Hohe Häuser und tiefe Gewässer

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Dies ist mein Reisebericht von meinem Urlaub in Taipeh und Hong Kong im Januar 2019.

Tag 1

Um 11: 30 Uhr holt mich Max von zuhause ab und zusammen fahren wir nach Frankfurt, wo wir uns einen Parkplatz in der nähe seiner Firma suchen, um Parkgebühren zu sparen. Danach fahren wir mit dem Bus zum Terminal 1 und checken dort ein, nur um in das spezielle 1. Klasse Terminal der Lufthansa zu wechseln (Hurra Flugmeilen). Nach einer persönlichen Begrüßung von dem diensthabenden Betreuer, werden wir durch den (fast schon privaten) Sicherheits Check und Passkontrolle geführt. Dies hinter uns werden uns die Örtlichkeiten erläutert wie das Buffet, Bar, Büro- und Ruheräume, Bad, Dusche, Lounge. Wir essen erstmal zu Mittag am Buffet und teilen uns danach kurz auf, weil ich noch ein paar Telefonate führen und Mails schreiben muss, während Max das Bad ausprobiert.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und schon bald werden wir mit einem Chauffeur direkt an das Flugzeug gefahren. Nachdem wir unsere (sehr geräumigen) Plätze eingenommen haben, werden wir beinahe sofort mit allerlei Feinheiten verköstigt. Die Angebotenen Weine lehnte ich dankend ab und bliebe bei Wasser. Der Flug hat auch WLAN und Internet und wir bekommen einen Gutschein Code um dies kostenlos für 24 Stunden zu nutzen. Zu meiner überraschung klappt das auch gut, wenn auch nicht wirklich schnell, aber für eine Satellitenverbindung nicht schlecht. Nach etwas mehr als 10 Stunden Flug und eine beinahe Mästung von Essen, sind wir in Shanghai gelandet. Hier sind haben wir uns an dem Schalter von unserem Anschlussflug gemeldet und die Übergabe des Gepäckes geklärt, denn normalerweise muss jeder sein Gepäck abholen und damit durch eine erneute Sicherheitskontrolle. Nur unsere Fluglinie war die Ausnahme und so konnten wir, nach nennung unserer Handynummer, weiter in die Business Lounge und dort etwas entspannen. Ich versuchte auch das kostenfreie WLAN zu nutzen und musste recht schnell Feststellen das dies für mich nicht Brauchbar ist. Denn China hat ja ihr eigenes “kleinen Subnet” und ich konnte auf nichts Zugreifen, nicht einmal per VPN auf mein Netzwerk zuhause.

Doch langweilig wurde uns nicht, denn wir waren keine halbe Stunde da und mein Handy klingelte. Am anderen Ende war jemand der ein dermaßen schlechtes Englisch sprach, das ich gar nicht verstand was er denn von mir will. Das einzige was ich verstand das er immer wieder “Luggage” erwähnte. Er war anscheinend genauso gefrustet wie ich, weil er auch kurzzeitig versuchte Chinesisch mit mir zu reden, was natürlich die Situation nicht verbesserte. Schließlich gab ich einfach auf und ging mit dem Handy zum Empfang der Business Lounge, reichte das Handy an eine der Empfangsdamen weiter und erklärte der kurz was Sache ist. Ein paar Minuten auf Chinesisches Gespräch später, stellte sich heraus das mein Gepäck kontrolliert werden musste, weil die ein “verdächtiges Objekt” gefunden hatten. Kaum war das geklärt, klingelte das Handy von Max und natürlich hatten sie auch bei Ihm was gefunden.

Nach einer kurzen Organisationspause bekamen wir eine betreuerin zur Seite gestellt, die uns zur Gepäckkontrolle begleiten sollte. Es stellte sich nur heraus, das wir das nicht konnten. Die Kontroll Station war auf Chinesischem Hoheitsgebiet, aber wir hatten kein Visum es zu betreten, da wir ja eigentlich gleich weiterfliegen wollten und befanden uns so ein einer Zwickmühle. Nachdem wir beinahe eine Stunde am Grenzschalter rum standen und unsere Begleiterin die halbe Welt abtelefoniert hatte, kam Sie auf eine Idee. Max und ich schrieben ihr ein formlose Vollmacht auf einen Zettel um uns bei der Gepäckkontrolle zu vertreten und so zog sie los, nur um wenige Minuten wieder zu kommen und mich nach der zahlenkombination für mein Koffer Schloss zu fragen.

Nach etwas mehr warten war sie wieder da und zeigte uns ihre Handy Fotos was kontrolliert wurde. Ich hatte aus Platzgründen mein Blitz und die vier AA Batterien in den Koffer gepackt und die Batterien dürfen nur im Handgepäck mitgeführt werden. Bei Max war sein Regenschirm der Grund der Kontrolle. Ich muss gestehen das ich nicht mehr durchsteige was ich wo, bei welcher Fluglinie transportieren darf oder auch nicht.

Nachdem wir diesen Schwachsinn geklärt hatten, waren wir zurück in der Lounge, bis wir unseren Anschlussflug nach Taipeh bestiegen und keine 90 Minuten später landeten.

Die Zoll und Gepäckkontrolle bewältigten wir in Windeseile, organisierten uns noch am Flughafen eine Touristen Sim Karte und fuhren mit der U-Bahn weiter zum Caesar Park Hotel Banqiao. Nachdem wir unser Zimmer (1107) bezogen haben, war es fast 21 Uhr und das war es dann auch für heute.

Tag 2

Unser Tag beginnt bei Ueshima Coffee Lounge, direkt neben dem Hotel mit einem Frühstück gegen 9:30 Uhr. Wir waren beide etwas von dem Angebot und den Bezeichnungen verwirrt, aber nach kurzer Beratung haben wir uns beide für die Frühstücks Kombo mit schwarzem Kaffee und einem Sandwich entschieden.

Unser erstes Ziel erreichten wir über die MRT um 11 Uhr. Hier am Liberty Square ist die Chiang Kai-Shek Memorial Hall, neben dem Nationaltheater und der Konzert Halle. Chiang Kai-shek war der ehemaliger Staatspräsident der Republik China, der 1949 nach seiner Niederlage gegen die Kommunisten nach Taiwan geflohen ist. In der Gedächtnishalle an sich war eine permanente Ehrenwache die Stündlich abgelöst wird und alles zusammen wird von hunderten von Touristen “belagert”. Auf dem Platz an sich sind neben den Touristen Scharen auch jede Menge Musiker und Künstler die (vermutlich) zum Theater oder der Konzerthalle gehören und dort aus Platzgründen üben. Beides ist ohne ein gültiges Ticket nicht zu betreten, aber im Kellergewölben der Konzerthalle gab es einen “Teehaus” an dem auch der Spielplan ausgehängt war. Dort fanden wir auch das demnächst dort der Dragon Ball Soundtrack aufgeführt wird.

Gleich um die Ecke war das Ost Tor, der Jieshou Park und der President Hall Plaza die wir alle einfach nur wegen ihrer Nähe zu uns noch mitgenommen haben. Auf dem Weg dorthin sind wir auch an einer Polizei Station vorbei gekommen und dort sahen dort auf dem Parkplatz mehrere Polizei Mofas. Genau, nicht Motorräder sonder MOFAS, komplett mit Blaulicht und Sirene, die wahren richtig drollig.

Unsere nächste Tagesetappe war Ximen, das sich ein wenige wie Shinjukuin in Japan anfühlt. Hier gibt es aber noch viel mehr als nur Fressbuden und Elektrogeschäften, denn es hat sich hier eine ausgeprägte Tätowier Szene angesiedelt. Wir schauen uns das emsige Treiben an und schlendern die Straßen ab, bis wir bei Mammy Pancakes eine kleine Mittagspause um 14 Uhr einlegen. Leider begriff ich das System nicht auf anhieb und so bestelle ich aus versehen zwei Waffeln. Die waren beide auch sehr lecker, nur war das zu viel süßes auf einmal und so war mit im Anschluss etwas schlecht.

Nach einer kleinen Pause nach dem Essen fahren wir mit der MRT zum Teipei 101, nur um festzustellen das es sehr bewölkt ist und die Aussicht von oben nicht gut ist. Weswegen wir weiter zum Xiangti Avenue Plaza gehen.

Neben den unzähligen Geschäften sind hier auch etliche Straßenmusikanten und Artisten die Ihre Kunst darbieten. Die meisten Spielten dabei klassische Instrumente wie Geigen oder Cellos, und zogen ein recht großes Publikum an. Nur der einzelne mit der Panflöte stand ziemlich alleine herum und tat mir fast schon etwas leid. Vor allem wie er sich am Ende eines Stückes vor dem nicht existenten Publikum bedankt und verbeugt.

Um 17 Uhr legten wir eine kleine Pause im Cafe Trico ein um uns etwas auszuruhen und die restliche Tagesplanung zu erarbeiten. Nach einigem Brainstorming kommen wir aber zu keinem schlüssigen Ergebnis und beschließen einfach gegen 18:30 Uhr wieder zurück zum Teipei 101 zu gehen und auf die Aussichtsplattform zu fahren, trotz der recht starken Bewölkung. Leider sieht man wirklich nicht viel von da oben und obendrein ist es auch recht frisch in 500 Metern höhe. Wir hören auch ein auf- und abebbendes Pfeifen und als ich den Sicherheitsmann dort frage ob das der Wind ist, schaut der mich mit einem Gesicht an, das über jede Sprachbarriere hinweg ausdrückt, das er nicht kapiert hat was ich von ihm will. Erst als ich versuche die Geräusche zu imitieren geht im ein Licht auf und bestätigt meine Vermutung mit “Wind, Noise, Yes”.

Um 20:30 Uhr waren wir mit der Besichtigung fertig und fuhren in den Keller des 101 in den Foodcourt. Das Angebot ist riesig und so brauchen wir mehrere Runden bis wir auch nur einen groben Überblick haben. Hier bemerkte ich auch die verschiedenen Strategien die Max und ich bei der Essenswahl anwendeten. Nachdem Max eine Vorauswahl getroffen hat beginnt er mit dem Handy zusammen zu übersetzen was es denn genau ist, was er sich da ausgesucht hat. Ich hingegen entscheide mich für etwas was gut aussieht, zeige mit dem Finger darauf, mit der anderen Hand halte ich meine Kreditkarte hoch und bestelle mit “Please give me this one”.

Sowohl Max, als auch ich hatten eine gute Wahl getroffen, auch wenn ich keinen blassen Schimmer habe, was ich da esse. Nach dem Essen saßen wir noch etwas herum und eine ältere Frau in Arbeitskleidung fragte ob sie abräumen konnte und als wir dies bestätigten, murmelte sie etwas wie “clean plate, good, good” und nahm unsere beinahe blanken Teller und Tablets mit. Viel länger blieben wir dann auch nicht mehr und so waren wir gegen 22 Uhr wieder im Hotel.

Tag 3

Heute wurde aus unserem Frühstück eher ein Brunch um 10 Uhr, das wir wieder in der Ueshima Coffee Lounge einnahmen und gleich darauf zur Teipei Main Station furhren. Hier steigen wir in einen Doppeldecker Bus um und machen eine Stadtrundfahrt. Es zwei verschiedene Linien, die Rote und die Blaue, die wir beide einmal abfahren. Ein paar der Haltestellen haben wir natürlich schon gesehen, aber diesmal bekommen wir noch etwas Kontext vom Band.

Kurz nach 14 Uhr sind mit der Rundfahrt fertig und fahren mit der Maokong Gondel auf Dailaokeng Mountain. Kaum sind wir aus der Gondel raus, setzt ein konstanter Nieselregen ein, was uns natürlich nicht abschreckt und erkunden die Gegend. Unser erstes Ziel war 魯冰花海, bei dem wir uns gekonnt verlaufen und etwas brauchten bis wir es gefunden endlich finden. Es macht die Navigation nicht einfach, wenn wirklich alle Schilder nur auf Chinesisch sind.

Der “Wanderweg” den wir uns aussuchen, geht stellenweise über recht steile gepflasterte Wege, die im Regen ziemlich rutschig sind. Vorsichtig setzten wir einen Schritt vor den anderen, um nicht aus- oder abzurutschen. An unserem Etappenziel angekommen verschlechtert sich das Wetter und wir beschließen einen Einkehrschwung in eines der Teehäuser hier zu machen und auf dem Weg dorthin, mussten wir wieder den steilen und rutschigen Weg hinauf. Ich will jetzt nicht behaupten das wir auf allen vieren die Pflastersteine erklommen haben, aber ich schätzte mal das es zwischenzeitlich durchaus eine 45 Prozentige Steigung war und genau an einer der Steilen Punkte ist uns ein Anwohner auf seinem abgeranzten Mofa entgegen gekommen. Natürlich ohne Helm.

Dies bestätigt meine heimliche Theorie, das das Mofa hier in Taiwan, so ziemlich alles sein kann was man will. Die Dinger habe ich schon auf Gehwegen, Zebrastreifen, natürlich auf der Staße und jetzt auf Wanderwegen gesehen. Wenn die könnten, würden die Taiwanesen bestimmt damit auch in die U-Bahn fahren.

Nach dieser Begegnung der Taiwanesischen Art, sind dann im MAOLAN angekommen, bei dem wir uns erst einmal mit der Bestellmethode vertraut machen mussten. Auf jedem Tisch war ein Stapel mit Menükarten, Stiften und einer Nummer. Diese “Tischnummer” trägt man in das Menü ein und kreuzt danach an was man möchte. Danach bringt man das ausgefüllte Menükarte an die Theke und bezahlt dort. Danach wird einem die Bestellung gebracht. Ein tolles System, bei dem man viele (Sprach-) Problemen vorbeugen kann und den ganzen Ablauf beschleunigt.

Nach unserer Pause hat der Regen nur unmerklich nachgelassen und da um 17 Uhr langsam die Dämmerung einsetzt, fahren wir wieder herunter in die Stadt und machen uns auf den Weg zum Shilin Night Market, bei dem wir kurz vor 19 Uhr ankommen.

Sofort begrüßen uns die Menschenmassen, die sich in verschiedenen Dichten und Geschwindigkeiten durch die engen Gässchen drücken, die gesäumt von kleinen Läden und Ständen sind. Die ganzen dargebotenen “Markenartikel” ignorieren wir, da die Preise einfach zu gut sind um echt zu sein. So konzentrieren wir uns nur auf die essbaren Köstlichkeiten und beginnen uns von Stand zu Stand zu naschen. Leider gibt es keinerlei Möglichkeit sich irgendwohin zu setzen und so suchen wir uns eine Nische aus und essen dort. Nach dem Essen stehen wir vor dem Problem der Müllentsorgung, da es hier fast keine Mülleimer gibt und so schleppen wir den mit uns rum. Die Menschenmenge wird natürlich, wie nicht anders zu erwarten, von dem ein oder anderen Mofa gestört, das in Schritttempo sich durch die Menge kämpft.

Oft kann man anhand der Piktogramme an den Ständen erahnen, was dort zubereitet wird, manchmal aber leider auch nicht. Nach einer Weile fällt mir auf, das viele der Stände sich mehrfdach wiederholen und anscheinend zur gleichen Kette gehören. Was aber von Vorteil ist, denn an manchen Ständen gibt es Schlangen von bis zu 20 oder 30 Metern und so geht man einfach weiter zum nächsten, an dem weniger los ist. gegen 20:30 Uhr machen wir uns wieder auf den Rückweg, denn nicht nur sind wir gesättigt, wir sind auch von dem rumgelatsche recht kaputt.

Tag 4

Wir hatten uns heute den Wecker um 8:30 Uhr gestellt, sind doch aber irgendwie erst gegen 10 Uhr bei Ueshima zum Frühstücken gewesen. heute ist das Wetter viel besser als die letzten Tage und so steuern wir als erstes das Teipei 101 an um noch einmal die Aussichtsplattform zu erklimmen. Diesmal ist es nur leicht bewölkt und die Sicht ist viel besser. So stehe ich gerade vor einem der (leider nur von innen geputzten Fenster) und genieße die Aussicht, da kommt ein Chinese an und versucht mich einfach weg zu schieben. Erst als ich mich nicht bewege und ihn mit einem Blick ansehe der aussagt was er denn für ein Problem hat (ich war sprichwörtlich der einzige im Umkreis von 3 Metern) schaut er mich an und bemerkt das ich anscheinend nicht die Person war, die er erwartet hatte. Danach lacht er mir ins Gesicht und sagt irgendwas auf Chinesisch, aber ich würde darauf Wetten das es keine Entschuldigung für sein Verhalten war, auch ohne chinesische Sprachkenntnisse meinerseits. Weil ich keine Lust habe mich mit diesen Idioten weiter auseinander zu setzten, gehe ich einfach weiter und setzte mein Touristen Programm fort. Dazu gehört natürlich auch das unausgesprochene internationale Gesetz, das man nach Anfrage für andere Fotos macht.

Eines der ansässigen Nationalgerichte ist die Nudelsuppe mit Rind und es kann natürlich nicht sein, dass wir diese nicht probieren. Nach einiger Recherche beschließen wir in das Din Tai Fung Chinese Taipei 101 Restaurant zu gehen, was in einem der Untergeschosse des 101 ist. Dort angekommen brauchten wir erst einmal eine Weile (und etwas Nachfragen), bis wir begreifen wie das System funktioniert um das Restaurant zu betreten. Wir melden uns an der Rezeption, bestellen einen Tisch für 2 und bekommen eine Nummer. In dieser Zeit studieren wir das Menü und füllen einen Bestellzettel aus (welche Gerichte wir wie oft und nach welche Variation haben möchten). Nach aufrufen (ca. 20 Minuten Wartezeit) unserer Nummer werden wir zu unserem Tisch begleitet und der Zettel mit uns durchgegangen und kontrolliert ob auch alles so korrekt ist. Wenige Minuten später hatten wir auch schon die Vorspeise auf dem Tisch und nach und nach folgte der Rest. Das ganze Konzept ist perfekt umgesetzt und klappt hervorragend, naja fast. Die Pork Buns die wir dazu bestellt hatten sind irgendwie untergegangen. Das wurde aber auch sehr schnell entdeckt, denn jedesmal wenn eines der Gerichte an den Tisch gebracht wurde, wurde die Bestellung auf der Rechnung markiert und jeder Kellner der an unserem Tisch vorbei ging kontrollierte konstant unsere Rechnung. Daraufhin haben sich zwei Kellner und der Koch (glaube ich) bei uns gefühlte fünf mal Entschuldigt und haben eine Geschenk als Entschuldigung bekommen.

Um 15:30 waren wir mit dem Essen fertig und erkundeten die nähere Umgebung, bis wir uns gegen 17 Uhr auf den Weg nach Ximen machen. Dort schlendern wir durch die Straßen und genießen die von den Neonlichtern erhellte Nacht. Max ist irgendwie auf das Mango Chacha gekommen, das wir gegen 18 Uhr auf einen kleinen Snack aufsuchen. Dies ist eine Art Eisdiele, die sich auf Mangos spezialisiert hat und meiner Meinung nach etwas zu teuer ist, für das was sie bieten.

Eigentlich wollten wir heute mal früher im Hotel sein, aber auf unserem Rückweg sind wir an einem Foodstand vorbeigekommen, der aus mehreren Rollwagen besteht. Dieser bietet “traditionelle Taiwanesische Snacks” an, jedenfalls entnehmen wir das dem Schild, was so ziemlich das einzige in lateinischer Schrift war. Da aber alles sehr lecker aussieht, bestellen wir einfach was auf gut Glück und werden nicht enttäuscht. Dieser Snack ist eine Art gefüllte Waffel, bei dem erst ein Waffelform mit Teig befüllt wird und sobald dieser ausgehärtet ist, befüllt wird. Danach wird das ganze mit einer weiteren Teigwaffel verschlossen. Ich bestellte mir einmal Bacon (mit Käse und Mais) und einmal Hackfleisch und Tomatensauce, beides sehr lecker. Ich merkte sehr schnell, das der Verzehr mit Vorsicht zu genießen ist, da die Füllung sehr heiß ist, trotz der lauwarmen Außentemperatur.

Tag 5

Nach unserem mittlerweile fast schon obligatorischen Frühstück bei Ueshima, fahren wir mit der MRT zur Teipei Main Station und steigen dort in den Bus 1815 nach Yehliu. Wir benötigen keine extra Tickets dafür, da hier auch unsere Easycard akzeptiert wird, wie in vielen Geschäften und Supermärkten übrigens auch (und Deutschland ist an der Geldkarte gescheitert…). Natürlich hat der Bus, wie so gut wie alles hier in Taiwan, kostenloses WLAN und obendrein noch an jedem Sitz eine 2A USB Ladestecker. Die Ladestecker sind aber so abgenutzt das viele Wackelkontakte haben, weswegen ich mir einen neuen Sitz suche. Nach einer besseren Stunde fahrtzeit sind wir dann in Yehliu angekommen und sind einfach den anderen vermeintlichen Touristen gefolgt und sind nach wenigen Minuten um 12:30 im Yehliu Geopark angekommen. Nachdem wir uns durch die mehreren Busladungen (sprichwörtlich, wir sind am Parkplatz vorbei) von Touristen am Eingang vorbei geschlichen haben, sind wir mitten drin im Geschehen. Der Geopark ist berühmt für seine von den Gezeiten geprägten Felsgesteine und damit hier nichts “schief” geht gibt es hier alle 50 oder 100 Meter einen Aufpasser mit Trillerpfeife, der die Touristen in Schach hält (oder es versucht). Sobald einer irgendwo drauf klettern, trillert der los. Tritt einer aus der Absperrung raus, trillert er los. Fasst einer die exponierten Felsgebilde an, trillert er auch los. Wir waren kaum da und kommen uns vor wie auf dem Fußballplatz. Ständig (alle 30 Sekunden) wird jemand zurechtgewiesen, nur um ignoriert zu werden, sobald er sich der Aufpasser wegdreht.

Wir verlassen die primären Touristengebiete und gehen etwas ins Hinterland. Die Wege sind gepflastert aber sonst nicht besonders gut gesichert oder nach “deutscher Art” gepflegt. Es gibt keine Geländer, sowohl an Steigungen, Treppen oder Gefällen. Obendrein sind viele der Pflastersteine aufgrund von Algen sehr glatt, was stellenweise ziemlich gefährlich ist und mir sind ein paar Mal die Füße weggerutscht. Auf dem Weg zum Trail End Observation Deck kommen wir auch am Yehliu Lighthouse vorbei. Gleich daneben ist ein Funkturm und wir sehen wie ein Amerikaner (?) über den Zaun klettert um mittels der Leiter ungesichert auf den Turm klettert, nur um ein Selfie zu machen. Diesen Selfie Trend habe ich nie ganz verstanden und sich dann auch noch in Lebensgefahr zu begeben, erst recht nicht.

Auf dem Rückweg zur Bushaltestelle, machen wir noch einen kleinen Stop beim Yehliu Baoan Temple, aber hier bleiben wir nicht lange, da dieser recht klein ist und wir uns etwas fehl am Platz fühlen. Gegen 16:30 fahren wir in den Bus zurück nach Taipeh und fahren dort zum Mengjia Longshan-Tempel weiter. Wir merken sofort das wir wieder in der Großstadt sind, da wir uns vorkommen wie an einem Touristen Hotspot, nur das wir einige der wenigen wirklichen Touristen sind. Der Rest hier sind Gläubige die ihren Praktiken nachgehen und ich komme mir wie bei dem anderen Tempel wieder etwas fehl am Platz vor. Wenn auch nicht so extrem wie bei dem Yehliu Baoan Tempel, weswegen ich mich mit den Fotos ziemlich zurück halte. Dies ist auch der erste Tempel den ich hier besuche, der auch wirklich mehr als nur Räucherstäbchen und Opfergaben anbietet und so deckte ich mich nach etwas durchfragen mit Glücksbringern ein. Das war aber gar nicht so einfach wie sich das hier anhört, denn es gibt hier über hundert verschiedene, mit teilweise sich überschneidenden Zuständigkeiten und alles war nur auf Chinesisch ausgeschrieben. Aber wie gesagt, das haben wir auch noch hinbekommen. Was mich dann aber etwas “Kultur Schockte” war der Geldautomat mitten im Tempel neben dem Laden für die Charms. Damit die Gläubigen nicht so weit laufen müssen.

Wir hatten heute noch nichts gegessen und so machten wir uns auf die Suche nach etwas. Wie üblich suchten wir nach etwas mittel Google, sind dann aber so tief im einheimischen gebieten gelandet, das wir selbst mit Gestenkommunikation nicht mehr zurecht gekommen sind. Wir beschlossen daraufhin zur Main Station zu fahren und sind so im Ginza Anzu Tonkatsu gelandet. Hier sind wir zwar auch mit Englisch etwas gegen die Wand gefahren, aber wenigstens konnten wir auf das Essen zeigen, was wir haben wollten.

Tag 6

Heute beschließen wir mit unserer etablierten Morgenroutine zu brechen und nicht zu Ueshima zu gehen, da wir beinahe das komplette Frühstücksmenü durchprobiert haben. Weswegen wir nach etwas Google-Fu zu dem 918 Coffee House gehen und brunchen (10:30 ist etwas zu spät für ein Frühstück). Das Essen war gut, aber der Kaffee bei Ueshima fand ich besser.

Als nächstes wollte Max noch eines der deutschen Reformhäuser besuchen, nicht um was zu kaufen, sondern einfach nur um zu sehen was es da so gibt. Da wir unser Programm was wir unbedingt in Taipeh sehen wollen fast durch haben, beschließen wir auf den Xiangshan / Elephant Mountain zu wandern, trotz der recht nieseligen Wetterlage. Kurz vor 13 Uhr sind wir vor Ort und beginnen unsere Bergbesteigung, nur um festzustellen, das der Wanderweg, kein Weg im “deutschen Sinne” ist, sondern eine einzige steile Treppe. Diese Treppe hat aber wenigstens ein Geländer, jedenfalls auf einer Seite, aber die Stufen haben weder eine genormte Höhe, Breite oder Tiefe. Um den Schwierigkeitsgrad noch etwas zu steigern, sind einige Schief oder beschädigt und weggebrochen.

Natürlich sind wir nicht die einzigen die hier herum kraxeln, aber die anderen um uns herum scheinen von diesen ungenormten Stufen nicht so eingeschränkt zu sein wie wir. Manche joggen die Stufen förmlich herunter und wieder andere schauen beim Treppen steigen nur auf ihr Handy. Gegen 13:30 Uhr sind wir am Xiangshan Six Rocks und genießen den verregneten Anblick über Taipeh. Wie um das Ereignis würdig zu feiern, beschließt das Wetter von Nieselregen in einen ausgewaschenen Regen zu wechseln. Darauf haben wir aber so gar keine Lust und kraxeln vorsichtig wieder runter und suchen erstmal im Ramble Cafe um 15 Uhr Unterschlupf. Hier trocken wir uns, unsere Ausrüstung und überlegen was wir noch mit dem angebrochenen Tag anfangen wollen. Aber so richtig kommen wir zu keinem Entschluß und so gehen wir etwas essen. Das Ziel ist Hawker Chan, dies war ein Street Food Koch, der einen Michelin Stern bekommen hat und dann im Foodcourt von Teipei 101 ein Restaurant eröffnet hat. Natürlich bestellen wir uns das Soja Hühnchen, das Gericht das ausgezeichnet wurde und ich bin mir nicht sicher ob dies an dem Kulturunterschied liegt, aber dies war das schlechteste Essen was ich seit langer Zeit zu mir nahm. Das Hühnchen hatte zwar eine schmackhafte Soße, war aber bestenfalls lauwarm und nicht entbeint. Das beste am Essen war noch der Beilagenreis und ich frage mich ganz ehrlich, wenn so etwas Auszeichnugswürdig ist, warum der die Hähnchenbräter Bude neben dem Supermarkt bei mir zuhause noch keinen Stern hat. Nach dem Essen habe ich mir die Bewertungen durchgelesen und fand heraus, das ich nciht der einzige war, der Probleme mit dem Laden hatte und natürlich gab ich gleich meinen Senf dazu. Für Max war das Essen genauso unbefriedigend wie für mich und obendrein auch noch nicht sättigend, weswegen er sich noch etwas anderes organisiert.

Danach stürzten wir uns auf dem Weg zum Hotel in die Rush Hour, um unseren Flug nach Hong Kong morgen vorzubereiten.

Tag 7

Kurz nach 10 checken wir aus unserem Hotel aus und machen uns auf den Weg zum Bahnhof, da Max mit dem “Taiwanesischen Shinkansen” fahren wollte, auch wenn es nur 13 Minuten sind. Wir holen unsere Tickets an einem Automaten und finden, nach etwas suchen und fragen, auch den richtigen Gleis. Den Rest der Strecke benutzten wir wieder die MRT und sind kurz darauf am Flughafen Terminal 1, bei dem wir auch gleich unser Gepäck aufgeben und uns in der Lounge etwas breit machen, bis wir um 14:20 zum Gate für das Boarding wechseln.

Der Flug an sich war bis auf ein paar kleinere Turbulenzen Ereignislos und wir landen planmäßig etwa zwei Stunden später in Hong Kong. Im Gegensatz zu Frankfurt warten wir keine dreiviertel Stunde auf unser Gepäck, sondern haben innerhalb von 30 Minuten nicht nur unser Gepäck, sondern sind auch durch den Zoll durch.

Ich vergleiche etwas die Angebote der Touristen SIM Karten und entscheide mich für eine von China Mobile mit Unlimited LTE Traffic für 7 Tage für 80 Hong Kong Dollar. Danach ziehe ich mir noch eine Octopus Karte aus dem Automaten, um die hiesige Metro einfacher nutzen zu können und fahren mit den Shuttlebus zum Hotel. Der Fahrer hat einen sehr sportlichen Fahrstil im abendlichen Stadtverkehr und sieht Geschwindigkeitshügel eher als Herausforderung als Hindernis. Was bei den etwas beengten Sitzen meinen Knie nicht sonderlich bekommt und ich bin froh als wir endlich am Royal Plaza Hotelaussteigen können. Nach dem Check In (gegen 19 Uhr) beziehen wir erstmal unser Zimmer (1350) und ich beginne mit dem “Herumkramen des Ankommens”, während Max erstmal den Swimmingpool des Hotels aufsucht, bevor dieser schließt.

Das Wetter heute ist gut und so beschließen wir kurzfristig die Gunst der Stunde zu wahrzunehmen und machen uns auf den Weg zum Sky Tower, bei dem wir gegen 22:20 Uhr ankommen. Dank der späten Stunde müssen wir uns nirgends anstellen uns sind in Rekordzeit mit der Bergbahn oben und sind schließlich auf der Aussichtsplattform. Hong Kong ist eine Weltmetropole die niemals schläft und so sind wir hier natürlich auch nicht alleine, auch wenn es weitaus weniger sind als bei meinem letzten Besuch hier. Bei dem anschließenden Fotoshooting gebe ich Max ein paar Tipps aus meinem eigenen bescheidenden Wissensrepertoire im Bezug von Blenden, Kamerabedienung, Belichtung- und Verschlusszeiten. Nachdem wir uns so ausgetobt haben, fahren wir mit der Bergbahn wieder herunter in die Stadt und sind kurz nach Mitternacht wieder in unserem Hotel.

Tag 8

Max hatte das Hotel über einen Reiseveranstalter gebucht, weil er es so günstiger bekommen hat, dadurch haben wir auch Anrecht auf eine halbtägige Rundfahrt über den Veranstalter. Natürlich nehmen wir das war und werden um 9:20 Uhr in der Lobby des Hotels vom dem Tourguide zu einem Kleinbus geführt. Auf dem Weg plaudert der Guide etwas aus dem Nähkästech, währen wir noch zwei weitere Touristen aus einem anderen Hotel abholen. Dabei erfahren wir das nur ca. 10% der Hongkonger ein eigenes Auto haben und stattdessen (fast) ausschließlich Öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis nutzen.

Die erste Haltestelle ist Victoria Peak auf dem wir schon gestern waren (der Sky Tower ist hier). Der Guide erzählt ein paar Worte und überlässt uns für die nächste halbe Stunde uns selber. Wir nutzten die Gelegenheit uns einen Kaffee bei Pacific Coffee zu organisieren.

Am Treffpunkt merken wir, das sich die anderen beiden Touristen aus der Tour ausgeklinkt haben, da sie keine “Lust” haben die nächsten Ziele zu besuchen. Uns solls recht sein und wir steuern als nächstes Repulse Bay Beach an. Wie zuvor erzählt uns der Guide ein paar Sätze, nennt uns den Treffpunkt und Zeit und lässt uns abermals alleine. Die Zeit reicht gerade so die Tin Hau and Kwun Yum Statues zu besichtigen, den Stand etwas ab zuschreiten und für eine kurze Klopause, bevor es auch schon wieder weiter zu Aberdeen Harbour ging. Dort machten wir eine kurze Hafenrundfahrt in einer Art Mini-Dschunke und sahen unter Anderem das Jumbo Kingdom, das größte schwimmende Restaurant der Welt. Wieder an Land, war die Tour dann auch schon vorbei und wir ließen uns gegen 12:30 Uhr in der nähe des Time Square absetzen.

Nachdem wir diesen etwas unsicher gemacht hatten, suchten wir das Sijie Sichuan Restaurant auf und bestellten uns dort das “Tasting Set”. Bei der Bestellung wurden wir nach dem gewünschten Schärfegrad (von 0 bis 5) gefragt, bei dem wir 1 wählten. Das stellte sich im Nachhinein als gravierender Fehler heraus, denn der dieser Schärfegrad stellte sich für mich schon durchaus Grenzwertig heraus. Die Nudelsuppe ging noch, aber als ich dann die kalten Hühnerstückchen essen sollte, war bei mir Schluss und ließ sie zurück gehen. Die Bedienung fragt mich noch ob ich die mitnehmen will, aber ich lehnte mit dem Kommentar ab, das die mir doch etwas zu scharf sind dankend ab. Bei dem Essen verbrauchte ich 5 (oder so) Papierservietten um mir den Rotz und Wasser aus dem Gesicht zu wischen. Nach dem Essen gehen wir zu dem nahe gelegenen 18 Grams und trinken ein paar Kaffees um unsere Mägen etwas zu beruhigen, jedenfalls so gut es eben geht.

Wir überlegten was wir mit dem angebrochenen Nachmittag noch anfangen sollen und beschlossen einfach eine kleine Stadtrundfahrt mit der Ding Ding Bahn zu machen. Dies auch absolviert kämpften wir uns tapfer durch die Freitagabend Rush Hour und brechen gegen 19 Uhr zu unserem Hotel durch und entspannen dort etwas. Max wurde von einem Bekannten zum Indischen Essen eingeladen, bei dem ich dankend ablehnte, da mir es immer noch etwas im Magen von dem Sichuan Essen habe und lieber im Hotel bliebe.

Tag 9

Gestern hatte ich mir den Wecker auf 8 Uhr gestellt, aber da Max gestern erst spät zurück gekommen ist, beschloss ich ihn einfach schlafen zu lassen und auf eigene Faust in das Hotel Restaurant zu gehen und mir das Chinesische Dim Sum Frühstücksmenü zu holen. Da mich das über die Werbung im Fahrstuhl sehr angelacht hat. Natürlich habe ich mich auf der Suche nach dem richtigen Restaurant etwas verlaufen, denn das Hotel hat davon drei oder so. Trotzdem bin ich über Umwege hin und wieder zurück gekommen.

Um 11:30 Uhr fuhren wir mit der Ferry zur Hongkong Island und gingen bei Shake Shack einen Burger essen. Die Schlange war lang und so nahmen wir an, das dies ein guter Burgerladen ist, wurden von unseren Erwartungen aber ziemlich enttäuscht. Die Burger waren nicht schlecht, aber bei weitem nicht gut, auf jeden Fall aber besser als MC Donalds.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, liefen wir an einem Nespresso Laden vorbei und beschlossen spontan einfach mal rein zu gehen. Ich habe die Werbung schon oft im Fernsehen gesehen und weis das es Kapselkaffee ist, aber sonst nichts. Wir waren nur wenige Minuten im Laden und schon wurden wir von einer Angestellten eingefangen und zu einer Kaffee Verkostung eingeladen. Wir nahmen dankend an und ich muss zugeben, der Kaffee war ziemlich gut. Aber bei dem Preis sollte der das auch sein.

Als nächsten Kundschaften wir das Ferry Terminal nach Macau für morgen aus und beinahe sofort werden wir von mehreren Straßenverkäufern angesprochen die uns Tickets verkaufen wollen. Diese kaufen nämlich so viel wie sie können (also so gut wie alles) von den regulären Schaltern auf sobald diese angeboten werden, um sie dann mit einer Preissteigerung unter der Hand weiter zu verkaufen.

Danach fuhren wir zur Kowloon Station weiter. Die wurde neu gebaut und Max wollte sie besichtigen, natürlich verliefen wir uns auch hier auf dem Weg zur Aussichtsplattform.  Als wir diese (endlich) gefunden hatten, beschlossen wir die Gunst der Stunde und die relative Ruhe hier, für eine kurze Pause auf einer Bank zu nutzen

Wir nahmen noch einen kurzen Snack bei Mammy Pancake um 16:20 Uhr ein und sind um 18 Uhr wieder zurück in das Hotel zurückgekehrt um etwas zu entspannen, bevor wir uns um 20:30 mit Gwendolyn, einer Bekannten von Max, zum Abendessen treffen. Zusammen sind wir zum Korean House gegangen und haben einen Korean Stlye Hotpot mit allerlei Köstlichkeiten gegessen. Größtenteils wusste ich gar nicht was ich da rein gab und ass einfach. Dies ist wahrscheinlich auch besser für meinen Gemüt, da Hongkonger die Angewohnheit haben einfach “alles” zu essen. Aus diesem Grund gab es auch einen “Western Hotpot” (oder so, die Übersetzung von Gwendolyn war etwas schwammig), das nur aus Rind, Schwein und Lamm Filet bestand. Wir überlassen die Planung und Bestellung Gwendolyn und ich “glaube” wir nehmen das Buffet Hotpot, bei dem wir uns einfach alles von der Theke auf unsere Teller legen und danach bei uns in den Topf am Tisch werfen. Sobald das dann gar ist, laden wir es auf unseren eigenen Teller / Schüssel und dunken es in die Soßen die wir uns aussuchen oder selber mischen.

Recht gut gesättigt ziehen wir um 0:30 Uhr weiter nach 深井發記甜品, zu einem traditionellen Hongkonger Dessert. Ich aß eine Art gesüßte und dampf gegartes Ei mit Mango (glaube ich jedenfalls), was sehr lecker war. Auch wenn ich mir natürlich die Zunge verbrannte, da ich im Gegensatz zu Gwendolyn das Gericht heiß bestellt hatte und nicht kalt. Danach verabschiedeten wir uns und waren um 1:30 Uhr wieder im Hotel.

Tag 10

Der Tag beginnt heute vergleichsweise früh um 8 Uhr, da wir heute nach Macau wollen. Obendrein wechseln wir heute noch unser Hotel und so checken wir aus, lassen aber unsere Koffer hier. Um 9:30 Uhr sind wir am Ferry Terminal und holen unsere reservierten Karten ab und müssen durch eine Zoll- / Einwanderungskontrolle, da wir rein technisch gesehen Hongkong verlassen und in Macau einreisen. Beide Städte gehören zwar zu China, sind aber als jeweisle eine andere Chinesische Sonderverwaltungszone und erfordern deswegen eine Ein-/Ausreise. Keine halbe Stunde nach ankunft am Terminal sitzen wir in der Fähre und bekommen ein leichtes Frühstück, das etwas an eine Flugzeug Mahlzeit erinnert. Die Tubo Jet Fähre hat eine so schnelle Geschwindigkeit, das es nicht möglich ist auszusteigen und sind wir gezwungen in den recht gemütlichen Sitzen zu entspannen und das kostenlose WLAN zu benutzen. Eine knappe Stunde später sind wir in Macau und die Grenzkontrolle geht hier genauso schnell wie in Hongkong. Mit dem Taxi fahren wir zum Macau Tower und dort mit dem Fahrstuhl, in das 360° Café. Hier haben wir das Mittags Buffet gebucht und genießen die verschiedenen Westlichen als auch Asiatischen Köstlichkeiten, während wir uns langsam im Kreis drehen.

Mehr als nur gesättigt steigen wir abermals in ein Taxi und fahren zu dem inoffiziellen Wahrzeichen von Macau, den Ruins of St. Paul’s und werden hier von einer Touristen Masse begrüßt. Alle versuchen das perfekte Foto zu machen und drängen und stehen sich gegenseitig im Weg. Wir erkunden auch noch etwas die nähere Umgebung, aber irgendwann reicht es uns und fahren zurück zur Fähre. Hier möchte ich auch erwähnen, das der Straßenverkehr in Macau, im Vergleich zu Hongkong etwas ruppiger ist. Es wird gehupt und die Taxifahrer kommen mir alle etwas wie Cowboys vor, die sehr sportlich (wenn sich die Gelegenheit bietet) durch die Straßen heizen. Dabei ist zu beachten, das nur die Vordersitze funktionale Sicherheitsgurte haben und die Rückbank nicht. Das erste Taxi hatte hinten gar keine Installiert und die anderen hatten zwar die Gurte, aber keine Verschlussschnallen.

Die Rückfahrt verlief genauso einfach wie die Hinfahrt, nur das der Sitznachbar vor mir ein richtiger Assi war der nur zwei Verschiede Modus Operandi hatte. Lautstark in die Spucktüte Rotzten oder lautstark über die Freisprechfunktion mit seiner Angebeteten telefonieren und sicherstellen das es auch die Hälfte der Kabine das mitbekommt.

Im Hotel holen wir unsere untergebrachten Koffer ab und fahren mit dem Bus zu unseren neuen Unterkunft für heute Nacht, dem Ritz-Carlton (https://maps.app.goo.gl/pmrg8). Max hatte dieses Hotel gebucht, weil er es einfach mal Erleben wollte und ich stimme ihm da zu. Das Zimmer Nr. 25 im 108. Stock hat eine perfekte Aussicht auf den Hafen von Hongkong und der Service ist wirklich top. Bezahlt man aber natürlich auch. Nachdem wir etwas angekommen sind, entspannt und rumgekramt haben, sind wir noch gegen 21 Uhr in die Ozone Hotel Bar gegangen und haben die Hongkonger Skyline bei ein paar Cocktails genossen.

Tag 11

Unsere letzter Tag hier in Hongkong beginnt um 7 Uhr, damit wir ausreichend Zeitpuffer haben um zum Flughafen zu kommen. Der Hotel Checkout klappt tadellos und um 9:30 sind wir bei der Sicherheitskontrolle im Flughafen, bei dem man mir mein Schlüsselanhänger Taschenmesser abnimmt. So langsam glaube ich das jeder Flughafen wahllos sich Dinge aussucht die man nicht mitführen darf. Bis auf dieses kleine Ärgernis kommen wir aber sehr flott durch und sind viel zu früh im Abflugbereich, weswegen wir noch einen Zwischenstopp in der Lounge machen, bevor wir in das Flugzeug steigen und abgebrochene 11 Stunden später in Moskau landen. Als wir hier aus dem Fenster sehen, erkennen wir nur weiß und erfahren das die Aussentemperatur minus 10 Grad hat. Max hat aus bequemlichkeits nur eine kurze Hose und beschließt kurzerhand seine Jeans darüber zu ziehen, da unser Flieger nicht an einem Terminal gebracht wird, sondern wir auf dem Flugfeld in einem Bus umsteigen müssen. Natürlich erfahren wir das erst, als wir schon fast im Bus sind, also offiziell.Gedacht haben wir uns das schon vorher als der Flieger mitten im nirgendwo parkt. Hier in Russland klappt alles so gut wie man sich das denkt und so kann keiner der Flugbegleiter von Aeroflot brauchbares Englisch sprechen. Natürlich müssen wir wieder durch eine Passkontrolle, aber diesmal ist nur einer von zwei  Schaltern besetzt. Es bildet sich also eine ewig lange Warteschlange, da sch ale alle Hundert-Irgendwas-Passagiere hier durch müssen. Zu unser aller “Überraschung” wir der zweiter Schalter nach einer halben Stunde warterei auch aufgemacht, was aber an der Arbeitsgeschwindigkeit nichts wesentliches ändert. Da die Gepäckkontrolle direkt danach nur ein Röntgengerät hat. Natürlich sprechen die hier noch weniger Englisch als unsere ehemaligen Flugbegleiter, was die Sache auch nicht besser macht. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir endlich “abgearbeitet” worden und dürfen dann 20 Minuten lang von einem Ende des Flughafens zum anderen latschen, um zu unserem Gate zu kommen. Es gibt hier auch keine Möglichkeit eines internen Transfers und so steigen wir eine (Roll-) Treppe nach der anderen herauf und wieder runter. Natürlich immer vorbei an allerlei Ständen die ihr Waren darbieten.

Ich habe jetzt schon einige Flughäfen besucht (erlebt) und nur bei wenigen habe ich mich wirklich “Begrüßt” gefühlt. Aber Moskau setzt dem ganzen, wirklich die Krone auf, jeder der hier am Flughafen beschäftigten strahlt eine fast greifbare Aura des Widerwillens aus, so als ob sie überall, bloß nicht hier sein wollen. Meine Unmut über die Behandlung hier ist schon recht hoch und wird noch weiter gesteigert, als es dann endlich zum Boarding für den Flug nach Frankfurt kommt. Wir stellen uns alle in der Schlange an und eine Flugbegleiterin läuft diese ab und kontrolliert unsere Ausweise und Tickets, nur um sie wenige Minuten später nochmal vorzeigen zu müssen, wenn die Tickets gescannt werden. Ich muss meinen Pass und Bordkarte so oft vorzeigen und kontrollieren lassen, das es mich nicht viel wundern würde wenn ich das auch bei einem Klogang machen müsste.

Natürlich steht auch dieser Flieger nicht an einem Terminal und so werden wir in einen weiteren Bus verfrachtet und warten darauf das der los fährt. Endlich am Flieger warten wir darauf das wir einsteigen dürfen (bei minus 10 Grad). Doch das warten hat noch lange kein Ende, als wir endlich alle in unseren Plätzen sitzen, verpassen wir aus irgendeinem Grund unseren Abflug Slot und müssen auf einen neuen warten. Anscheinend nutzt der Kapitän die Gelegenheit und löst das Flugzeug waschen, was natürlich bei der Temperatur sofort eine Eisschicht bildet. Als der Flieger dann endlich abhebt, stelle ich fest das mein Handy Akku fast leer ist und es hier keine USB Ladestecker gibt und ich mein Akkupack benutzen muss um mein eBook weiter zu lesen. Etwa drei Stunden später landen wir in Frankfurt wir haben kaum die Gangway verlassen, da werden wir schon von ein paar Zollbeamten in Empfang genommen die unsere Ausweise kontrollieren wollen. Da ich die aber auf Deutsch begrüße und nach einem kurzen Blick auf meinen deutschen Pass winken die mich gleich durch.

Hier hat mich der FraPort auch ernsthaft überrascht, denn erstmals schafften die es mir innerhalb einer halben Stunde mir ein Gepäck aufs Rollband zu bringen, das ging noch nie so schnell hier. Aber natürlich geht das alles nicht so glatt wie wir das gerne hätten, denn wir müssen noch eine dreiviertel Stunde auf den Bus warten, der uns zu dem Auto von Max bringt. Das bei dem minus 5 oder 7 Grad nicht nur von aussen zugefroren ist, sondern auch von innen. Sobald diese vom beidseitigen Eis befreit sind fahren wir los und Max bringt mich sicher gegen 1 Uhr nach Hause. Meine freude über meine Rückkehr währt nur kurz, denn ich lahm auf die GRandiose Idee Geld sparen zu wollen und schaltete die Heizung ab, was darin Resultiert das meine Wohnung jetzt knappe 5 Grad warm ist. Sofort schaltete ich die wieder ein, aber da ich eine sogenannte Nachtspeicher Heizung habe, braucht die bestenfalls mehrere Stunden um nur halbwegs auf Betriebstemperatur zu kommen. Weswegen ich kurzerhand einen Heizlüfter aus dem Keller holte und so das ganze Geld das ich “vermeintlich” einsparte wieder in die Wohnung blies. Nach einer Dusche fiel ich dann ins Bett und verschob das Koffer auspacken auf morgen, da ich im Flugzeug fast nicht geschlafen habe. Jetzt ist erstmal gut mit Reisen für die nächste Zeit.

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