Duke Nukem Forever (PC) (Hail to the King, Baby!)

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duke-nukem-forever Der Duke ist endlich wieder da. Nach unzähligen Vaporware Betitelungen und der mir am längsten bekannten Entwicklungszeit (1. Offizielle Ankündigung im April 1997) der Spielegeschichte wurde DNF letzte Woche veröffentlicht. Über das Pfingstwochenende war meine vorbestellte Kopie noch in der Post und so bin ich erst in den letzten Tagen in den (zweifelhaften) Genuss des Duke gekommen.

Duke Nukem Forever setzt 12 Jahre nach dem letzten Teil, Duke Nukem 3D, in Dallas ein. Die Aliens sind wieder auf der Erde und der amerikanische Präsident tritt in Verhandlungen mit den Aliens. Duke ist in der Zwischenzeit zu einem medialen Superstar aufgestiegen. Er besitzt Kasinos, Stipclubs, eine Burgerkette und so weiter. Auf dem Weg zu einem Interview, treten die Aliens in Erscheinung und das Interview wird abgeblasen. Um die Lage zu sondieren, begibt sich Duke in seine „Duke Cave“, wo er den Befehl vom Präsidenten bekommt, sich zurückzuhalten, nichts zu unternehmen und so die Verhandlungen nicht zu gefährden. Unterdessen infiltrieren die Aliens das Gebäude über der Duke Cave und greifen an. In Selbstverteidigung greift Duke ein und die Lage eskaliert. Als Reaktion entführen die Aliens die Frauen der Stadt im großen Stiel, was der Duke nicht auf sich sitzen lässt und auch hier einschreitet. Im Verwahrungsort der entführten Frauen muss der Duke erkennen, dass diese in bester Aliens Manier zu Brütern modifiziert wurden und nicht gerettet werden können. Mit dem Sieg über die Alien Königin setzt er dieser Situation ein Ende, nur um zu erfahren das die Aliens den Hoover-Staudamm dazu benutzten ein Portal zu erzeugen und so Nachschub vom Heimatplaneten erhalten. Um den Planeten ein weiteres Mal zu retten, muss Duke Nukem das Portal am Staudamm schließen.

In bester Duke Nukem Manier schießt und sprengt sich der Spieler durch 23 Levels mit dem üblichen Kollateralschaden und Humor. Die Steuerung von Duke ist nicht immer Präzise und ich musste erst mit den Einstellungen spielen, um ein für mich halbwegs funktionierendes Ergebnis zu bekommen. Vieles in der Einzelspieler Kampagne ist gesciptet und jedes Mal muss der Spieler warten, bis das vorhergesehene Ereignis eingetroffen ist. Für diejenigen, die einfach nur Aliens töten und Sachen in die Luft jagen wollen ist das überaus nervtötend. Es gibt einige Minispiele, bei denen der Spieler eine Erhöhung der EGO-Leiste als Belohnung bekommt.
Wo wir beim Thema EGO-Leiste sind, die einen Lieben und die anderen Hassen sie. Mein Standpunkt ist hier im Mittelfeld mit Tendenz zum Letzteren. Die EGO-Leiste fungiert als regenerativer Lebensbalken. Dies ist heutzutage Standard bei FPS, mit der ich mich nicht so recht anfreunden kann. Dieses Prinzip bringt eine gewisse Kampfdynamik ins Spiel, aber es ist einfach langweilig in Deckung zu rennen und zu warten, bis man wieder kampfbereit ist. Eine weitere Entscheidung der Entwickler, die ich zwar nachvollziehen kann, aber trotzdem schrecklich finde, ist die Beschränkung der gleichzeitig tragbaren Waffen auf zwei. Was soll dieser konsolifiztierter Pseudorealismus, früher hat der Duke es auch geschafft mehr als das mit sich zu tragen. Als Spieler wird man hier entmündigt eine Entscheidung zu treffen, für welche Situation welche Waffe am besten ist. So bekommt man immer Situationsgerecht die Waffenauswahl vorgesetzt, die man braucht. Aus dieser Entscheidung geht hervor das Boss-Gegner nur durch Geschütztürme und Explosivwaffen verwundbar sind. So werde ich gezwungen mindestens eine der Waffen, die ich mit mir führe für den Kampf aus zu tauschen. Falls die Waffe, die man ablegt, keine Munition mehr hat, verschwindet diese einfach. Was mich mehrfach in unnötig schwierige Situationen gezwungen hat.
Ein weiterer beliebter Kritikpunkt ist die Grafik, welche natürlich nicht mehr zeitgemäß ist. Das Spiel ist de-facto zehn Jahre alt und für eine modifizierte Unreal 2 Engine, sieht es verdammt gut aus. Im Grunde vereint Duke Nukem Forever das Negative aus modernen und „Klassischen“ FPS und vermischt das Ganze mit einer Konsolenanpassung.

Je nachdem wo man im Internet nachsieht, sind die Bewertungen bestenfalls unteres Mittelfeld, sonst eher katastrophal. Warum ist das so? Wenn ein Produkt wie DNF über eine Dekade in der Entwicklung ist, bekommt es einen legendenähnlichen Ruf. Das wiederum ist ein überaus zweischneidiges Schwert. Für die PR ist es gut, denn es ist besser eine schlechte PR zu haben als gar keine. Für die Erwartungen der Konsumenten und Kunden aber nicht, die steigen nämlich ins Unermessliche. Jeder ist der Meinung, dass es nach fast 13 Jahren Entwicklungszeit sehr gut sein muss! Erschwerend kommt hinzu, das DNF für den PC entwickelt wurde und dann auf die Konsolen portiert wurde. Die gängige Praxis heutzutage ist (leider) genau anders herum. Die Konsolengemeinde ist das nicht gewöhnt und hat ein suboptimales Spieleerlebnis bekommen. Was wiederum ein Grund für die vernichtenden Bewertungen sind.
Meiner Meinung nach ist das größte Problem an Duke Nukem Forever die menschliche Psychologie. Es ist kein schlechtes Spiel, sondern eben nur Mittelmaß. Wäre es zum Beispiel schon nach der Hälfte der Entwicklungszeit auf den Markt gekommen, würde vieles anders aussehen. In einem muss ich, bei aller Liebe zum Duke, der allgemeinen Kritik zustimmen. Duke Nukem Forever ist den Vollspielpreis (ca. 50€) nicht wert. Ich ärgere mich nicht über die Anschaffung, weil ich es günstig aus England importiert habe, aber 30€ ist passender.

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