Vor ein paar Wochen wurde Terraria auf Steam veröffentlicht und zuerst habe ich es keines Blickes gewürdigt. Auf den ersten Blick sah wie ein aufgepumptes 2D Minecraft Flashgame aus. Dann letzte Woche sah ich diese Youtube Video:
Was bei mir wie eine Bombe eingeschlagen ist und mich beinahe sofort überzeugt hat. Nach ein bisschen weitergehender Recherche über das Spiel entschloss ich mich gleich den 4-Pack zu kaufen und unter meinen Freunden zu verteilen. Der Einzelspieler Modus ist denkbar einfach, der Mehrspieler Modus ist schon etwas umständlicher einzurichten, wenn man auf seinen eigenen Server beitreten möchte. Leider gibt es derzeit (Patchlevel 1.0.2) keine dedizierten Spieleserver und es ist nötig zwei Spielinstanzen zu starten. Einmal der Server und die Instanz, mit der man sich auf diesen verbindet. Verkompliziert wird das Ganze durch einen Schutzmechanismus, das der Server keine Verbindungsanfragen von der gleichen IP akzeptiert auf der er lauscht (das kann man mit Tunngle oder Hamatchi umgehen). Sobald diese Hürden genommen sind, kann man sich ausgiebig dem Spiel (am besten mit seinen Freunden widmen).
Ich würde nicht so weit gehen, Terraria wirklich einen 2D Minecraft Klon zu nennen, sondern eher ein Spiel, das von Minecraft stark beeinflusst wurde und das Konzept angepasst und erweitert hat. Der oder die Spieler werden anfangs nur mit einer Spitzhacke und Axt ausgestattet mitten in die Welt gesetzt. Dort müssen sie grundlegende Ressourcen sammeln, sich Horden kleinerer Monster erwehren und nebenbei eine Behausung bauen um sich vor der Nacht zu schützten. Die Slimes werden Nachts durch Zombies und fliegende Augen abgelöst, somit es zu jeder Tageszeit Monster gibt. Bei diesem Thema haben wir schon einen der ersten markanten Unterschiede zu Minecraft, Ereignisse. Bei jeden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gibt es eine kleine Chance, das entweder der Blutmond aufgeht oder die Goblinarmee angreift. In beiden Fällen muss seine Behausung verteidigt werden, da diese Monster Türen öffnen können. Das ist in dem Sinne tragisch, da Goblindiebe aus bestimmten Truhen Gegenstände stehen können und Zombies wie Goblins versuchen die Nichtspielercharaktere (NPC) zu töten. Diese NPC erscheinen, sobald die jeweilige Bedingung erfüllt ist und ein Zimmer frei ist (es werden insgesamt sechs benötigt). Jeder versorgt den oder die Spieler mit anderen Dienstleistungen. Der Führer gibt Tipps für Anfänger (von Anfang an dabei), die Krankenschwester heilt gegen Geld und dann gibt es noch vier verschiedene Händler, die ihre Waren anbieten und auch ankaufen.
Ein Besuch des Terraria Wikis ist sehr empfehlenswert, da es nicht nur über die Spielmechaniken informiert, sondern auch viele nützliche Tipps gibt und auf interessante Gegenstände aufmerksam macht. Ansonsten gibt es noch verschiedene Boss Gegner in jeder Welt, die unterschiedlich oft besiegt werden können.
Sehr gut fand ich, dass der Charakter lokal gespeichert wird und diese, je nach Wunsch, auf jeden Server mitgenommen werden können. So konnte ich mit dem Charakter weiterspielen, den ich zuvor noch Verwendet hatte, um mit meinen Freunden einen Dungeon auf dem Server gemeinsam zu erkunden.
Es gibt kein klassisches Level System, sondern es geht eher in die Richtung Monster Hunter, das die Eigenschaften und Attribute über Ausrüstung definiert werden. Es gibt Rüstungssets die einen Bonus auf Manaregeneration oder Nahkampfgeschwindigkeit geben, somit ist auch in Ansätzen eine Rollenverteilung implementiert. Das wurde aber nicht konsequent umgesetzt und es gibt (meines Wissens nach) nur eine Handvoll Rüstungssets, die aber schnell von den Verteidigungswerten von höherwertiger Rüstung abgelöst werden.
Wenn bei Minecraft der Punkt kommt, an dem alle Gebäude gebaut sind, die Welt erkundet ist und die beste Ausrüstung erworben wurde, geht es bei Terraria noch weiter. Hier können Gegenstände gesucht oder erjagt (die nur von bestimmten Gegner oder Regionen gefunden) werden können. Die Spieler können sich an den verschiedenen Bossen messen oder einen serverübergreifenden Tauschhandel mit Gegenständen anfangen. Es ist gewissermaßen dem Spieler möglich, mache Ressourcen und Gegenstände in Massen abzuernten/erzeugen. So wäre es möglich das der Spieler der lieber die Warenproduktion am laufen hält die Spieler mit (z.B.) Heiltränken versorgt und deswegen an der Beute beteiligt wird. Das ist leider aber noch unterentwickelt, denn meistens müssen die Ressourcen von Monstern erjagt oder abgebaut werden. Ich würde eine Siedler ähnliche Ressourcenproduktion begrüßen.
Bis jetzt hatte ich knappe 30 Spielstunden in Terraria und habe (fast) jede davon genossen. Der Einstieg ist kurz, aber leider etwas holprig. Sobald der Spieler sich jedoch orientiert hat und die grundliegenden Mechaniken erkannt und gemeistert hat, geht es schnell vorwärts. Meiner Meinung nach geht der Sandbox-Charakter nicht verloren wenn Serverweite Ereignisse, Bosse oder Dungeons eingeführt werden. Es gibt dem Spieler mehr zu tun und ist eine Bereicherung. Das war mein Problem mit Minecraft, irgendwann gab es einfach nichts mehr zu tun und es wurde langweilig. Terraria hält hier länger und ist mit 9,99€ in Steam genauso günstig. Es ist natürlich eine Geschmackssache ob einem dieser Zwei Dimensionale Stiel zusagt, ich kann Terraria bedenkenlos weiter empfehlen.
D.W.Tantalus
Servus Helge,
coole Rezession! Ich hatte schon zig mal überlegt ob ich mir das game nicht holen soll. Nach dem lesen deiner Rezi hab ichs getan und das game hat schon für Stunden gefesselt ;)
Deine Probleme mit der Servererstellung kann ich allerdings nicht nachvollziehen, ich konnte direkt ohne VPN-Eskapaden über Hamachi eine Multiplayer-Session mit nem Kumpel starten.
Wenn du mich in Steam mal als Freund addest, dann können wir ja auch mal zusammen zogg0rn :)
Gruß
Chris
Helge König
Hoi,
das liegt daran das seit diesem Artikel mehrere Updates ausgerollt wurden die (u.A.) diese Problematiken gelöst haben.