet mir auch ein, aber ich wäre trotzdem froh wenn die nicht einfach unverhofft auf den schmalen Wegen stehen bleiben um Fotos zu machen. Gegen 11 kommen wir an dem “Hafen” Terminal von Milfords Sounds an, holen unsere Tickets und boarden das Schiff. Die Plätze sind für jede Gruppe reserviert, da dort das gebuchte Essen bereit liegt. Die “kleine” Chinesische Horde die mit uns an Bord ist, stürzt sich sogleich auf ihr (warmes) Buffet noch bevor sie bei ihren Plätzen angekommen sind. Als wir bei unseren sind, sehen wir eine andere (finnische) ANZ Gruppe, wie sie sich über unsere Lunch Pakete her machen. In typisch deutscher Manier und vom Fressneid gesteigert, steigen die Gefühle schnell und eine kleinere Diskussion entbrannt. Doch Gabi springt beinahe sofort  professionell schlichtend ein und wir tauschen kurzerhand die Plätze. Trotzdem war ich etwas angepisst, dass mein Lunchpaket offensichtlich von jemandem bereits durchwühlt wurde. Das Sandwich und der Apfel waren auch sehr gut, nur war der Rest Junkfood (Chips, Cracker, Schokolade) und eine kleine Flasche Wasser. Wie bei den Chinesen auch fangen auch wir, in einer Art Gruppendynamik, uns an über das Lunchpaket her zu machen. Obwohl es noch recht früh für ein Mittagessen ist. Glücklicherweise esse ich nur das Sandwich und der Rest wandert in meinen Rucksack für später.

Als ich das Promenadendeck betrete fällt mir als erstes auf dass es ungewöhnlich warm ist und auf Nachfrage bei der Crew, bestätigen die das diese Temperatur extrem untypisch ist. Warum das so ist, kann mir aber keiner so recht sagen. Die Schifffahrt geht insgesamt zwei Stunden und führt uns beinahe bis zum offenen Meer und zurück durch den Fjord, der von steilen Bergen umringt ist. In den Bergen sammeln und fangen sich die Wolken, was etwas magisches hat. Auf der Rückfahrt sind wir auch an ein paar Robben vorbeigekommen, die sich auf einem Stein in der Sonne gebadet haben. Natürlich sind alle Touristen auf diese Schiffsseite geschwärmt und das Schiff hat eine merkbare (aber nicht bedrohliche) Schlagseite bekommen.

Vor dem Anlegen versammelt sich natürlich jeder in Schlangen warten vor dem Ausgang und der vor mir markierte sein Terretorium indem er mich nonchalant, lautstark und stinkend anfurzt. Er hatte sogleich etwas mehr Freiraum um sich herum. Glücklicherweise mussten wir nicht allzulange warten und konnten das Schiff recht schnell verlassen, bis wir kurz vor 13 Uhr wieder alle im Bus sind. An dem Homer Tunnel müssen wir wieder warten und sehen zwei Keas die sich mit großer Freunde über die Antenne und Gummidichtungen der Austos hermachen. Gabi meint, die fressen das nicht, das macht denen einfach Spaß. Das allgemeine Fotoshooting das daraufhin Entbricht wird von der nur Tunnel Ampel unterbrochen. Die nächste Fotopause, jetzt überraschend frei von anderen Touristen machen wir am Gertrude Valley. Nach einem kurzen Spaziergang über einem Wanderweg der eher ein Trampelpfad ist, machen wir noch ein paar Fotos von Mount Cook Lilys. Gegen 14 Uhr machen wir einen kleinen Spaziergang zu dem Hollyford Valley und uns wird richtig warm, bis wir fast alle nur noch kurzärmlig unterwegs sind. Eine knappe Stunde später haben wir unsere erste Verletzung der Reise, an einem Namenlosen Straßenrand Ausguck. Hermann hat sich den Arm leicht verletzt (Kratzer) als er am Geländer auf der Jagd nach dem perfekten Foto hängen geblieben ist. Mit Hilfe des Erste Hilfe Köfferleins wurde ein Pflaster drauf gemacht und die Lebensbedrohliche Situation wurde abgewendet. Die letzte Fotopause machen wir am Cascade Creek gegen 15 Uhr um ein noch schöneres Lupinen Feld zu photographieren, bis wir schließlich um 16:30 wieder am Hotel sind. Ich gehe erst einmal auf mein Zimmer um den Zustand zu kontrollieren. Zu meiner großen Überraschung (nicht wirklich) wurde absolut nichts gemacht. Der Duschkopf ist immer noch undicht und locker, die Gardinen verfärbt, die Glühbirne im Bad immer noch kaputt, das Furnier des Schrankes immer noch lose und die Tapete immer noch gerissen. Die Frau an der Rezeption hat sich auch nichts aufgeschrieben und wollte mich freundlich aber bestimmt loswerden. In dem Hotel im Picton haben sie wenigstens alles Protokolliert was ich bemängelt habe. Das einzig Positive ist, dass ich mittlerweile den Kniff drauf habe die Zimmertür in wenigen Sekunden zu öffnen, ohne wie ein Depp daran zu rütteln.

Gegen 18 Uhr beginne ich meine Hunger-Bekämpfungs-Tour und gehe in die Stadt in das Restaurant das ich mir ausgeguckt hatte. Vor Ort stelle ich fest, das dies erstens eine Bar ist und zweitens voll besetzt. Auf den Lärm habe ich so gar keine Lust und gehe weiter, bis ich Naturally Fiordland stoße. Eine Mischung aus Café und Pizzeria, aber es ist einer der Wenigen Orte hier, dessen Repertoire über Frittiertes hinausgeht. Ziemlich untypisch besteht freie Tischwahl und man bestellt und zahlt sogleich am Tresen. Nach etwas warten bekomme ich meinen Salat, aber aus den Steak Streifen, wurde ein ganzes Steak das sehr durchgebraten und zäh ist. Ansonsten ist der aber ganz okay. Danach gehe zurück zum Hotel und lasse den Tag ausklingen.

Tag 19 Te Anau – Aoraki

Heute Nacht gab es wieder Gewitter, aber ich habe nicht kontrolliert ob durch mein geschlossenes Fenster wieder Wasser eintritt. Jedenfalls war strahlender Sonnenschein als mein Wecker mich zum Aufstehen bewegte und es verspricht heute warm zu werden.

Das Frühstück ist so voll wie gestern, nur das mir heute ein Tisch zugewiesen wird der von anderen Gästen belegt wird, als ich noch “im Transit” zum Tisch war. Also setzte ich mich einfach an einen der Tische, die von meiner Gruppe beansprucht sind und suche mir mein Frühstück zusammen. Das stellt sich etwas aufwendiger heraus als ich dachte, da ich das Geschirr erst einmal auf Sauberkeit kontrollieren muss, an einigen Tellern sind noch erkennbare Essensreste und an einer Kaffeetasse ist Lippenstift zu erkennen. Die Qualität des Essens und vor allem des Kaffees an sich ist so gut (schlecht) wie gestern.

Punkt 8 fahren wir ab und machen eine Rast in Garston, wo sich etwas der Frust über die verschiedenen Mängel der Hotels entlädt, die wir alle erlebt hatten. Gabi meinte, das wir sie bei so was involvieren müsste, denn nur so wäre sie in der Lage uns zu unterstützen. Auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, da ich mich immer selber um sowas gekümmert habe. Dabei verteilte Sie auch ein Bewertungsblatt, bei der wir die Verschiedene Hotels, Transporte, Attraktionen, usw. bewerten und kommentieren sollten. Wir haben schon so viel erlebt und hinter uns, da ist es schwer zu differenzieren und aus der Erinnerung zu sagen was denn wo passiert ist. Ich habe zum Glück meinen Reisebericht, aber die Liste wäre besser am Anfang verteilt worden.

Die erste Fotopause legen wir heute am Devil’s Staircase Lookout Point um 10:50 ein und sehen bei der Anfahrt einen Touristen der abseits der Absperrung auf einem Felsen rum springt um sich vor dem See und Bergen im Hintergrund fotografieren zu lassen. Als nächstes auf unserer Route kommen wir um 10:40 am AJ Hackett Bungee Centrum an. Gabi erzählt uns das vor 30 Jahren hier an dieser Brücke das Bungee Springen erfunden wurde und heute steht hier ein perfekt durch organisierter Betonbunker der das Erlebnis kommerzialisiert. Durch eine Glasscheibe kann man in den Regieraum schauen und dabei zusehen, wie die Aufnahmen der Springer aufgezeichnet und bearbeitet werden. Natürlich kostet dieser Service, je nach Aufwand, bis zu 100 NZ$ mehr. Darüber hinaus gibt es hier noch einen Souvenirshop, Bar / Cafe und eine Riesige Monitorwand (wie beim public viewing) bei dem man Live Aufnahmen von der Brücke aus verschiedenen Perspektiven sehen kann. Um 11:40 kommen wir beim Jones Family Fruit Stall an und sehen wie ein großraum Buss voller Chinesen sich auf diesen direktverkauf Markt stürzt. Ich schlendere nur durch die Regale und kaufe nichts, da mir die Andrang an den Kassen zu groß ist und mir auch nichts wirklich anspricht. Anscheinend war der Aufenthalt von den Chinesen genauso kurz wie unserer, denn als wir anschicken weiter zu fahren, ist von denen auch keine Spur mehr. Das nächste was unsere Fotoapparate befüllt, war Lindis Pass Viewpoint, bei dem wir aber nur wenige Minuten verbrachten bis wir um 13:30 in Omarama Mittagspause machten. Jeder suchte sich selber was aus, und ich entschloss mich für das Oasis Bar & Cafe, weil es das einzige war das über mehr als nur Essen aus der Fritöse verfügte. Ich bestellte mir den warmen Chicken Salad und während ich wartete gesellten sich fast unsere komplette Gruppe zu mir ins Oasis, da diese von diesem Bar-Essen auch nicht besonders angetan waren. Der Salat war sehr lecker, nur war das Hühnchen dass ich auf dem Salat hatte, in in Streifen geschnittenes frittiertes Hähnchenschnitzel.

Wieder im Bus, lässt Gabi eine Liste mit der Speisekarte von dem Restaurant von heute Abend rum gehen und bittet uns einen Strich neben dem Essen zu machen das wir haben möchten, einfach nur um die Küche bei den Vorbereitungen zu entlasten. Ich entscheide mich für den Lachs mit Reis und Salat. In Twizel um 14:45 machen wir einen Zwischenstopp im Supermarkt um für heute Abend einzukaufen, da wir ziemlich weit vom Schuss sind und im Grunde Eigenversorger. Gabi kauft auch etwas Bier, Sekt und Knabbereien ein. Das Bier als Gastgeschenk (für die Farmer bei denen wir heute unterkommen) und der Sekt und die Knabbereien für uns, so das wir in der Lodge später zusammen anstoßen können. Wir sind so ziemlich im Endspurt der Reise und dies die beste Gelegenheit dafür ist.

Wir waren nicht lange unterwegs, da überholt uns laut Hupend ein Kleinbus und fängt an vor uns einzuscheren und mehrfach die Warnblinker aufleuchten zu lassen. Wir wundern uns noch über dieses Verhalten, bis ich einen Blick durch das Schauglas nach Hinten in den Kofferraum werfe und sehe das unsere Hecktür offen ist! Zum Glück ist unser Gepäck so so gut Verstaut, das nichts herausgefallen ist. Gerettet durch Gepäck-Tetris.

Die nächste Fotopause wollten wir eigentlich am Lake Pukaki Viewpoint machen, aber der ist wegen Bauarbeiten gesperrt und so stellen wir und bei nächster Gelegenheit auf eine Not Parkbucht am Straßenrand und machen ein schnelles Fotoshooting, da der See eine wunderschöne hellblaue Wasserfarbe hat und komplett aus Gletscherwasser gespeist wird. Umso näher wir Mount Cook, unserem heutigen Tagesziel kommen, umso mehr sehen wir wie die Wolken stärker aufziehen und Mount Cook an sich, ist nicht zu sehen. Um 16 Uhr kommen wir an unserem Hotel, dem Aoraki Mt Cook Alpine Lodge an und checken ein und bekommen einen WLAN Voucher für 250 MB. Das Get Together das Gabi geplant hat, legen wir auf 18:15 und bis dahin können wir machen was wir möchten. Da das Wetter nur leicht bewölkt mir strahlendem Sonnenschein ist, entscheide ich mich einen kleinen Spaziergang auf dem Governors Bushwalk zu machen. Laut Plan soll der eine Stunde lang gehen, aber da die meisten Zeitangaben hier hoffnungslos überdimensioniert sind, habe ich da keine Angst. Jedenfalls wenn ich mich nicht hoffnungslos auf dem Weg zum Governors Bushwalk verlaufen hätte. Eigentlich hätte ich nur vom Hotel aus nach rechts gehen müssen und wäre nach wenigen Minuten auf dem Rundweg gewesen. Da ich aber im Aoraki Mt Cook National Park Visitor Centre war, bin ich etwas desorientiert komplett um die Siedlung herum (auf der falschen Seite) gelaufen, was die Wegstrecke geschätzte um die Hälfte verlängerte. Auf dem letzten drittel des Bushwalks bin ich dann auch noch in einen waschechten Regenschauer gekommen. Als ich dann gegen 17:30 zurück in der Lodge bin, reiße ich alle nasse Klamotten von mir und gehe erst einmal Duschen.

Nach und nach treffen wir alle im Versammlungsraum ein und Stoßen mit Sekt, Wein oder Orangensaft zusammen an und Gabi sagt ein paar Worte. Einer der Mitbewohner der Lodge die gerade auch in dem Raum sind, wird verpflichtet (wir fragen freundlich) ob sie ein Gruppenfoto von uns machen kann. Jeder von uns drückt ihr dann unseren Fotoapparat oder Handy in die Hand und wir bedanken uns bei ihr sehr herzlich. Ich organisiere noch ein Blatt Papier von der Rezeption und bitte jeden von uns der möchte mir seine Mail Adresse auf zu schreiben, so das ich eine Rundmail machen kann und wir die Bilder tauschen. Während ich den Zettel für die Mails geholt habe, habe ich in der Eile meine Kamera zurück gelassen. Bei meiner Rückkehr nach ein paar Minuten beglückwünschte mich auch einer meiner Reisebegleiter zu meinen gelungen Fotos auf der Kamera. Ich bedankte mich für das Kompliment und ließ es sonst unkommentiert, da ich es nicht nur ziemlich unverfroren finde mit fremdes Eigentum zu spielen und obendrein eine auch sehr dreist dann auch noch die Kamera nach Bildern zu durchforsten. Diese Menschen sind einer der Gründe warum bei mir jedes zu verschlüsselnde Gerät entsprechend gesichert ist. Eine Teilschuld trifft mich aber auch selber, warum lasse ich die Kamera auch rumliegen.

Danach gehen wir zusammen ins The Old Mountaineer’s bei dem wir auch gleich unsere reservierten Tische finden und zügig bedient werden. Alles sieht sehr gut aus und mein Lachs ist wirklich vorzüglich, die Neuseeländische Organische Cola die ich bestellt habe ist entgegen etwas gewöhnungsbedürftig und schmeckt leicht nach Vanille. Danach treffen wir uns alle noch einmal gegen 21 Uhr zu seinem kleinen Absacker in dem Versammlungsraum, bis jeder sich nach und nach auf die Zimmer begibt.

Tag 20 Aoraki – Albury (Opawa Homestead)

Ursprünglich hatte ich mir meinen Wecker auf 6:30 Uhr gestellt, damit ich noch etwas Zeit habe die Gegend auf Fotomotive ab zu suchen, aber sobald mein Handy anfängt radau zu machen, stelle ich ihn neu auf 7 Uhr und drehe mich nochmal. Auf dem Weg zum Versammlungsraum für das Frühstück, treffe ich eine sehr verloren aussehende Inderin und wir kommen ins Gespräch. Sie ist auf der Suche nach einem Frühstück, aber wir sind ein Sonderfall, da unser Hotel normalerweise keines anbietet und so schicke ich sie weiter zu dem Cafe, bei dem wir gestern Abend gegessen hatten. Das ist die beste Anlaufstelle die mir hier einfällt. Bei unserem eigenen Frühstück angekommen sind wir fast alle (wie üblich) überpünktlich und einige haben sich schon einen Kaffee organisiert. Während des Essens sagt uns Gabi das die vergessen hat, uns zu sagen das wir für heute Abend wieder nur wieder kleines Handgepäck mit auf die Farm mitnehmen können. So müssen wir alle vor der Abfahrt noch einmal umdisponieren und neu packen, weswegen nicht wenige (auch ich) das Frühstück vorzeitig verlassen. Kurz nach der Abfahrt um 9 Uhr kommen wir an einem Park- und Campingplatz und machen die Wanderung auf dem Hooker Valley Track. Den gehe ich nicht ganz bis zum Ende, da ich befürchte die Weiterfahrt um 12 Uhr nicht pünktlich zu schaffen und drehe ich vorzeitig um. Der Wanderweg ist stark besucht von Touristen aus allerlei herren Länder, aber hauptsächlich Chinesen, Russen, Franzosen, Amerikaner und natürlich Deutsche. Plötzlich hören wir ein Grollen in der Ferne und sehen uns um, nur um noch die Staubwolke eines Lawinenabgangs zu sehen. Überpünktlich sind wir alle am Sammelpunkt und besteigen den, in der Sonne, gut aufgeheizten Bus. Meinen Pulli habe ich heute wie üblich gar nicht erst angezogen und nur als Handgepäck verstaut. Die Mittagspause legen wir in Tekapo um 13:15 Uhr ein. Hier gibt es mehrere Bars und Kaffee, die sich alle gegenseitig mit allerlei Junk Food versuchen zu übertreffen und so bleibe ich in einem hängen das verschiedene Sandwiches darbiet. Leider realisierte ich zu spät, das gerade eine Gruppe vor mir bestellt hat, die den Service in eine geringere Form des Chaos versetzt hat. Das Kaffee hatte keinen ersichtlichen Namen und wurde von Chinesen betrieben und die einzige die der Englischen Sprache (halbwegs) mächtig war, stand am Tresen / Kasse. Den Lachs Bagel den ich bestellte entpuppte sich als leichte Mogelpackung, da die Seite die im Tresen zugewandt war nach außen hin reichhaltiger belegt war als der Rest. Der war dann auch nicht so sättigend (und toll), weswegen ich nochmal in den Supermarkt gegangen bin und einen Salat und kleine Packung Cherrytomaten kaufte. Nach der Mittagspause sind wir gegen 13:30 University of Canterbury Mt John Observatory angekommen. Bei der besteigung des Berges mittels des Buses hat Gabi kurz angehalten, so dass wir Fotos von frisch geschorenen Marino Schafen machen können. Die Aussicht ist spektakulär und ich hatte das Glück dem Neuseeländischen Wechselwetter in Echtzeit um mich herum Betrachten zu können. In meinem ganzen Sichtbereich konnte ich mehrere Regen und Schönwetter Fronten im steten Wechsel sehen, während ich selber einen hervorragenden Kaffee genoss. Natürlich haben wir auch jede Menge Fotos gemacht und Gabi hat uns einen Stein gezeigt, auf dem wir perspektivisch Fotos schießen können, die so wirken als ob wir im See stehen. Wir alle hatten unseren Spaß hier, der nur unterbrochen wurde als wir vor einem drohenden Regenschauer in den Bus getrieben wurde, der auch alsbald einsetzte als wir alle an Bord waren. Auf dem Weg zum Bus sehen wir ein Chinesisches Pärchen die von einem Fotografen ein professionelles Fotoshooting (wahrscheinlich zur Hochzeit) machen lassen, ich erhasche auch einen Blick in den Kofferraum eines Kleinbusses und sehe mindestens dutzende von verschiedenen Frauenkleidern und realisiere das Ausmaß was die da geplant haben. Auf jeden Fall drücke ich ihnen die Daumen das der Regenschauer ihnen nicht allzusehr die Pläne versaut.

Wir legen noch eine schnelle Klopause in Ferlie ein und fahren dann zur Shear-vue Farmstay (https://mackenzienz.com/tours/shear-vue-farmstay) um 16:30 weiter. Hier treffen wir Toni, den amtierenden Weltmeister im Hand-Schafscheren ist und er gibt uns eine kleine Demonstration seines Können, allerdings nicht mit einer Handschere sondern einer Mechanischen. Toni tanzt förmlich mit den Schaf um es immer in einer Rückenschonenden Position für ihn und einer entspannten für das Schaf zu halten. Nur solange das Schaf sich wohlfühlt geht es einfach und schnell für beide vonstatten. Shear-vue hat nicht die Kapazitäten um unsere Gruppe in Gänze aufzunehmen und so werden wir aufgeteilt. Diejenigen die auf einer anderen Farm übernachten (darunter ich) werden von Gabi zu dem Opawa Homestead gefahren und wir werden um 17:30 herzlich von Marc und Julie in Empfang genommen und zu unseren Zimmern gebracht. Bevor wir das Haus betreten dürfen müssen wir auch hier die Schuhe ausziehen. Wenigstens ist es hier so viel besser geheizt als bei dieser Lodge bei der Brücke ins Nirgendwo und meine kalten Füße halten sich in unangenehmen Grenzen. Danach waren wir etwas auf uns allein gestellt und ich suchte mir ein Plätzchen am warmen Kamin und begann einen Teil meines Reisetagebuches auf dem Handy zu tippen, denn ich “durfte” ja nur leichtes Gepäck mitnehmen. Auf dem Handy mache ich aber andauernd Fehler und so dauert das alles frustrierend lange und ich würde lieber an meinem Laptop arbeiten.

Von unseren Gastgebern dieses Bed & Breakfast Aufenthaltes wurde ich auch liebevoll mit Getränken und Snacks versorgt, bis ich soweit (mit dem Tippen) fertig war und einen kleinen Spaziergang gemacht habe um die Umgebung etwas zu erkunden. Um das Haus herum findet man einen sehr ger pflegten britischen Rasen (wie fast überall), einen Teich, eine Koppel mit Pferden und man hört auch jeder Menge Vögel die um die Wette zwitschern. Leider ist mein Ausflug nicht von langer Dauer, da es bald Abendessen gibt und zu meiner Überraschung entpuppt sich dieses üppiges Festmahl. Bestehend aus Lammbraten, Entbeintes Hühnchen, Salaten, glasierten Karotten und einen Bratkartoffeln Mix aus regulären und Süßkartoffeln. Es entwickelt sich sehr angeregte und interessante Gespräche am Tisch, aber alle versuchen diese möglichst unterhaltsam zu halten. Anschließend gibt es noch Hockey Pokey Eis mit warmen Opawa Ananaskuchen, der auch sehr lecker ist und danach verabschieden wir uns alle für die Nacht. Nach dem Essen kommt noch Julie und bringt jedem von uns einen Ausdruck mit den Rezepten (auf Deutsch) des Essens das sie Servierte. Was wir alle natürlich sehr dankend entgegen nahmen.

Wolfram und ich sprechen uns noch bezüglich der Badbenutzung ab, da wir die beiden Einzelzimmer haben und uns ein Bad teilen.

Dies war das erste Mal dass ich mit B&B wirklich in Kontakt gekommen bin und ich bin mir nicht sicher ob das so mein Ding ist. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl das ich mich irgendwelchen wildfremden Menschen aufdränge und fühle mich sehr unwohl dabei. Der große Vorteil ist aber das wir mal aus unserer Touristen Blase ausbrechen können und mit wirklichen Einheimischen kontakt aufnehmen können. Sonst sind es immer nur irgendwelche Work & Travel Jugendliche aus aller Welt, die sich ihre Reisekasse auffüllen. Somit bin ich etwas zwiespältig ob ich dieses Erlebnis jetzt positiv ist oder nicht.

Tag 21 Albury (Opawa Homestead) – Akaroa

Die Absprache mit Wolfram klappt hervorragend, wohl auch weil er aus versehen seinen Wecker eine Stunde zu früh gestellt hatte. Wir üblich sind wir alle vor der vereinbarten Frühstückszeit (7:30) zu Tisch und nach dem wirklich reichhaltigen Frühstück, das besser ist als das von den meisten der Hotels die ich hier erlebte habe (besonders der Kaffee), haben wir nach einer Brainstorming Session einen gemeinsamen Eintrag in das Gästebuch geschrieben.

Nach und nach haben sich, zuerst Marc und später auch Julie bei uns verabschiedet, da sie zur Arbeiten mussten und lassen uns alleine das Haus hüten, bis wir von Gabi gegen 9 Uhr abgeholt werden. Wir legen auf dem Weg einen kleinen Tankstopp um 10 Uhr in Winchester ein und hören auf der Fahrt eine CD von Gabi, in der die Mythen und Sagen der Maori vorgetragen werden. Beginnend mit dem Entstehungsmythos der Welt und der Geburt des Menschen. Alles sehr Interessant, anschaulich und mit einen Hang zum Melancholie. Während wir der CD lauschen bekommt der Bus einen Steinschlag in die Windschutzscheibe, mitten in Gabis Sichtfeld. Dies sollte unsere unmittelbare Reise nicht beeinflussen, doch Gabi muss bei nächster Gelegenheit die Frontscheibe austauschen lassen. Ziemlich genau um 11 Uhr legen wir eine Kaffeepause beim Salmon Tales Cafe in Rakaia ein. Die Pause verlängert sich etwas über die ursprünglich vereinbarte Zeit, da Gabi noch ein Beschwerdeprotokoll schreibt, aber bevor ich ihm meine Erfahrungen und Probleme aus meinem Reisetagebuch vortragen kann, wechselt Sie den Tisch und spricht mit einer anderen Teil der Gruppe. Im Grunde ist mir das auch Schnuppe, da ich später so oder so eine Mail an das Reisebüro über das ich gebucht und an den Dienstleister (ANZ) hier in Neuseeland schreiben werde.

Heute morgen sind wir von den Farmen noch im Regen abgefahren, aber mittlerweile ist es wieder Strahlender Sonnenschein und ich trage im Bus Sonnencreme auf. Unsere Mittagspause legen wir um 12:50 in Little River ein, was von seinen zwei Kaffees, einem Andenkenladen, einer alten Bahnstation und dem Silo Hotel definiert wird. Jeder stützt sich sofort auf das eine Kaffee, die eine beschränkte auswahl an “gesundem” Essen oder etwas was mir irgendwie zusagt. Schließlich entscheide ich mich für einen Chicken Wrap direkt aus dem Kühlschrank. Der war auch ganz okay, hätte aber warm bestimmt besser geschmeckt. Als ich dies anmerkte, sagt Gabi das ich die an der Kasse um so was hätte bitten können. Natürlich bin ich nicht auf diese Idee gekommen und jetzt wo ich die hälfte schon gegessen hatte, loht das auch nicht mehr. Nach meinem frugalen Mahl erkunde ich den “Ort” und entdecke das andere Kaffee, die Sandwiches haben die mir mehr zusagen würden. Kurz dahinter ist der Silo Stay bei dem jemand ein halbes Dutzend Silos zu Lodges umgebaut und mit Schafwolle Thermisch Isoliert hat. Die sehen ziemlich ulkig aus und nur für die Erfahrung hätte ich da gerne eine Nacht geschlafen. Der alte Bahnhof ist recht unspektakulär, da jedes deutsche Technik Museum bessere und ältere Exponate hat.

Wir legen eine weitere Fotopause um 13:50 an der Hilltop Tavern ein und schauen auf Akaroa und die Bucht hinunter. Nur wenige Autominuten später, legen wir eine weitere an dem Duvauchelle Wharf gegenüber der Barrys Bay und am Onawe Track ein.

Schließlich kommen wir an unserem Hotel, Akaroa Village Inn um 14:40 an und Gabi verteilt die Schlüssel. Es gibt etwas Verwirrung bei der Zimmerfindung, da die Nummerierung keiner uns erschließlichen Logik folgt, aber das bekommen wir auch hin. Bis zum Abendessen um 18:30 kann jeder machen was er will und ich beschließe erst einmal in meinem Zimmer anzukommen und etwas aus zu spannen. Wir haben auch einen Voucher für 4GB Hotel WLAN bekommen, der wahrscheinlich für Monate reicht, so langsam wie das Internet hier ist. Ich wollte per WhatsApp eine Handy Foto verschicken und brauchte dafür knappe 5 Minuten. Das Internet ist so dermaßen schlecht, das ich auch andauernd Probleme mit der DNS Namensauflösung habe, was auch proaktiv auf dem Willkommens Aushang im Zimmer erwähnt wird, gleich nachdem sie einem Mitteilen das sie Videotelefonie und Streaming Dienste geblockt haben. Das wundert mich nicht, der Versuch allein würde die komplette Verbindung zum erliegen bringen. Mein Wunsch meine Fotos in die heimische Cloud zu sichern verpufft somit zugleich und so mache ich mich auf etwas die Stadt und die Strandpromenade zu erkunden.

Irgendwann habe ich bei der prallen Sonne auch auch nur noch bedingt Lust und so mache ich mir auf den Rückweg zu meinen Zimmer um mich etwas für das Abendessen frisch zu machen und mache mich auf den Weg zum Bully Hayes Restaurant & Bar. Wir saßen in einem Glashaus Artigen Anbau, das zwar sehr schön aussieht, in der Abendsonne aber leichte Ähnlichkeiten mit einer Sauna entwickelt. Dadurch dass wir schon vorab im Bus gewählt hatten was wir möchten ging die Bestellung sehr schnell, da nur Getränke individuell aufgenommen werden müssen. Ich hatte mir das Knoblauchbrot mit Oliven, danach das Lachsfilet, gefolgt von dem Cheesecake ausgesucht. Alles war vorzüglich und die Zeit verging wie im Fluge bei den Gesprächen die wir hatten und so langsam wird uns klar, das dies unser vorletzter Abend zusammen und fast das Ender der Reise ist.

Tag 22 Akaroa – Christchurch

Der Tag begann ich etwas zermürbt, denn die Wände meines Apartments Zimmers sind doch recht dünn und so konnte ich Problemlos dem Gelächter irgendwelcher Jugendlicher oder jede einzelne Wassernutzung meiner Nachbarn lauschen. Irgendwann wunderte ich mich warum denn irgendjemand alle 10 Minuten aufs Klo geht und bemerkte erst dann, das die Spülung meines eigenen Klos defekt ist und immer wenn der Wasserstand im Spülkasten niedirg wird lautsark Wasser nachfüllt. Kurzerhand öffnete ich den Spülkasten und fummelte an allem was mir auch nur entfernt relevant erschien. Das Ergebnis war, dass ich den Schwimmkörper überbrückte und die Befüllung des Tankes nicht mehr automatisch abschaltet. Glücklicherweise gab es einen Überlauf, so dass ich nicht das Bad unter Wasser setzte. Diese Überbrückung setzte ich, nach etwas weiterem probieren, wieder zurück so dass der Ursprungszustand wieder hergestellt war. Das Klo liegt genau gegenüber der Wand zu meinem Bett und so schloß ich das Ventil der Wasserzuleitung, so das ich wenigstens davon nicht Geweckt werde. Trotzdem schlief ich sehr Unruhig und wachte immer wieder auf. Bis ich aufgab und weit vor dem Wecker aufstand, so hatte ich auch Zeit mich um andere Probleme zu kümmern. Meine Miles and More Kreditkarte wurde nämlich aus meinem Online Kartenkonto vor einigen Tagen gelöscht und so bin ich nicht mehr in der Lage meinen Verfügungsrahmen und Buchungen zu kontrollieren. Bis jetzt hatte ich aber entweder nicht die Zeit (dank der Zeitverschiebung zu Deutschland) oder die Möglichkeit (Funkloch / Schlechtes WLAN) um bei den Kreditkarten Knalltüten anzurufen. Ich besitze die Miles and More Gold Kreditkarte die sich ja an Vielflieger und sonstige (wie ich möchtegern) Weltenbummler richten soll. Ich finde es daher schon ein scharfes Stück das die meinen die Hotline nur Montags bis Freitags von 8 bis 20 Uhr zu besetzen zu können. Da das WLAN und das Internet im allgemeinen bei meinem Hotel so unglaublich unbrauchbar ist, beschloss ich einen der zwei WLAN Hotspots in der Stadt aufzusuchen, dessen Nutzung für mich kostenfrei ist (Dank meiner gekauften Touristen SIM Karte von Spark). Würde ich von meinem O2 SIM Karte aus Neuseeland nach Deutschland telefonieren, würde ich sehr schnell sehr viel Geld zahlen. Meine Lösung war (relativ) einfach. Ich installierte mir einfach die Linphone App auf meinem Handy, konfiguriere sie für meinen Internet Telefonie Anschluss und baute einen VPN Tunnel zu meinem Heimnetzwerk auf (sicher ist sicher).

Das anschließende, viel zu lange Gespräch möchte ich in diesem Satz zusammenfassen: “Wir haben keine Ahnung was da passiert sind, aber wir geben unser bestes das Problem zu lösen und ich werde für sie eine Mail an die zuständige Fachabteilung schreiben.”

Wie nicht anders zu erwarten stand beinahe die Reisegruppe kurz vor 8 Uhr vor dem Bully Hayes Restaurant und wartete auf Einlass. Ich musste schon etwas Schmunzeln, denn wir alle kommen aus allerlei verschiedenen Richtungen mit der aufgehenden Sonne im Rücken zur Tür. Das hatte schon was aus einem Western, wenn der Held in den Sonnenuntergang reitet. Das Frühstück war von den Materialien und der Zubereitung sehr gut, nur schafften die es nicht Toastbrot und Eier zu gleichen Zeit bereit zu stellen. Weswegen Mathias Verlorene Eier schon lange kalt waren, bevor er einen warmen Toast bekam. Ich habe es mir da einfacher gemacht und die Eier einfach nur mit Salz und Pfeffer gegessen.

Die Abfahrt um 9 Uhr verlief auch Problemlos und unsere erste Fotopause legten wir am Gibraltar Rock Carpark um kurz nach 10 Uhr bei dem Omahu Bush Reserve ein. Hier verbrachten wir nicht allzulange und hatten die nächste am Sign of the Bellbird um 10:25 und machten Fotos von Quail Island und Umgebung.

So langsam gelüstete es uns nach Kaffee und so machten wir eine kombinierte Kaffee und Fotopause bei dem Sign of the Kiwi Cafe um kurz vor 11 Uhr. So Aufkaffeniert fährt uns Gabi samt Bus auf eine kurze Christchurch Orientierungsfahrt, unter anderem an die Victoria Statue, der Cardboard Cathedral, den Botanischen Gärten und dem Christs College vorbei. Bis wir um 13 Uhr unsere Zimmer im Heartland Hotel Cotswold beziehen. Die Stadt (jedenfalls markante Teile davon) an sich versprüht einen britischen Charme und besonders unser Hotel lässt sich da nicht lumpen und stellt alles unter das Motto der Tudors, nachdenen es auch auch gleich das Inhaus Restaurant benannt hat. Der nächste und letzte feste Termin für die Reisegruppe war das Abschiedsessen um 18:30 und bis dahin konnte jeder die Stadt auf eigen Faust erkunden. Christchurch wurde 2010 von einem schweren Erdbeben und ein Jahr später von einem weiteren Heimgesucht und bis heute sind nicht alle Schäden beseitigt, was in eine interessant und zugleich sehr befremdliche Kombination aus Verfall und Neuaufbau resultiert. Da stehen top moderne Bauten (teilweise leer) neben Bauruinen, bei denen Regenwasser die Kellergewölbe zu Schwimmbecken verwandelt. Nur möchte da keiner drin schwimmen, da bei allen Einwohner das Trauma und der Schrecken ins Kollektive Gedächtnis übergegangen ist.

Kaum hatte ich das Hotel verlassen, setzte auch schon in leichter Nieselregen ein, den ich jedoch ignorierte. Sowas schreckt mich als “abgehärteter Neuseeland Tourist” nicht mehr, jedoch erlag ich gegen 15 Uhr meinem Hunger, da ich bis jetzt noch nicht zu Mittag gegessen hatte und so kehrte ich bei Samurai Bowl ein und bestellte mir Kimchi als Vorspeise Karaage-Curry als Hauptgericht. Was ich jedoch übersah war, das bei dem Donburi bereits eine Miso Suppe als Vorspeise dabei war. Aber das war alles so lecker, das alles irgendwie von alleine verschwand. Nach meinem Mahl hatte der Regen aufgehört und ich machte weiter mit meinem Rundgang durch die Stadt, aber das Essen lag mir doch etwas schwer im Magen und so kaufte ich mir ein Ticket bei der Hop-on, Hop-Off Tramm und stieg gleich ein. So konnte ich ein guten Teil der Innenstadt erkunden und bekam ein paar Erklärungen und Kommentare. Ich war aber so dermaßen von Gabi verföhnt, was Informationsgehalt und -qualität betrifft das der doch recht stark nuschelnde Fahrer da nicht mithalten konnte.

Keine 20 Minuten nachdem ich zugestiegen war setzte ein heftiger Wolkenbruch ein, was natürlich bis auf die ganz Hartgesottenen alles ins trockene trieb. Dazu gehörte auch die Tram und so stieg bald eine Indische Großfamilie hinzu. Die Kinder waren ziemlich undiszipliniert und erfuhren auch wenig Aufmerksamkeit von der Erwachsenen, die die einfach machen ließen was sie wollten. Die hatten auch gar keine Zeit sich um die Kinder zu kümmern, da die vollends damit beschäftigt waren lauthals zu telefonieren. Diese Sippe belegt beinahe die hälfte der Tram und generierte eine Lärmkulisse das es unmöglich machte auch nur ein Wort des Fahrers zu hören. Ich entwickelte recht schnell Fantasien darüber wo die ihre Handy hinstecken können, damit da kein Sonnenlicht mehr drauf scheint, beschloss aber die Tram zu verlassen bevor ich noch weiter in die Abgründe meiner Fantasie versinke und ging zurück zum Hotel.

Wie schon erwartet waren wir alle vor dem vereinbarten Zeitraum im Restaurant “Tudor” unseres Hotels und warteten an der Bar bei Getränken auf die anderen bis wir unseren Tische beziehen konnten. Ich weiss nicht genau wieso, aber wir wurden auf zwei Tischgruppen verteilt, womit wir nicht ganz so angetan waren aber suchten uns trotzdem unser Plätze und begannen Getränke zu bestellen. Jedenfalls bis auf mich, denn immer wenn ich etwas bestellen wollte, rannte der Kellner ohne mich wahrzunehmen weg. Es war offensichtlich das er von der Situation und seinem Job überfordert war und er machte auch keinen Glücklichen Eindruck auf uns. Aber das Essen an sich war sehr gut, wenn auch der Service im allgemeinen etwas holprig war. Das lag wohl auch daran, wie ich später erfuhr, dass sich eine andere Gruppe ohne Voranmeldung hier einquartiert hat. Nachdem wir alle gespeist hatten und wir zum Entspannten Teil übergegangen sind, hat Sylvie stellvertretend für uns alle ein paar (sehr gelungene und treffende) Dankende Worte an Gabi gerichtet, was sie ermunterte diese zu erwidern und auch erwähnte das wir insgesamt ca. 3700 km mit dem Bus gefahren sind.

Wir waren eine sehr aktive und Harmonische Gruppe, wenn man mal von ein paar kleineren Reibereien absieht, die unvermeidlich sind wenn man Wochenlang auf so engem Raum aufeinander hockt. Trotzdem war es für mich eine wunderschöne und unvergessliche Reise mit anfänglich komplett Unbekannten, die man Tag für Tag besser kennenlernt und einem ans Herz wachsen. Allen voran unser Guide und Fahrer in einer Person Gabi, die immer professionell jede Situation meisterte und bei der Fahrt zu so ziemlich jeder Zeit eine Anekdote oder interessante Information parat hatte. Doch alle guten Dinge gehen mal zu Ende und so geht auch dieser Abend diesem Schicksal entgegen und wir verabschieden uns alle voneinander, mit dem Versprechen über Mail in Kontakt zu bleiben und die Fotos (nach Sichtung) auszutauschen. Natürlich haben die anderen mitbekommen das ich ein Reisetagebuch schreibe und nicht wenige haben Interesse daran bekundet, was mich wirklich in etwas Zugzwang bringt. Denn es ist eine Sache etwas ins Netz zu stellen was dann (vielleicht) von irgendwelchen unbekannten gelesen wird und eine andere wenn man die Leute kennt. Weswegen ich mir auf meinem Zimmer am Abend besonders viel Mühe gebe etwas zu digitalem Papier zu bringen. Als ich mir dabei ein Getränk in ein Glas eingießen will, hatte ich etwas Probleme das vom Tisch zu lösen. Das war nämlich so dermaßen festgeklebt, das es immer noch Staub und Dreck am Rand hatte, das ich auch nicht so ohne weiteres abwaschen konnte. Nch nahm dann doch lieber das zweite Glas was keine Probleme machte und wusch dies aber trotzdem nochmal mit Leitungswasser aus.

Tag 23 Christchurch – Kaikoura – Christchurch

Heute ist der Tag den ich dranhängen musste, weil alle Flüge ausgebucht waren, weswegen ich erst morgen fliegen werde. Weswegen heute für mich eine Walbeobachtungstour auf den Programm steht und ich soll laut Vaucher um 7:45 abgeholt werden. So stelle ich mir meinen Wecker entsprechend früh, bin vor 7 beim Frühstücken und warte an der Rezeption ab 7:30. Als dann um kurz vor 8 immer noch nichts passiert ist, bat ich um die Unterstützung der Rezeption und der auch sogleich bei der Firma anruf und nachfragte. Nach etwas Nachforschen und Warten stellte sich heraus, das der Abholtermin sich von 7:45 auf 8:45 verschoben wurde und dies meinem “Travel Agent” mitgeteilt wurde. Offensichtlich nicht, denn Gabi gab mir gestern Abend noch den Voucher mit 7:45. So verzog ich mich wieder auf mein Zimmer und machte mich daran mein Tagebuch Korrektur zu lesen dabei vertiefte ich mich so in mehr Arbeit, das mich der Anruf von der Rezeption aus der Konzentration riß, das mein Shuttle hier wäre, 10 Minuten vor dem (zweiten) Termin.

Mein Guide und Fahrer heute ist David Monk und auf dem Weg plauderte er etwas über Neuseeland, Maori und aus dem allgemeinen metaphorischen Nähkästchen. Nach etwa zwei Stunden Fahrt, legten wir eine Klopause in Cheviot ein und holten uns einen schnellen Kaffee beim Two Rivers Cafe. Eine weiter Pause machten wir am Kaikoura Lookout, da David kurz telefonieren musste um etwas wegen der Tour abzuklären und wir die Gelegenheit nutzten für ein paar Fotos. Kurz nach 12 machen wir eine kleine Mittagspause und ich hatte einen sehr leckeren Hühnerbrust Salate bei der Groper Garage, bevor uns Daniel wieder einsammelt und  zu Whale Watch Kaikoura fuhr. Nachdem wir unsere Tickets hatten und schon im “Briefing Room” auf die obligatorische Sicherheitsbelehrung warteten, bekamen wir die Nachricht das die Tour wegen schlechtem Wetter abgesagt wird. David hatte uns diesbezüglich schon vorgewarnt, denn der Wind und die Wellen waren doch recht stark. Plan B bestand daraus das wir zu Wings Over Whales Kaikoura fuhren und einfach in ein kleines Flugzeug mit 8 Sitzen umsteigen. Natürlich folgte wieder eine Sicherheitsbelehrung und wir wurden alle mit Rettungswesten ausgestattet. Wenige Minuten nachdem wir in der Luft waren, hatten wir schon einen Pottwal unter uns. In knapp 150 Fuß Lufthöhe kreisten wir mal links, mal rechts herum um den Waal, so das jeder einen guten Blick auf ihn hat. Ich versuchte Fotos zu machen, aber der Flug war (hauptsächlich wegen der ständigen Kreise die wir machten) etwas unruhig und so war es sehr schwer gescheite Fotos zu machen. Als der Pottwal wieder abtaucht fanden wir noch einen Schwarm Delfine von geschätzt 50 Tieren die auf den Wellen Surfen oder aus dem Wasser springen. Unser Pilot, Mike, setzte uns gegen 15 Uhr wieder, nach einem halbstündigen Flug, wieder an Land ab. Da der Flug bei weitem kürzer war als die Bootsfahrt, machten wir noch einen kleinen Ausflug zum Point Kean Viewpointum ein paar Robben zu beobachten, aber die trauten sich wohl bei dem Wetter nicht an Land und so aßen wir noch ein Eis und fuhren zurück zum Hotel.

Tag 24 & 25 Christchurch – Singapur – Frankfurt

Mein letzter Tag in Neuseeland beginnt wie üblich kurz vor 7 Uhr, mit dem Frühstück um kurz nach 7 und dem Checkout um 8 Uhr. Mein Shuttle zum Flughafen kommt pünktlich und auf der kurzen Fahrt halte ich einen angeregten Smalltalk mit dem (vermutlich) Koreanischen Fahrer. Der Christchurch Flughafen ist eigentlich recht einfach zu navigieren, trotzdem habe ich es geschafft mich zu verlaufen und bin erst einmal durch die Sicherheits Checks für die Inlandsflüge durch und war an den falschen Gates. Sobald ich das bemerkt habe bin ich durch den Ausgang wieder in die Allgemeine Abflughalle und suchte die Internationalen Gates und die dazugehörigen Sicherheitskontrollen. Nach dem Boarding stellte ich erfreut fest, das der Platz neben mir frei ist und ich mich so etwas ausbreiten kann. Der Flug an sich war Ereignislos und ich verbrachte die meiste Zeit mit lesen, bis ich wieder in Singapur landete. Hier hatte ich einen (geplanten) 6 Stündigen Stopover. Das letzte mal als ich hier war, hatte ich den Flughafen bereits ziemlich gut erkundet und so wusste ich bereits wo was ist. Was mich nicht daran hinderte die Terminals nochmal abzulaufen um mir die Beine zu vertreten, bis ich mir ein ruhiges Plätzchen suchte und abwechselnd den Treiben zusah oder weiter mein Buch las.

Schließlich war es Zeit für das Boarding und so begab ich mich zum letzten Mal für diese Reise durch die Sicherheitskontrolle und abermals wurde mir meine Nagelschere abgenommen, die ich mir in Neuseeland nachgekauft hatte. Natürlich ignorierten sie dabei wieder mein Taschenmesser, das ich wieder im Handgepäck vergessen hatte. Ich versuchte die Kontrolleure dann in ein Gespräch zu verwickeln und fragte Sie ob ich denn wenigstens einen Durchschlag oder Bestätigung bekommen würde, da sie mir mein Eigentum wegnehmen würde. Was mit einem sehr verwunderten “Nein” beantwortet wurde, anscheinend sind die noch nie auf die Idee gekommen das Menschen ungern ihr Hab und Gut and wildfremde abgeben mögen. Sie hatten auch eine sehr elegante Art und Weise das “Gespräch”, zu beenden, indem Sie mich einfach ignorierten.

Nach der Sicherheitskontrolle wurde nochmal mein Board Pass geprüft und dabei erhielt ich die Kopie eines Informationsblattes, die so oft Fotokopiert wurde, das sie gerade so noch lesbar war, die mich darüber informiert das meine persönlichen Daten an die deutsche Bundespolizei zur Verarbeitung weitergegeben wurden. Das Erste Anzeichen das es zurück in die Heimat geht ist also die Datenschutz-Grundverordnung.

Bis jetzt war ich es gewohnt dass das Boarding kontrolliert und nach einem System abläuft. Anhand der Sitzreihe werden die Passagiere zum einsteigen aufgerufen, aber diesmal wurden nur die Prio Reisenden (Business, First Class, Kinder, etc.) aufgerufen und dann kam gar kein Aufruf mehr. Bis die ersten Fluggäste nach und nach beschlossen einfach so das Flugzeug zu betreten. Als ich es ihnen gleich tat, bemerkte ich das am ganzen Gate auch keiner der Flugbegleiter mehr anzutreffen war und ich fast alleine dort stand.

Ich suchte mir mein Sitzplatz und verstaute mein Handgepäck, diesmal war meine Sitzreihe voll besetzt und ich hatte das große Glück direkt neben den Toiletten zu sitzen. Das hätte mich nicht gestört, nur haben die das Licht im Flugzeug nach dem Start erst reduziert und dann komplett abgeschaltet um den Leuten das Schlafen zu erleichtern. Ich versuchte das auch, aber jedesmal wenn jemand die Klo Tür öffnete schien mir das helle Licht aus der Nasszelle direkt ins Gesicht und dementsprechend war mein Schlaf fast nicht existent.

Der Flug an sich war auch etwas unruhig und mussten wir für einen guten Teil unsere Gurte anlassen, was mich aber nicht sonderlich störte. Das einzige was mich wirklich störte, war das die Temperatur dermaßen reduziert war, das ich mich zu meinem T-Shirt und Pulli noch meine Jacke aus dem Handgepäck Fach holen musste und so so saß ich dann in einer Decke eingehüllt und mit Jacke und Kapuze in meinem Sitz. Natürlich gab es auch wieder quengelnde Kinder auf diesem Flug, aber dank meiner Noice Canceling Kopfhörer bekam ich davon so gut wie nichts mit. Ich beglückwünschte mich sehr für diese Anschaffung, das einzige Problem war nur das ich auch die Flugbegleiter nicht bemerkte die was von mir wollten.

Die letzten Stunden vor der Landung zählte ich fast die Minuten und schaute dauernd auf die Uhr, denn ich hatte echt keine Lust mehr und wollte nur noch in mein eigenes Bett und weg von den Menschenmassen. Leider flog das Flugzeug deswegen auch nicht schneller und so begnügte ich mich damit noch etwas zu lesen oder versuchte etwas zu “Schlafen”. In Frankfurt gelandet “schoss” förmlich aus dem Flugzeug, jedenfalls soweit es mir Möglich war, da überall jemand im Weg stand. An den Gepäckbändern stand ich dann auch wieder eine dreiviertel Stunde bis ich meine Koffer hatte, weil es anscheinend Probleme mit dem Ausladen gab. Wieso passiert das eigentlich jedes Mal wenn ich in Frankfurt lade?

Glücklicherweise schaffte ich es 5 Minuten vor dem Vereinbarten Abholung mit dem Taxi endlich am Vereinbarten Treffpunkt zu sein, bei dem alle möglichen Fahrer auf Ihre Kunden warteten, aber natürlich nicht meiner. Ein paar Minuten nachdem der Termin verstrichen war wollte ich schon das Unternehmen anrufen, da rappelte mein Handy. Es war der Fahrer der mich fragte wo ich den wäre, ich verkniff mir bissige Kommentare und sagte das ich am Treffpunkt sei. Er ist anscheinend gerade auf dem Parkplatz angekommen und wir vereinbarten dass ich mich an die Straße stelle und wir uns dort treffen, was auch gelang. Auf der Fahrt verfuhr sich der Taxifahrer und schaltete sein Navi ein, nur um sich prompt nochmal zu verfahren. Aber er brachte mich sicher nach Hause, wo ich nach dem Auspacken und etwas rumkramen erstmal wie Tot ins Bett fiel.

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