Datensicherung & Datensicherheit

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Datensicherung ist ein Thema das mich betrifft, seit dem ich mich mit Computern beschäftige und in diesem Zeitraum hatte ich schon einige Datenverluste. Meistens durch Hardwareversagen, durch Verlust (Datenträger verloren/geklaut) oder schlicht durch Beschädigung (Kaffee übers Notebook). Es gibt verschiedene Strategien und unzählige Möglichkeiten dem vor zu beugen. Aber alle haben eines Gemeinsam, Disziplin! Es ist nämlich unabdingbar seine Daten strukturiert und ordentlich ab zu legen. Das Erleichtert nicht nur die Organisation und das Arbeiten mit seinen Daten, es ist auch eine Grundvoraussetzung für die Sicherung und das Zurückspielen. Was aber noch wichtiger ist, regelmäßig Datensicherungen vor zu nehmen. Es bringt nämlich nichts eine Datensicherung zu haben, die so alt ist, das die Datei die man braucht gar nicht dabei ist.

Mobile Datenträger

Die einfachste Möglichkeit für den Neuling ist die Sicherung auf Mobile Datenträger wie USB Sticks oder USB Festplatten. Je nach verwendetem Betriebssystem gibt unzählige Software-Lösungen die einem hier Unterstützten oder man kopiert die Daten händisch. Ich persönlich halte nicht besonders viel davon, da ich das Risiko diese Datenträger zu verlieren als zu groß erachte und für meine Verhältnisse als Unpraktisch empfinde.

Dedizierte Sicherungssysteme

Auch hier ist das Angebot breit gefächert und je nach Datenvolumen reichhaltig. Ich habe lange Zeit eine Buffalo TeraStation Pro verwendet, bis ich einen eigenen Rechner zusammengebaut habe, den ich mit FreeNAS betreibe. Diese sogenannten NAS haben mehrere Vorteile:

  • Großes Fassungsvermögen
  • Zugriff über das Netzwerk
  • Raid
  • Hohe Geschwindigkeit der Datensicherung
  • Kontrolle wer Zugriff auf die Daten hat

Diese Lösung setzt aber beim Anwender ein gewisses Maß an Technischer Kenntnis voraus und hat je nach Variante auch hohe Anschaffungskosten. Natürlich gibt es auch hier Kostengünstige Lösungen, aber je nach Datenvolumen ist das nicht praktikabel.

Die Datensicherungen müssen entweder Manuell oder über eine spezielle Sicherungssoftware gestartet werden. Aber alle gängigen Betriebssysteme bringen hier schon Hilfsmittel (ich habe nie einen Mac verwendet, deswegen ist dies eine Mutmaßung meinerseits) mit. Hier hilft eine schnelle Google Suche nach Robocopy (Windows) und rsync (Linux).

Sichern in die Cloud

Cloud Computing ist ein relativ neues Konzept und bietet viele Vorteile, aber auch einige gravierende Nachteile. Der größte davon ist die Datensicherheit. Man weiß nämlich nie genau wer Zugang zu den Daten hat! Da gibt es aber auch Mittel dagegen, indem man einfach seine Daten mit Hilfe von TrueCrypt verschlüsselt. Ein großes Problem ist aber, das alle Cloud-Dienste eine schnelle Internetverbindung voraussetzten.

Dropbox

Dieser Amerikanische Cloud Service ist sehr komfortabel, hat aber in letzter Zeit ein paar Schlagzeilen wegen der Datensicherheit gemacht. In der aktuellen Version 1.0.20 des Clients ist es nämlich Möglich mit Hilfe von physischen Zugang zum Rechner den Datenschutz aus zu hebeln. Dazu haben die Anbieter jetzt ihre Nutzerbedingungen geändert, um den Amerikanischen Behörden komfortablem Zugang zu den Kundendaten zu gewähren. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist Daten zu verschlüsseln (z.B. mit TrueCrypt) bevor man sie in die Cloud lädt.

Für den normalen Anwender hat Dropbox aber dafür einige Vorteile. Nach der Installation der Software wird ein neues Verzeichnis auf dem Rechner erstellt, alles was dort gespeichert wird, wird automatisch synchronisiert. Man muß sich also nicht mehr damit beschäftigen regelmäßig Sicherungen vor zu nehmen. Ein weiterer großer Vorteil ist, das Dropbox verschiedene Dateiversionen speichert und es so Möglich ist, eine alte Version zurück zu spielen. Das ist Praktisch wenn man eine Datei hat, die aus irgendeinem Grund gelöscht oder Beschädigt wurde. Mit ein paar Mausklicks hat man schnell wieder die Gewünschte Datei wieder her gestellt.

Es ist auch Möglich mit anderen Dropbox Benutzern Freigaben zu erstellen und so übergreifend am gleichen Datensatz zu arbeiten. In der Kostenlosen Variante, hat man 2GB zu verfügung, für 9,99 USD stehen 50GB und für 19,99 USD stehen 100GB bereit. Für alle gänigen Betriebssysteme gibt es Clients (Windows, Mac, Linux, Android und iPhone).

Ich benutzte Dropbox schon seit Jahren um einige TrueCrypt Container und die Eigenen Dateien zu synchronisieren. So habe ich auf meinem Desktop PC und meinem Notebook immer den gleichen Datenbestand ohne mich groß darum zu kümmern. Die Datenübertragung erfolgt Verschlüsselt (256bit) zu den Dropbox Servern wo sie dann, dort sind sie dann aber für Behörden und Dropbox Administratoren zugänglich. Achtet also darauf, keine sensiblem Daten unverschlüsselt dort ab zu legen.

Strato HiDrive

Mit dieser sog. Online Festplatte von Strato spiele ich seit ein paar Tagen herum. Dieser Service bietet viele Möglichkeiten, setzt aber wie die NAS-Lösungen einiges an Kenntnissen voraus. Vor allem wenn man eine sichere und verschlüsselte Verbindung zu den Strato Servern aufbauen möchte. Die Hilfe-Sektion auf der Webseite ist recht breit gefächert aber nicht sehr tief gehend und so muss man wissen was man macht um kein Sicherheitsrisiko ein zu gehen!
Die Preise für die angebotenen Datentarife sind dabei überaus Fair, der Günstigste liebt bei 1,99€ für 20GB. Je nach gewähltem Tarif, kann man auch mehrere Benutzter mit unterschiedlichen Rechten verwalten.

Wie ich schon erwähnt habe, ist das Strato Angebot nur ein Online Datenspeicher. Es wird keine Software angeboten um Daten automatisch zu Synchronisieren, obwohl es dafür mehrere Anleitungen in der Hilfe gibt. Die Performance wird hier noch stärker von der Internetleitung begrenzt als bei Dropbox, da die Daten nicht auf der eigenen Festplatte zwischen gespeichert werden. Es gibt auch die Möglichkeit regelmäßige Backups von verschiedenen Ordnern des HiDrive Laufwerks über die Weboberfläche zu planen, was ziemlich Praktisch ist.

Zugang erhält man (Un-)Verschlüsselt über FTP, WebDAV, SMB, CIFS, rsync, SCP oder über den Online Dateimanager im Browser. Wem das meiste dieser Abkürzungen jetzt nichts sagt, braucht sich keine Sorgen zu machen. Das HiDrive hat eine ganz spezielle Zielgruppe und denen sollten diese Abkürzungen etwas sagen. Dieses Angebot richtet sich mehr an den professionellen Nutzer oder Firmenkunden die ihre Server sichern wollen.

In meinen Tests wurde ich jedoch nicht so richtig warm mit dem Dienst. Meine Internetverbindung ist nicht besonders gut und so brauchte ich für eine inkrementelle Datensicherung meiner iTunes Bibliothek (ca. 700MB) mehrere Stunden. Es hat auch den Anschein, das der Upload (als ich es der Firma probierte) bei knapp 1 bis 1,5 MB/s ab geregelt ist. Der Download hingegen hing flott und hat meine Leitung voll ausgenutzt (Privat). Mir ist es aber so vorgekommen, das der Zugang über verschlüsseltes CIFS eine niedrige Begrenzung der gleichzeitigen Datenzugriffe hat.

Wuala

Zu Wuala, habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: Wuala im Vergleich zu Dropbox

Datensicherheit in und außerhalb der Cloud

Ich habe mittlerweile mehrfach TrueCrypt erwähnt. Dieses nützliche Tool verwende ich seit knapp einem Jahr als ich den USB Stick den ich immer in der Hosentasche hatte verlor. Das hat mich ziemlich verärgert, nicht besonders weil ich ihn Verloren hatte, sondern weil alle Daten darauf unverschlüsselt waren. Dann habe ich endlich angefangen mich mit diesem Thema eingehend zu beschäftigen. Seitdem sind alle meinen mobilen Datenträger verschlüsselt und selbst meine Notebookfestplatte ist verschlüsselt. Der normale Anwender glaubt nämlich gar nicht wie einfach und schnell man das Betriebssystem Passwort umgehen kann, wenn man keine Maßnahmen dagegen getroffen hat.

TrueCrypt ist sehr Benutzerfreundlich und man kann mit nur minimaler Einarbeitung ein ausreichendes Maß an Sicherheit herstellen. Wie ich erwähnte benutzte ich es um meine Daten zu verschlüsseln bevor ich sie in die Cloud lade oder um mein Notebook vor Unbefugten zu schützten.

Wer jetzt die Frage stellt: „Warum soll ich meine Daten verschlüsseln? Ich bin ein rechtschaffener Bürger und habe nichts zu verbergen!“ Der Grund ist, im Internet weiß man nie genau wer Zugang zu welchen Daten hat oder ob dieser eine Legitimation hat auf diese Daten zu zu greifen. Um dies sicher zu stellen, sollte man seine Daten verschlüsseln. Rechtsstaatliche Regierungsorganisationen werden sich i.d.R. bei einem Melden, Hacker, Cracker oder andere ohne diese Legitimation nicht. Die Gesetzte die den Datenschutz betreffen hinken meistens den tatsächlichen Technologien um Jahre hinter her und so ist es am Anwender selber sich um den Schutz seiner Daten zu kümmern. Besonders in dieser Glanzvollen Web 2.0 Welt ist das wichtig. Aber es macht wenig Sinn seinen Lebenslauf zu verschlüsseln und dann die Sicherungskopie in die Cloud zu laden wenn man sein ganzes Leben schon auf Facebook und Konsorten dargelegt hat.

Ich kann jedem also nur eine gesunde Paranoia im Umgang mit dem Internet empfehlen.

2 Antworten

  1. Helge König

    Danke, habe mich auch ja länger damit befasst. Da kann ich meine Erkentnisse auch der großen weiten welt zukommen lassen :)

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